Praxis-Beispiele: Schüler

1 Minijob

 

Sachverhalt

Ein 17-jähriger Schüler arbeitet neben dem Besuch des Gymnasiums nachmittags sowie samstags insgesamt 18 Stunden in der Woche. Sein monatliches Entgelt beträgt 300 EUR. Der Schüler ist über seinen Vater gesetzlich familienversichert.

Wie ist die Tätigkeit des Schülers sozialversicherungs- und lohnsteuerrechtlich zu behandeln?

Lösung

  • Der Schüler übt eine geringfügig entlohnte Beschäftigung aus, da sein Arbeitsentgelt mit 300 EUR monatlich unter der Geringfügigkeitsgrenze von 450 EUR liegt. Er ist somit kranken-, pflege-, und arbeitslosenversicherungsfrei, jedoch rentenversicherungspflichtig. Von der Rentenversicherungspflicht kann er sich auf Antrag befreien lassen.
  • Der Arbeitgeber muss die pauschalen Krankenversicherungsbeiträge- und die Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung (es wurde kein Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht gestellt) an die Minijob-Zentrale abführen und dorthin entsprechende Meldungen erstatten. Sowohl der Beschäftigungsbeginn (Meldegrund 10) als auch das Beschäftigungsende (Meldegrund 30) sind jeweils innerhalb von 6 Wochen nach Anfang bzw. Ende zu melden.
  • Die U1- und U2-Umlagen sind an die Minijob-Zentrale abzuführen.
  • Die Insolvenzgeldumlage ist an die Minijob-Zentrale abzuführen.
  • Eine Bescheinigung über den Schülerstatus ist den Entgeltunterlagen beizufügen.
  • Anstatt des regulären Lohnsteuerabzugs unter Abruf der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM), kann die Lohnsteuer mit einem Pauschsteuersatz i. H. v. 2 % des Arbeitsentgelts vom Arbeitgeber erhoben und an das Betriebsstättenfinanzamt abgeführt werden.

Hinweis

Der Schüler kann das Arbeitsverhältnis nur unter Berücksichtigung der Einschränkungen durch das Jugendarbeitsschutzgesetz und mit Zustimmung seiner Erziehungsberechtigten begründen.

Für Beschäftigungen, die von Schülern ausgeübt werden, sind die üblichen Regelungen über die versicherungsrechtliche Beurteilung von Arbeitnehmern anzuwenden. Schüler, die während der Dauer der Ausbildung an einer allgemeinbildenden Schule eine Beschäftigung aufnehmen, sind versicherungsfrei in der Arbeitslosenversicherung.

2 Kurzfristige Beschäftigung

 

Sachverhalt für Beschäftigungen vor dem 1.3.2020 bzw. nach dem 31.10.2020

Ein 18-jähriger Schüler eines Gymnasiums arbeitet samstags 8 Stunden. Die Beschäftigung wird durch eine für ein Jahr befristete Rahmenvereinbarung auf max. 70 Arbeitstage innerhalb des Jahres begrenzt. Das monatliche Entgelt beträgt 250 EUR. Er ist über seinen Vater gesetzlich familienversichert.

Wie ist die Tätigkeit des Schülers sozialversicherungs- und lohnsteuerrechtlich zu behandeln?

Lösung

Der Schüler übt eine kranken-, pflege-, renten- und arbeitslosenversicherungsfreie kurzfristige Beschäftigung aus.

  • Es sind Meldungen für kurzfristig Beschäftigte an die Minijob-Zentrale bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See zu erstatten (Personengruppe 110, Anmeldung mit Grund 10 und Abmeldung mit Grund 30).
  • Die Meldungen sind jeweils innerhalb von 6 Wochen nach dem Ereignis (Beginn oder Ende der Beschäftigung) abzugeben.
  • Die Insolvenzgeldumlage sowie die U1- und U2-Umlagen sind an die Minijob-Zentrale abzuführen.
  • Eine Bescheinigung über den Schülerstatus, ist den Entgeltunterlagen beizufügen.
  • Anstatt des regulären Lohnsteuerabzugs unter Abruf der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM), kann die Lohnsteuer mit einem Pauschsteuersatz i. H. v. 2 % des Arbeitsentgelts vom Arbeitgeber erhoben und an das Betriebsstättenfinanzamt abgeführt werden.

3 Unbefristete Beschäftigung (über 450 EUR monatlich)

 

Sachverhalt

Ein 19-jähriger Schüler eines Gymnasiums arbeitet 22 Stunden in der Woche nachmittags und samstags. Sein monatliches Arbeitsentgelt beträgt 500 EUR. Der Schüler ist bisher über seinen Vater gesetzlich familienversichert.

Wie ist die Tätigkeit des Schülers sozialversicherungs- und lohnsteuerrechtlich zu behandeln?

Lösung

Für Beschäftigungen, die von Schülern ausgeübt werden, sind die Regelungen über die versicherungsrechtliche Beurteilung von Arbeitnehmern anzuwenden.

Der Schüler ist kranken-, pflege- und rentenversicherungspflichtig. In der Arbeitslosenversicherung ist er generell versicherungsfrei, da er die Beschäftigung während der Dauer der Ausbildung an einer allgemeinbildenden Schule ausübt.

  • Die Beitragsberechnung ist nach den Regelungen des Übergangsbereichs vorzunehmen, da das regelmäßige Arbeitsentgelt innerhalb des Übergangsbereichs von 450,01 bis 1.300 EUR liegt.
  • Der Schüler wird aufgrund der vorrangigen Pflichtversicherung Mitglied einer zu wählenden bzw. seiner bisherigen Krankenkasse. Die Familienversicherung endet.
  • Der Arbeitgeber muss den Schüler mit Beitragsgruppe 1101, Personengruppe 101, bei der gewählten oder letzten Krankenkasse anmelden. Die Meldung ist innerhalb von 6 Wochen nach dem Beginn der Beschäftigung abzugeben.
  • Die Insolvenzgeldumlage sowie die U1- und U2-Umlagen sind von dem verringerten Entgelt an die Krankenkasse abzuführen.
  • Eine Bescheinigung über den Schülerstatus, ist den Entgeltunterlagen beizufügen.
  • Für den Arbeitslohn ist die Lohnsteuer unter Abruf der elektronischen L...

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