Minijob-Grenze 2019

Wenn der Mindestlohn zum 1. Januar 2019 steigt, kann das bei gleichbleibender Arbeitszeit versicherungs- und beitragsrechtliche Folgen für viele Minijobber haben. Die Arbeitgeber befürworten daher eine Anhebung der Einkommensgrenze für Minijobs. Derzeit beträgt die Minijob-Grenze 450 Euro im Monat.

Statt ihre Arbeitszeit ungewollt zu reduzieren, könnten Minijobber mit einer Erhöhung der Minijob-Grenze an allgemeinen Gehaltssteigerungen durch einen höheren Verdienst teilhaben, heißt es in einer Stellungnahme der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände. Grundlage der aktuellen Diskussion ist ein Gesetzentwurf der FDP. Dieser sieht vor, die Verdienstgrenze zu erhöhen und künftig an die Entwicklung des Mindestlohns zu koppeln.

Minijob-Grenze erhöhen: DGB lehnt Vorschlag ab

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) lehnt das geplante Vorhaben strikt ab. "Der Vorschlag ist ökonomisch falsch, arbeitsmarktpolitisch schädlich und gesellschaftspolitisch rückständig", heißt es in der Stellungnahme für die Anhörung des Arbeitsausschusses (26.11.2018). Eine weitere Ausweitung der Minijob-Grenze würde den Fachkräftemangel am Arbeitsmarkt verschärfen.

Anhebung Minijob-Grenze aufgrund Erhöhung beim Mindestlohn

Der 2015 eingeführte Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro pro Stunde und zum 1. Januar 2020 auf 9,35 Euro. Das führt dazu, dass Minijobber - die versicherungs- und abgabenfrei bleiben wollen - immer kürzer arbeiten können, bis die Verdienstgrenze erreicht ist. Das Bundesarbeitsministerium hatte einer Anhebung der 450-Euro-Grenze eine Absage erteilt. Maßgabe sei immer gewesen, eine Ausweitung der Minijobs zu begrenzen. Ziel sei, möglichst viele Menschen in volle sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu bringen, auch im Hinblick auf die Altersabsicherung.

Minijob-Grenze Erhöhung 2019: "Gebot der Fairness"

Der FDP-Sozialexperte Pascal Kober sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe eine Erhöhung der Verdienstgrenze sei "ein Gebot der Fairness". Der Leiter der Minijob-Zentrale, Erik Thomsen, kritisierte, Minijobber könnten nicht von steigenden Löhnen profitieren.

Wann wird die Minijob-Grenze erhöht?

Zuletzt war die Verdienstgrenze für geringfügig Beschäftigte 2013 von 400 auf 450 Euro erhöht worden. In Deutschland gibt es laut Bundesagentur für Arbeit rund 7,5 Millionen Minijobber. Der Bundesrat hat in seiner Sitzung im November 2018 jedoch beschlossen, den Gesetzentwurf nicht beim Deutschen Bundestag einzubringen.