30.11.2016 | Entgeltfortzahlung

Minijob: Umlage U1 soll günstiger werden

Minijobber haben bei Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Entgeltfortzahlung.
Bild: Michael Bamberger

Minijobber haben bei Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Entgeltfortzahlung für 6 Wochen. Arbeitgeber kleinerer und mittlerer Betriebe werden durch das Umlageverfahren hinsichtlich der Entgeltfortzahlung entlastet. Zum 1.1.2017 soll sich der Umlagesatz U1 ändern.

Die Teilnahme am "Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Arbeitsunfähigkeit (U1)" ist nur für Arbeitgeber bis zu einer bestimmten Betriebsgröße verpflichtend. Arbeitgeber werden durch das Ausgleichsverfahren vor hohen Belastungen aufgrund des krankheitsbedingten Ausfalls von Arbeitnehmern geschützt. Der Umlagesatz zur U1 ermäßigt sich von 1,0% auf 0,9% des Arbeitsentgelts. Das formale Genehmigungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen, eine Umsetzung aber zu erwarten.

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Arbeitgeber müssen Entgelt bei Arbeitsunfähigkeit weiterzahlen

Auch Minijob-Arbeitgeber sind nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) verpflichtet, ihren Minijobbern bei Arbeitsunfähigkeit infolge

• unverschuldeter Krankheit oder
• einer medizinischen Vorsorge- bzw. Rehabilitationsmaßnahme

das Arbeitsentgelt für mindestens 6 Wochen in ungeminderter Höhe fortzuzahlen.

Wichtig: Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung besteht nicht für die ersten 4 Wochen der Beschäftigung. In dieser Zeit erhalten krankenversicherungsfreie Minijobber im Gegensatz zu mehr als geringfügig beschäftigten krankenversicherungspflichtigen Arbeitnehmern auch kein Krankengeld von der Krankenkasse.

Umlageverfahren: Teilnehmende Betriebe

Die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft- Bahn-See führt das Ausgleichsverfahren für Minijobs als Träger der knappschaftlichen Krankenversicherung durch. Sie muss die Teilnahme am U1-Verfahren nicht förmlich feststellen. Grundsätzlich gilt, dass ein Arbeitgeber dann am U1-Verfahren teilnimmt, wenn er im Vorjahr für mindestens acht Kalendermonate nicht mehr als 30 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt hat. Es ist nicht erforderlich, dass die acht Kalendermonate zusammenhängend verlaufen. Für diese Berechnung sind Voll- und Teilzeitbeschäftigte unterschiedlich zu berücksichtigen. Auszubildende sowie schwerbehinderte Menschen sind beispielsweise nicht mit einzubeziehen.

Arbeitgeber profitieren von Erstattungen ihrer Aufwendungen

Die Erstattung der Entgeltfortzahlung beträgt 80 Prozent des im Krankheitsfall an den Arbeitnehmer nach den Bestimmungen des EFZG fortgezahlten Bruttoarbeitsentgelts. Die auf das Arbeitsentgelt entfallenden Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung sind hiermit
pauschal abgegolten. Eine Erstattung erfolgt insbesondere nicht

• für die ersten 28 Tage einer Beschäftigung,
• für die Zeit ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit,
• für Entgelt bei krankheitsbedingter Einstellung der Arbeit während eines Arbeitstages oder einer Arbeitsschicht oder
• für einmalig gezahltes Arbeitsentgelt (z. B. Weihnachtsgeld).

Berechnung der Umlage U1

Die Umlage U1 orientiert sich an dem Arbeitsentgelt in der Rentenversicherung. Maßgebend ist also das Arbeitsentgelt, von dem Rentenversicherungsbeiträge zu berechnen sind bzw. zu berechnen wären. Dies gilt unabhängig davon, ob Pflicht- oder Pauschalbeiträge zur Rentenversicherung für den 450-Euro-Minijob gezahlt werden. Auch für das Arbeitsentgelt aus einem rentenversicherungsfreien kurzfristigen Minijob, für das letztendlich keine Rentenversicherungsbeiträge zu zahlen sind, sind Umlagebeiträge zu berechnen.

Beitragsberechnung ab Januar 2017 anpassen

Neben der geringeren Umlage U1 in Höhe von 0,9 % profitieren Arbeitgeber ab 1.1.2017 auch von der günstigeren Insolvenzgeldumlage in Höhe von 0,09 %. Die neuen Umlagesätze sind bereits bei der Zahlung und im Beitragsnachweis-Datensatz an die Minijob-Zentrale für den Abrechnungsmonat Januar 2017 zu berücksichtigen.

Schlagworte zum Thema:  Minijob, Entgeltfortzahlung, Umlage

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