27.07.2012 | Arbeitgeberleistungen

Steuerfreie Kinderbetreuungskostenübernahme durch den Arbeitgeber

Arbeitgeberzuschüsse zur Kinderbetreuung
Bild: Stadt und Land Wohnbauten-Gesellschaft mbH

Zum Jahresanfang sind die Regeln zur Berücksichtigung von Kinderbetreuungskosten in der Steuererklärung deutlich geändert worden. Nach wie vor gelten jedoch beim Arbeitgeberersatz abweichende Regelungen. Hierzu äußert sich das Finanzgericht Baden-Württemberg.

Steuer- und sozialversicherungsfrei sind Arbeitgeberleistungen zur Unterbringung (einschließlich Unterkunft und Verpflegung) und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern des Mitarbeiters in Kindergärten oder vergleichbaren Einrichtungen, die der Arbeitgeber zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbringt (§ 3 Nr. 33 EStG).

Im Gegensatz zum Abzug der Kinderbetreuungskosten (2/3 der Kosten, max. 4.000 EUR) in der Steuererklärung (§10 Abs. 1 Nr. 5 EStG) ist die Steuerfreiheit der Arbeitgeberzuschüsse der Höhe nach grundsätzlich nicht begrenzt. Damit können z.B. auch hohe Kosten für Kinderbetreuung in exklusiven privat organisierten Einrichtungen in voller Höhe steuerfrei erstattet werden.

Begünstigte Leistungen

Begünstigt sind sowohl Sachleistungen (z. B. betriebseigene Kindergärten) als auch Geldleistungen (z. B. Zuschüsse zu Kita-Gebühren). Vergleichbare Einrichtungen sind Schulkindergärten, Kindertagesstätten, Kinderkrippen, Tagesmütter, Wochenmütter und Ganztagespflegestellen.

Aufwendungen für die Betreuung des Kindes im eigenen Haushalt, z. B. durch Kinderpflegerinnen, Hausgehilfinnen oder Familienangehörige, können nicht steuerfrei vom Arbeitgeber ersetzt werden. Damit scheidet auch eine steuerfreie Arbeitgebererstattung von Fahrtkosten für die Großmutter, die auf die Kinder aufpasst, aus. Ein aktuelles Urteil hatte hier die Berücksichtigung in der Steuererklärung zugelassen (FG Baden-Württemberg, Urteil v. 9.5.2012, 4 K 3278/11).

Barzuschüsse

Bei Barzuschüssen des Arbeitgebers ist die Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit zudem nur dann gegeben, wenn der Mitarbeiter dem Arbeitgeber die zweckentsprechende Verwendung nachgewiesen hat. Der Arbeitgeber hat die Nachweise im Original als Belege zum Lohnkonto aufzubewahren (R 3.33 Abs. 4 Sätze 2 und 3 LStR).

Weitere Voraussetzung für die Steuer- und Beitragsfreiheit ist, dass die Zuschüsse zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden. Die Umwandlung von arbeitsrechtlich geschuldetem Arbeitslohn in einen Kindergartenzuschuss führt nicht zur Steuer- und Beitragsfreiheit.

Achtung: Nach dem Vorschlag einiger Bundesländer soll die Steuerbefreiung zukünftig analog zum Abzug der Kinderbetreuungskosten in der Steuererklärung auf 2/3 der Aufwendungen, max. 4.000 EUR begrenzt werden. Im Gegenzug soll das Zusätzlichkeitskriterium entfallen. Die gesetzgeberische Umsetzung dieser Vorschläge steht aber noch aus.

Schlagworte zum Thema:  Kinderbetreuungskosten

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