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Kurzfristige Beschäftigung

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn diese an nicht mehr als 70 Arbeitstagen (bzw. 60 Kalendertagen) oder drei Monaten innerhalb eines Kalenderjahres ausgeübt wird.

 Eine kurzfristige Beschäftigung ist in allen Sozialversicherungszweigen versicherungsfrei. Bei einer kurzfristigen Beschäftigung ist wichtig, dass die Befristung

  • im Voraus vertraglich oder
  • aufgrund der Art und Weise bzw. ihrem Wesen nach (z. B. Erntearbeiter) oder
  • aufgrund eines Rahmenvertrags auf Arbeitseinsätze von 70 Arbeitstagen im Kalenderjahr

geregelt und gegeben ist.

Die maßgebliche Zeitgrenze für die kurzfristige Beschäftigung hängt vom Beschäftigungsumfang ab und ist wie folgt anzusetzen:

  • 3-Monats-Zeitraum: mindestens 5 Tage/Woche
  • 70 Arbeitstage: regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit unter 5 Tagen

Eine Beschäftigung ist nicht kurzfristig, wenn sie berufsmäßig ausgeübt wird und das Entgelt daraus mehr als 450 Euro/Monat beträgt.




Mehrere kurzfristige Beschäftigungen

Bei der Zusammenrechnung mehrerer kurzfristiger Beschäftigungen sind 60 Kalendertage anzusetzen. Wurden aber Beschäftigungen für einen vollen Kalendermonat ausgeübt, gilt der 3-Monats-Zeitraum. Werden Beschäftigungen mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mindestens und weniger als 5 Tage/Woche zusammengerechnet, sind 70 Arbeitstage anzusetzen.

Ein Überschreiten der Zeitgrenzen führt mit dem Folgetag der Feststellung grundsätzlich zur Sozialversicherungspflicht in allen Versicherungszweigen.

Selbst bei Einhaltung der Zeitgrenzen handelt es sich jedoch um keine kurzfristige Beschäftigung, wenn diese berufsmäßig ausgeübt wird und das Entgelt mehr als 450 Euro/Monat beträgt. Berufsmäßigkeit wird unterstellt, wenn die Beschäftigung für den Arbeitnehmer nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist. Sie ist immer anzunehmen, wenn die Beschäftigungszeiten im Laufe eines Kalenderjahres 70 Arbeitstage bzw. drei Monate überschreiten. Bei den Beschäftigungszeiten werden alle Beschäftigungen angerechnet, in denen das Entgelt mehr als 450 Euro/Monat betrug.