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Viele Schüler jobben in den Ferien. Hierfür bietet sich die kurzfristige Beschäftigung an. Diese Form des Schülerjobs ist sozialversicherungsfrei und somit für Arbeitgeber und Aushilfen gleichermaßen attraktiv. Sozialversicherungsbeiträge sind nämlich nicht zu zahlen.

Die kurzfristige Beschäftigung ist vom Arbeitgeber bei der Minijob-Zentrale zu melden. Sie ist nicht ganz kostenfrei, denn für den Arbeitgeber fallen geringe Abgaben an. Über die kurzfristige Beschäftigung als Ferienjob ist der Schüler nicht krankenversichert. Eine Absicherung besteht jedoch grds. weiterhin über die Familienversicherung der Eltern.

Ferienjob als kurzfristige Beschäftigung

Bei der kurzfristigen Beschäftigung spielt die Höhe des gezahlten Arbeitsentgelts keine Rolle. Maßgeblich ist allein die Dauer der Beschäftigung. Sie darf maximal drei Monate (Arbeitswoche von mindestens fünf Tagen) beziehungsweise 70 Arbeitstage (Arbeitswoche unter fünf Tagen) innerhalb eines Kalenderjahres betragen. Ausgehend von sechs Wochen Sommerferien, dürfte diese Zeitgrenze nicht überschritten werden.

Achtung: Bereits in der Vergangenheit seit Jahresbeginn zurückgelegte Schülerjobs in Form der kurzfristigen Beschäftigung (Personengruppe 110) sind mit der zu beurteilenden Beschäftigung zusammenzurechnen. Unschädlich sind 450-Euro-Minijobs – diese werden nicht auf die Zeitdauer angerechnet.

Ferienjob in der Sozialversicherung: Schüler oder Schulentlassener?

Die berufsmäßige Beschäftigung schließt eine kurzfristige Beschäftigung aus. Während Schüler aber grundsätzlich nicht berufsmäßig beschäftigt sind, verhält sich dies bei Schulentlassenen anders. Um eine berufsmäßige Beschäftigung auszuschließen, sollten Arbeitgeber darauf achten, dass sich die Aushilfe tatsächlich noch in der Schulausbildung befindet.

Die Eigenschaft als Schüler endet

  • mit dem Bestehen der Abschlussprüfung des Ausbildungsabschnitts oder,
  • wenn eine solche nicht vorgesehen ist, mit der tatsächlichen planmäßigen Beendigung des Ausbildungsabschnitts.

Wird ein Prüfungs- oder Abschlusszeugnis erteilt, dann lässt sich der Zeitpunkt der Beendigung der Ausbildung aus dem Datum dieses Zeugnisses herleiten.

Praxis-Tipp: Für die ordnungsgemäße versicherungsrechtliche Beurteilung eines Schülerjobs muss die Aushilfe unter anderem nach dem Status (Schüler) und weiteren Beschäftigungen befragt werden. Hierfür sollte ein Einstellungsfragebogen verwendet werden, der von der Aushilfe auszufüllen und dann zu den Entgeltunterlagen zu nehmen ist.

Ferienjobber anmelden

Der Arbeitgeber muss eine kurzfristige Beschäftigung (Personengruppe 110) im DEÜV-Verfahren bei der Minijob-Zentrale melden und im Beitragsnachweis-Verfahren lediglich

  • die Umlage U1 (und auch die nur bei einer auf mehr als 4 Wochen befristeten Beschäftigung),
  • die Umlage U2 (Mutterschaft) und
  • die Insolvenzgeldumlage

anzeigen und zahlen. Die Meldung zur Unfallversicherung hat gesondert an den zuständigen Unfallversicherungsträger zu erfolgen.

Mehr zum Umlageverfahren bei Krankheit und Mutterschaft finden Sie in diesem Top-Thema.

Sozialversicherung bei Ferienjob: Familienversicherung bleibt bestehen

Schüler sind in der Regel über einen Elternteil in der gesetzlichen Krankenversicherung familienversichert. Für sie führt ein regelmäßiges Gesamteinkommen von mehr als 435 Euro grundsätzlich zum Wegfall des Anspruchs in der Familienversicherung. Allerdings werden Einkünfte aus einer kurzfristigen Beschäftigung in diesem Zusammenhang generell als unregelmäßig bewertet und sind somit unschädlich für die beitragsfreie Familienversicherung.

Ferienjob für Schüler: Minijob bis 450 Euro

Sofern das Arbeitsentgelt in dem Schülerjob regelmäßig nicht mehr als 450 Euro beträgt, kommt auch ein 450-Euro-Minijob in Frage. Kurzfristiger Minijob und 450-Euro-Minijob schließen sich gegenseitig nicht aus. Der Arbeitgeber bestimmt letztendlich die Beschäftigungsform. Allerdings ist der 450-Euro-Minijob beitragspflichtig in der Kranken- und Rentenversicherung. Neben dem Arbeitgeber wird auch die Aushilfe mit einem geringen Beitragsanteil in der Rentenversicherung belastet, sofern keine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht beantragt wird.