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Jahresabschluss

Bild: Haufe Online Redaktion

Der Jahresabschluss (bestehend aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung) ist Teil der Rechnungslegung und schließt die Buchführung einer Geschäftsperiode ab. Er weist das Geschäftsergebnis aus und zeigt die Zusammensetzung des Betriebsvermögens. Die Buchführung ist nicht ordnungsmäßig, wenn der Jahresabschluss fehlt oder mit erheblichen Mängeln behaftet ist. Auf unserer Themenseite erhalten Sie relevante Informationen zum Jahresabschluss, zur Bilanz, zur Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) sowie zu Besonderheiten und Ausnahmen.

Der handelsrechtliche Jahresabschluss bei Kaufleuten im Sinn des Handelsrechts – Einzelunternehmen, Personengesellschaften, Kapitalgesellschaften und KapCo-Gesellschaften – besteht grundsätzlich aus der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV).




Wann Einzelkaufleute vom Jahresabschluss befreit sind

Einzelkaufleute, die an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren nicht mehr als 600.000 Euro Umsatzerlöse und 60.000 Euro Jahresüberschuss aufweisen, müssen handelsrechtlich keinen Jahresabschluss aufstellen. Kleine Gewerbetreibende und Freiberufler haben die Wahl, ihren Gewinn für das vergangene Geschäftsjahr in einer Einnahmen-Überschussrechnung zu ermitteln oder durch die Aufstellung einer Bilanz.
Die Befreiung vom handelsrechtlichen Jahresabschluss führt nicht automatisch zur Befreiung vom steuerlichen Jahresabschluss. Dies muss immer gesondert geprüft werden.

Besonderheiten beim Jahresabschluss für Kapitalgesellschaften und KapCo-Gesellschaften

Kapitalgesellschaften und KapCo-Gesellschaften müssen im Jahresabschluss Angaben zur Identifikation machen.

Im Falle von intensiv integrierten Konzernen sind Tochterunternehmen unter bestimmten Voraussetzungen von folgenden Vorgaben zur Rechnungslegung ausgenommen: Aufstellung eines Jahresabschlusses nach §§ 264 ff. HGB, Abschlussprüfung und Offenlegung.

KapCo-Gesellschaften wiederum sind unter bestimmten Voraussetzungen von Jahresabschluss und Lagebericht befreit.

Bei Kapitalgesellschaften und KapCo-Gesellschaften umfasst der Jahresabschluss zusätzlich zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung den Anhang und den Lagebericht. Der Jahresabschluss von nicht konzernabschlusspflichtigen kapitalmarktorientierten Kapitalgesellschaften muss um eine Kapitalflussrechnung und einen Eigenkapitalspiegel oder einen Segmentbericht erweitert werden. Für sehr große Unternehmen, für die das Publizitätsgesetz gilt, gibt es ähnliche Abstufungen. Kleinstkapitalgesellschaften wiederum können bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen von der Aufstellung eines Anhangs befreit werden.

Sind kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften und KapCo-Gesellschaften nicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet, muss der Jahresabschluss um eine Kapitalflussrechnung und einen Eigenkapitalspiegel erweitert werden.

Aufstellungsfrist für Jahresabschlüsse

Die Aufstellung des Jahresabschlusses muss innerhalb einer Frist, die einem ordnungsmäßigen Geschäftsgang entspricht, erfolgen. Regelmäßig kann hier von einer Frist von 6 bis 9 Monaten ausgegangen werden. In der Praxis werden immer häufiger wesentlich kürzere Fristen bei der Aufstellung des Jahresabschlusses eingehalten.

Die Aufstellungsfristen bei Kapitalgesellschaften und ihnen gleichgestellten Personengesellschaften hängt davon ab, zu welcher Größenklasse das Unternehmen gehört. Für Einzelunternehmen und Personengesellschaften gibt es keine Höchstfrist, es gelten damit die allgemein genannten Maßstäbe.

Offenlegungspflicht

Bestimmte Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften müssen ihre Jahresabschlüsse mit den Anhängen offenlegen. Die Unterlagen sind elektronisch beim Bundesanzeiger einzureichen. Dies ist unter der www.publikations-plattform.de möglich.
Abhängig von bestimmten Voraussetzungen kann die Offenlegungspflicht auch entfallen.

Jahresabschluss und Controlling

Bei der Erstellung des Jahresabschlusses spielt auch das Controlling eine wesentliche Rolle.

Inventurbewertung für den Jahresabschluss relevant

Eine erste Funktion besteht in der korrekten Inventurbewertung. Bewertet werden die Bestände an Fertig- und Halbfertigwaren zu den Herstellungskosten nach Handels- und Steuerrecht. Dabei sind erkennbare Wertminderungen in Form von Wertberichtigungen anzusetzen. Als noch nicht abrechenbare Leistungen sind die bis zum Bilanzstichtag angefallenen Anschaffungs- oder Herstellungskosten aus Werks- oder Dienstleistungsverträgen zu erfassen. Dieser Position kommt insbesondere bei Bauunternehmen, Anlagenbauern, aber auch Dienstleistern große Bedeutung zu.

Zusätzliche Aufgabe beim IFRS-Abschluss

Bei einem IFRS-Abschluss haben die Controller darüber hinaus die Aufgabe, den Impairment-Test durch interne Plan- bzw. Ist-Informationen zu fundieren. Ergänzend stellt sich die Frage, inwieweit Impairments bzw. deren Vermeidung in der Unternehmenssteuerung antizipiert werden müssen.

Weitere wichtige Aufgabe für die Controller: der Lagebericht im Anhang

Erstellt werden muss der Lagebericht, der wesentlicher Teil des Anhangs im Jahresabschluss ist. Zu den Aufgaben im Controlling-Fokus zählen die Darstellung des Geschäftsverlaufs und Darstellung der Lage des Unternehmens sowie der Zukunftsaussichten im Sinne einer Prognose. In der Darstellung des Geschäftsverlaufs und Darstellung der Lage des Unternehmens sind

  • die weltwirtschaftlichen/volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen,
  • die Rahmenbedingungen des Absatz- und Beschaffungs- bzw. Arbeitsmarktes,
  • ein Vergleich der Entwicklung/des Geschäftsverlaufs der Branche,
  • ein Vergleich der individuellen Entwicklung im Branchenumfeld
  • sowie der Geschäftsverlauf im Zeitablauf des Geschäftsjahres (saisonal/quartalsweise)

auszuführen.

Unter den Zukunftsaussichten sind die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens im Folgejahr sowie für das Unternehmen wesentliche branchenbedingte oder gesamtwirtschaftlich bedingte Ereignisse anzuführen.