25.02.2013 | Doppelte Haushaltsführung

Steuerfreier Arbeitgeberersatz für Stellplatz- und Garagenkosten

Notwendige Mehraufwendungen aufgrund "angespannter Parkplatzsituation"
Bild: Haufe Online Redaktion

Nach einem aktuellen Urteil können Aufwendungen für einen separat angemieteten Pkw-Stellplatz im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung als Werbungskosten zu berücksichtigen sein. Damit kommt auch ein steuer- und sozialversicherungsfreier Arbeitgeberersatz dieser Kosten in Betracht.

Eine doppelte Haushaltsführung liegt vor, wenn ein Mitarbeiter aus beruflichen Gründen außerhalb des Ortes, in dem er einen eigenen Hausstand unterhält, beschäftigt ist und auch am Beschäftigungsort wohnt (R 9.11 Abs. 1 LStR). Die notwendigen Mehraufwendungen, die einem Mitarbeiter wegen einer aus beruflichem Anlass begründeten doppelten Haushaltsführung entstehen, können vom Arbeitgeber steuer- und sozialversicherungsfrei erstattet werden oder alternativ vom Arbeitnehmer in seiner Steuererklärung als Werbungskosten geltend gemacht werden. Dazu gehören insbesondere auch die Unterkunftskosten.

Finanzamt lehnte Werbungskostenabzug für Stellplatzkosten ab

Im Streitfall machte der Kläger, ein Arbeitnehmer, vergeblich in seiner Einkommensteuererklärung im Rahmen der doppelten Haushaltsführung neben den Kosten für eine Unterkunft die Kosten für einen gesondert angemieteten Pkw-Stellplatz am Arbeitsort geltend. Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg.

BFH: Stellplatzkosten können notwendige Mehraufwendungen sein

Im Revisionsverfahren hat der Bundesfinanzhof (BFH) nun die Vorentscheidung aufgehoben und die Sache an das Finanzgericht zurückverwiesen: denn im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung seien auch sonstige notwendige Mehraufwendungen zu berücksichtigen.

Arbeitnehmer muss Notwendigkeit der Mehraufwendungen nachweisen

Hierzu könnten auch Kosten für einen Stellplatz oder eine Garage zählen, wenn die Anmietung notwendig sei, beispielsweise zum Schutz des Fahrzeugs oder aufgrund der angespannten Parkplatzsituation am Beschäftigungsort. Das hat das Finanzgericht nun im zweiten Rechtsgang zu prüfen. Für diese Prüfung macht der Bundesfinanzhof die Vorgabe, dass sich die Notwendigkeit von Stellplatzkosten nicht danach bestimmt, ob ein Fahrzeug am Beschäftigungsort beruflich erforderlich ist.

Übrige steuerfrei erstattungsfähige Aufwendungen bei doppelter Haushaltsführung

  • Der Arbeitgeber kann die tatsächlichen Unterkunftskosten für die Zweitwohnung erstatten. Sie werden von der Finanzverwaltung allerdings nur insoweit als notwendig anerkannt, wie sie die durchschnittliche Miete einer 60-m²-Wohnung am Beschäftigungsort nicht überschreiten (BFH, Urteil vom 9.8.2007, VI R 10/06, BStBl 2007 II S. 820).
  • Für die Verpflegung gelten die Pauschbeträge nach dem Einkommensteuergesetz (6 EUR, 12 EUR oder 24 EUR pro Tag je nach Abwesenheitszeit) sowie die sog. Dreimonatsfrist. Nach Ablauf von drei Monaten am gleichen Beschäftigungsort ist eine steuerfreie Erstattung von Verpflegungsmehraufwendungen nicht mehr möglich.
  • Als Fahrtkosten begünstigt sind zudem die Aufwendungen für eine Familienheimfahrt wöchentlich. Hinsichtlich der Höhe der Aufwendungen gilt die Entfernungspauschale von 0,30 EUR je Entfernungskilometer. Die tatsächlichen Kosten können nur für die erste Fahrt zum Beginn bzw. die letzte Fahrt zum Ende der doppelten Haushaltsführung steuerfrei erstattet werden.
  • Daneben können Umzugskosten anlässlich der Begründung, Beendigung oder des Wechsels einer doppelten Haushaltsführung steuerfrei ersetzt werden.

Schlagworte zum Thema:  Unterkunftskosten, Fahrtkosten, Steuerfreibetrag, Verpflegungsmehraufwand, Doppelte Haushaltsführung

Aktuell

Meistgelesen