Zum Jahreswechsel 2017-2018 gibt es einige Änderungen im Entgeltbereich zu beachten. Bild: Haufe Online Redaktion

Die neuen Programmablaufpläne für die maschinelle Berechnung und für die Erstellung von Lohnsteuertabellen für den Lohnsteuerabzug 2018 sind nun veröffentlicht. Sie berücksichtigen die Anpassungen des Einkommensteuertarifs und der Freibeträge für Kinder sowie den gesenkten Beitragssatz in der Rentenversicherung.

Ab Januar 2018 gibt es eine kleine Steuerentlastung für alle Arbeitnehmer. Diese und weitere Neuerungen sind in den ab Januar 2018 gültigen Lohnsteuertabellen und Lohnsteuerprogrammen enthalten.

Lohnsteuerabzug 2018

Die neuen Tabellen und-programme gelten für

  • die Berechnung der vom laufenden Arbeitslohn einzubehaltenden Lohnsteuer für Lohnzahlungszeiträume, die nach dem 31. Dezember 2017, aber vor dem 1. Januar 2019 enden,
  • die Berechnung der von sonstigen Bezügen einzubehaltenden Lohnsteuer für sonstige Bezüge, die nach dem 31. Dezember 2017, aber vor dem 1. Januar 2019 zufließen,
  • die Berechnung des Solidaritätszuschlags auf laufenden Arbeitslohn, der für einen nach dem 31. Dezember 2017, aber vor dem 1. Januar 2019 endenden Lohnzahlungszeitraum gezahlt wird, und auf sonstige Bezüge, die nach dem 31. Dezember 2017, aber vor dem 1. Januar 2019 zufließen,
  • die Ermittlung der Bemessungsgrundlage für die einzubehaltende Kirchenlohnsteuer (Minderung der ermittelten Lohnsteuer nach § 51a EStG).

Erhöhung Grundfreibetrag ab 2018

Hintergrund der Änderungen ist das „Gesetz zur Umsetzung der Änderungen der EU-Amtshilferichtlinie und von weiteren Maßnahmen gegen Gewinnkürzungen und –verlagerungen“ vom 20. Dezember 2016 (BGBl 2016 I S. 3000). Entsprechend den Ergebnissen des 11. Existenzminimumberichts wurden bereits Ende 2016 Erhöhungen des Grundfreibetrags und des Kinderfreibetrags ab 2018 beschlossen.

Die daraus resultierenden Änderungen im Lohnsteuertarif sind in den neuen Tabellen umgesetzt:

  • Anhebung des Grundfreibetrags ab 2018 auf 9.000 Euro.
  • Rechtsverschiebung der übrigen Tarifeckwerte zum Abbau der sogenannten kalten Progression (Ausgleich der Inflationsrate) um 1,65 Prozent.

Von den Änderungen profitieren alle Steuerzahler. Mit steigenden Einkommen ergeben sich höhere Entlastungen.

Erhöhung Kinderfreibetrag ab 2018

Auch hier resultieren die Änderungen aus den bereits Ende 2016 beschlossenen Gesetzesänderungen:

  • Anhebung des Kinderfreibetrags auf 2.394 Euro (ein Elternteil) beziehungsweise 4.788 Euro (Elternpaar) zuzüglich des unveränderten Freibetrags für Betreuung, Ausbildung und Erziehung in Höhe von 1.320 bzw. 2.640 Euro. Das ergibt insgesamt die in den neuen Tabellen enthaltenen Freibeträge von 3.714 bzw. 7.428 Euro.
  • Anhebung des Kindergeldes um jeweils zwei Euro auf 194 Euro für erste und zweite Kinder bzw. 200 Euro und 225 Euro für dritte und vierte Kinder.

Im Rahmen des Lohnsteuerabzugsverfahrens wirken sich in den ELStAM eingetragene Kinder nicht auf die Höhe der Lohnsteuer aus. Die steuerliche Berücksichtigung der Kinder erfolgt zunächst durch die Auszahlung des Kindergeldes. Lediglich bei der Ermittlung der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlags werden die eingetragenen Kinder(freibeträge) bereits im Lohnsteuer­abzugsverfahren berücksichtigt.

Vorsorgepauschale beim Lohnsteuerabzug 2018

Mit der Vorsorgepauschale werden beim Lohnsteuerabzug die Beiträge für die Rentenversicherung, für die Krankenversicherung und für die Pflegeversicherung beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt. In den neuen Ablaufplänen ist deshalb auch enthalten, dass:

  • in der gesetzlichen Krankenversicherung und sozialen Pflegeversicherung die Beitragsbemessungsgrenze 53.100 Euro (2017: 52.200 Euro) beträgt,
  • in der gesetzlichen Krankenversicherung der ermäßigte Beitragssatz weiterhin 14,0 Prozent beträgt,
  • in der sozialen Pflegeversicherung der bundeseinheitliche Beitragssatz 2,55 Prozent beträgt,
  • in der allgemeinen Rentenversicherung die allgemeine Beitragsbemessungsgrenze (BBG West) 78.000 Euro (2017: 76.200 Euro) und die Beitragsbemessungsgrenze Ost (BBG Ost) 69.600 Euro (2017: 68.400 Euro) beträgt,
  • in der allgemeinen Rentenversicherung der Beitragssatz 18,6 Prozent (2017: 18,7 Prozent) beträgt und
  • der Teilbetrag der Vorsorgepauschale für die Rentenversicherung 72 Prozent (2017: 68 Prozent) beträgt.

 

Achtung: Die geänderten Programmablaufpläne ersetzten die ursprüngliche Version. Die Bekanntmachung vom 10. November 2017 (BStBl 2017, Seite 1.466) wird gleichzeitig aufgehoben.

 

Download:

Hier können Sie den Programmablaufplan für die maschinelle Berechnung der vom Arbeitslohn einzubehaltenden Lohnsteuer, des Solidaritätszuschlags und der Maßstabsteuer für die Kirchenlohnsteuer für 2018 im PDF-Format herunterladen (BMF-Webseite).


Hier können Sie den Programmablaufplan für die Erstellung von Lohnsteuertabellen für 2018 zur manuellen Berechnung der Lohnsteuer (einschließlich der Berechnung des Solidaritätszuschlags und der Bemessungsgrundlage für die Kirchenlohnsteuer) im PDF-Format herunterladen (BMF-Webseite).


Quelle: Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 23. November 2017, IV C 5 - S IV C 5 - S 2361/08/10001-16

Schlagworte zum Thema:  Lohnsteuerabzug, Lohnsteuertabelle

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