Elektrofahrzeuge als Dienstwagen: Steuervorteile sollen Attraktivität fördern Bild: Corbis

Erstattet der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer privat getragene Stromkosten für einen Elektro-Dienstwagen, handelt es sich um steuerfreien Auslagenersatz. Aus Vereinfachungsgründen können die Stromkosten für das private Aufladen des Dienstwagens jetzt auch pauschal erstattet werden - ohne Einzelnachweis.

Entstehen einem Arbeitnehmer im Zusammenhang mit der Nutzung eines Firmenwagens Kosten (zum Beispiel Benzinkosten), die ihm vom Arbeitgeber ersetzt werden, liegt steuer- und beitragsfreier Auslagenersatz vor. Pauschaler Auslagenersatz führt regelmäßig zu steuerpflichtigem Arbeitslohn. Ausnahmsweise kann pauschaler Auslagenersatz steuerfrei bleiben, wenn er regelmäßig wiederkehrt und der Mitarbeiter die entstandenen Aufwendungen für einen repräsentativen Zeitraum von drei Monaten im Einzelnen nachweist.

Privates Aufladen des Elektro-Dienstwagens: Finanzamt erlaubt pauschalen Auslagenersatz

Lädt der Arbeitnehmer ein ihm auch zur privaten Nutzung überlassenes (Elektro-)Firmenfahrzeug zuhause zu seinen Lasten auf, müssten deshalb eigentlich Aufzeichnungen geführt werden. Dies verursacht jedoch Kosten - zum Beispiel für einen gesonderten geeichten Zähler - und administrativen Aufwand. Zur Vereinfachung des steuer- und beitragsfreien Auslagenersatzes für das elektrische Aufladen eines Firmenwagens (ausschließlich Pkw!) beim Mitarbeiter lässt die Finanz­verwaltung deshalb neuerdings monatliche Pauschalen zu. (Die Pauschalen gelten von 2017 bis 2020.)

  • Monatliche Pauschale bei zusätzlicher Lademöglichkeit beim Arbeitgeber:
    - 20 Euro monatlich für Elektrofahrzeuge;
    - 10 Euro monatlich für Hybridelektrofahrzeuge. 
     
  • Monatliche Pauschale ohne zusätzliche Lademöglichkeit beim Arbeitgeber:
    - 50 Euro monatlich für Elektrofahrzeuge;
    - 25 Euro monatlich für Hybridelektrofahrzeuge.

Vom Arbeitnehmer getragene Kosten mindern geldwerten Vorteil

Werden die Kosten für den Ladestrom nicht vom Arbeitgeber erstattet, sondern vom betroffenen Arbeitnehmer selbst getragen, mindern die vorstehenden Beträge den geldwerten Vorteil aus der Firmenwagengestellung beim Arbeitnehmer.

Weiterlesen unter Privatnutzung des Firmenwagens: Benzinkosten steuerlich abzugsfähig

Elektroauto: Auftanken beim Chef ist steuerfrei

Das kostenlose oder verbilligte Aufladen Elektro- bzw. Hybridelektrofahrzeugen im Betrieb des Arbeitgebers ist seit 2017 steuerfrei.


Begünstigt ist sowohl das Aufladen privater als auch betrieblicher Elektrofahrzeuge, die dem Mitarbeiter zur privaten Nutzung überlassen werden (Elektro-Dienstwagen).

Weiterlesen: Lohnsteuerliche Förderung der Elektromobilität ab 2017

Quelle: BDA-Rundschreiben vom 8. September 2017 - die Finanzverwaltung will zu dieser Regelung noch ein steuerliches Anwendungsschreiben herausgeben.

Schlagworte zum Thema:  Elektromobilität, Geldwerter Vorteil

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