Sachbezugswerte für Mahlzeiten

Mahlzeiten, die arbeitstäglich unentgeltlich oder verbilligt an Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen abgegeben werden, sind mit dem anteiligen amtlichen Sachbezugswert zu bewerten. Die Werte für Frühstück, Mittag- und Abendessen steigen zum Jahr 2020 leicht an. 

Die Sachbezugswerte ab dem Kalenderjahr 2020 sind neu festgesetzt worden. Demzufolge beträgt der Sachbezugswert für Mahlzeiten/Verpflegungen, die ab 2020 gewährt werden:

  • für ein Mittag- oder Abendessen 3,40 Euro (statt bisher 3,30 Euro) und 
  • für ein Frühstück 1,80 Euro (statt bisher 1,77 Euro).

Arbeitstägliche Mahlzeiten: unentgeltliche oder verbilligte Mahlzeiten

Die Sachbezugswerte gelten für arbeitstägliche Mahlzeiten, 

  • die durch eine vom Arbeitgeber selbst betriebene Kantine, Gaststätte oder vergleichbare Einrichtung abgegeben werden. 
  • die die Mitarbeiter in einer nicht selbst betriebenen Einrichtung erhalten, wenn der Arbeitgeber aufgrund vertraglicher Vereinbarung durch Barzuschüsse oder andere Leistungen zur Verbilligung der Mahlzeiten beiträgt.

Ein geldwerter Vorteil ist als Arbeitslohn zu erfassen, wenn und soweit der vom Mitarbeiter gezahlte Preis (einschließlich Umsatzsteuer) den maßgebenden amtlichen Sachbezugswert unterschreitet. 

Weitere Informationen zum Sachbezugswertansatz bei Arbeitgeberzuschüssen und den in diesen Fällen zu beachtenden Voraussetzungen enthalten das BMF-Schreiben v. 17.1.2019 - IV C 5 - S 2334/08/10006-01 und unsere News Sachbezugswert für arbeitstägliche Zuschüsse zu Mahlzeiten dazu. Siehe auch das BMF-Schreiben v. 17.12.2019 - IV C 5 - S 2334/19/10010 :001.

Mahlzeiten auf Auswärtstätigkeiten

Die Sachbezugswerte gelten grundsätzlich auch für Mahlzeiten, die dem Mitarbeiter während einer beruflichen Auswärtstätigkeit zur Verfügung gestellt werden, sofern der Preis der Mahlzeit 60 Euro nicht übersteigt. Die Besteuerung entfällt jedoch, wenn der Mitarbeiter für die betreffende Auswärtstätigkeit dem Grunde nach eine Verpflegungspauschale geltend machen könnte. Das ist der Fall bei einer mehr als achtstündigen Abwesenheit sowie bei mehrtägigen Reisen.

Die für den Tag der Auswärtstätigkeit in Betracht kommende Verpflegungspauschale ist wegen der Mahlzeitengestellung des Arbeitgebers in diesen Fällen zwingend zu kürzen: 

  • um 20 Prozent für ein Frühstück und 
  • um jeweils 40 Prozent für ein Mittag- und Abendessen 

der für die 24-stündige Abwesenheit geltenden höchsten Tagespauschale. In Deutschland sind das im Jahr 2020 5,60 Euro (= 20 Prozent von 28 Euro) für ein Frühstück und 11,20 Euro für ein Mittag-/Abendessen (= 40 Prozent von 28 Euro). 

Ein Sachbezugswertansatz kommt demnach nur für Mahlzeiten bei eintägigen Auswärtstätigkeiten unter acht Stunden in Betracht

Achtung: Großbuchstabe M in Lohnsteuerbescheinigung

Hat der Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung ein Dritter einem Mitarbeiter während einer beruflichen Tätigkeit außerhalb der Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte oder im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung eine solche Mahlzeit zur Verfügung gestellt, muss im Lohnkonto zwingend der Großbuchstabe "M" aufgezeichnet und in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung bescheinigt werden. Dabei kommt es nicht darauf an, ob aufgrund der Mahlzeit die Spesen gekürzt oder der Sachbezugswert versteuert wird. 

Kürzung des Verpflegungsmehraufwands auch bei Selbstversorgung

Für die Spesenkürzung bei Mahlzeitengestellung ist es grundsätzlich unerheblich, ob der betroffene Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin die Mahlzeiten, die unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden, annimmt. 

Wird ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin außerhalb der Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte beruflich tätig, ist eine Verpflegungspauschale anzusetzen, deren Höhe von der Dauer der berufsbedingten Auswärtstätigkeit abhängt. Die Verpflegungspauschale ist in voller Höhe zu kürzen, wenn vom Arbeitgeber Frühstück, Mittag- bzw. Abendessen unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. 

Die Kürzung ist laut Finanzgericht Niedersachsen (FG Niedersachsen, Urteil v. 2.7.2019, 15 K 266/16, Revisionsverfahren beim BFH unter VI R 27/19) auch dann vorzunehmen, wenn Arbeitnehmer Mahlzeiten, die unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden, an einzelnen Tagen nicht annehmen, sondern sich selbst versorgen. Die Kürzung knüpfe schon nach ihrem Wortlaut allein an die Tatsache an, dass der Arbeitgeber die in dieser Vorschrift genannten Mahlzeiten unentgeltlich zur Verfügung stellt. Ob der Betroffene dieses Angebot stets annimmt, sei dagegen für die Kürzung grundsätzlich unerheblich

Im Übrigen hat das Gericht klar gestellt: Arbeitnehmer, die ihre Tätigkeit auf einem Schiff ausüben, verfügen nicht über eine erste Tätigkeitsstätte. Denn sie üben ihre Arbeit nicht in einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung aus. 

Hinweis: Die Sachbezugswerte für Mahlzeiten/Verpflegung wurden mit der elften Verordnung zur Änderung der Sozialversicherungsentgeltverordnung v. 29.11.2019, BGBI. Seite 1997 geändert. 

Schlagworte zum Thema:  Sachbezug, Verpflegung, Lohnsteuer