Zu den geringfügigen Beschäftigungen zählen geringfügig entlohnte und kurzfristige Beschäftigungen.

Eine geringfügige Beschäftigung kann auf zwei Arten gegeben sein: Beträgt das Entgelt nicht mehr als 450 Euro/Monat, gilt eine Beschäftigung als geringfügig entlohnt (sog. Minijob). Ist die Beschäftigung von vornherein vertraglich oder nach ihrer Art und Weise auf nicht mehr als drei Monate oder 70 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahres begrenzt, handelt es sich um eine kurzfristige Beschäftigung.

Geringfügige Beschäftigung und Sozialversicherung

Für beide Formen der geringfügigen Beschäftigung gilt, dass diese in Teilen der Sozialversicherungszweige – oder sogar vollständig – versicherungsfrei sind.

Geringfügige entlohnte Beschäftigungen sind in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung sozialversicherungsfrei. In der Rentenversicherung besteht Versicherungspflicht. Von dieser kann sich der Arbeitnehmer jedoch auf Antrag befreien lassen. Für gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer in einer geringfügig entlohnten Beschäftigung muss der Arbeitgeber Pauschalbeiträge zur Krankenversicherung entrichten. In der Rentenversicherung muss der Arbeitgeber ebenfalls Pauschalbeiträge entrichten. Dies gilt unabhängig davon, ob der Arbeitnehmer rentenversicherungspflichtig oder von der Rentenversicherungspflicht befreit ist.

Kurzfristige Beschäftigungen sind in allen Sozialversicherungszweigen versicherungsfrei. Pauschalbeiträge fallen nicht an.

Abgrenzung geringfügige Beschäftigung – Geringfügigkeitsgrenze

Geringfügige Beschäftigungen – insbesondere die geringfügig entlohnte – sind nicht mit der Geringfügigkeitsgrenze zu verwechseln. Die Geringfügigkeitsgrenze regelt nicht die Versicherungspflicht oder -freiheit. Sie besagt nur, in welchen Fällen Arbeitgeber die Beiträge allein tragen müssen.

Für geringfügige Beschäftigungen muss der Arbeitgeber die Insolvenzgeldumlage zahlen. Bei geringfügig entlohnt Beschäftigten ist sie aus dem rentenversicherungspflichtigen Entgelt zu berechnen. Bei Personen, die von der Rentenversicherungspflicht befreit oder kurzfristig beschäftigt sind, ist sie aus dem Entgelt zu berechnen, das bei Rentenversicherungspflicht berücksichtigt würde.

Für Arbeitnehmer in geringfügigen Beschäftigungen müssen auch Umlagen zur U1 (Erstattungsverfahren bei Arbeitsunfähigkeit) bzw. U2 (Erstattungsverfahren bei Mutterschaft) entrichtet werden, soweit Umlagepflicht besteht.

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