Lohnsteuerabzug: Lohnsteuertabellen & Programmablaufpläne

Die Programmablaufpläne für die maschinelle Berechnung und für die Erstellung von Lohnsteuertabellen für den Lohnsteuerabzug 2022 sind Ende 2021 veröffentlicht worden und in den ersten Monaten anzuwenden. Voraussichtlich ab Juni 2022 gibt es jedoch neue Lohnsteuerprogramme.

Bereits per Januar 2022 gab es eine kleine Steuerentlastung für alle Arbeitnehmenden. Diese und weitere Neuerungen sind in den ab Januar 2022 gültigen Lohnsteuertabellen und Lohnsteuerprogrammen enthalten. Sie enthalten Anpassungen insbesondere des Einkommensteuertarifs und der Beitragsbemessungsgrenzen.

Geänderte Tabellen voraussichtlich ab Juni 2022

Im Entwurf eines Steuerentlastungsgesetzes 2022 sind Steuerentlastungen enthalten, die sich auf den Lohnsteuerabzug auswirken (Bundesrats-Drucksache 127/22). Vorgesehen sind eine nochmalige Anhebung des Grundfreibetrags für 2022 auf 10.347 Euro (bisher: 9.984 Euro) und eine Anhebung des Arbeitnehmer-Pauschbetrags auf 1.200 Euro (bisher: 1.000 Euro). Beide Maßnahmen sollen bereits für 2022 gelten.

Das Bundesfinanzministerium ( BMF, Schreiben v. 30. März 2022, IV C 5 - S 2361/19/10008 :005) hat nun bereits die Entwürfe der geänderten Programmablaufpläne veröffentlicht. Die Verwaltung weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass diese rechtlich nicht verbindlich sind und noch Änderungen unterliegen können. Die verbindlichen Regelungen für den Lohnsteuerabzug 2022 werden erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gemacht. Die geänderten Programmablaufpläne sind voraussichtlich ab dem 1. Juni 2022 anzuwenden. Bis dahin gelten weiterhin die bisherigen Ablaufpläne und Lohnprogramme. Nähere Einzelheiten dazu s. unten.

Korrektur des Lohnsteuerabzugs erforderlich

Nach Inkrafttreten der neuen Programmablaufpläne (also voraussichtlich frühestens im Juni 2022) ist der zuvor vorgenommene Lohnsteuerabzug vom Arbeitgeber zu korrigieren, wenn ihm dies wirtschaftlich zumutbar ist (§ 41c Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 und Satz 2 EStG). Das ist der Regelfall. Die Art und Weise der Neuberechnung ist jedoch nicht zwingend festgelegt. Sie kann

  • durch eine Neuberechnung zurückliegender Lohnzahlungszeiträume,
  • durch eine Differenzberechnung für diese Lohnzahlungszeiträume oder
  • durch eine Erstattung im Rahmen der Berechnung der Lohnsteuer für einen demnächst fälligen sonstigen Bezug erfolgen.

Eine Verpflichtung zur Neuberechnung scheidet aus, wenn der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin keinen Arbeitslohn mehr bezieht oder wenn die Lohnsteuerbescheinigung bereits übermittelt oder ausgeschrieben worden ist (§ 41c Absatz 3 EStG).

Ändert der Arbeitgeber den Lohnsteuerabzug nicht, können die höheren Freibeträge bei der Veranlagung zur Einkommensteuer geltend gemacht werden.

Lohnsteuerabzug ab Januar 2022

Die aktuellen Tabellen und -programme galten ursprünglich bzw. aktuell noch für

  • die Berechnung der vom laufenden Arbeitslohn einzubehaltenden Lohnsteuer für Lohnzahlungszeiträume, die nach dem 31. Dezember 2021, aber vor dem 1. Januar 2023 enden,
  • die Berechnung der von sonstigen Bezügen einzubehaltenden Lohnsteuer für sonstige Bezüge, die nach dem 31. Dezember 2021, aber vor dem 1. Januar 2023 zufließen,
  • die Berechnung des Solidaritätszuschlags auf laufenden Arbeitslohn, der für einen nach dem 31. Dezember 2021, aber vor dem 1. Januar 2023 endenden Lohnzahlungszeitraum gezahlt wird, und auf sonstige Bezüge, die nach dem 31. Dezember 2021, aber vor dem 1. Januar 2023 zufließen,
  • die Ermittlung der Bemessungsgrundlage für die einzubehaltende Kirchenlohnsteuer (Minderung der ermittelten Lohnsteuer nach § 51a EStG).

Besonderheiten bei manueller Berechnung

Der "Programmablaufplan für die Erstellung von Lohnsteuertabellen für 2022 zur manuellen Berechnung der Lohnsteuer" ist an den Programmablaufplan für die maschinelle Berechnung angelehnt. So sind Felder und Unterprogramme häufig identisch. Aus Vereinfachungsgründen wird bei der Erstellung der Lohnsteuertabellen – bezogen auf den Teilbetrag der Vorsorgepauschale für die soziale Pflegeversicherung – der Beitragszuschlag für Kinderlose (§ 55 Abs. 3 SGB XI) in keinem Fall berücksichtigt. Beim Teilbetrag der Vorsorgepauschale für die gesetzliche Krankenversicherung ist immer auf den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz der Krankenkassen (§ 242a SGB V) abzustellen.

Download:
Auf der Homepage des BMF können Sie den Programmablaufplan 2022 für die maschinelle Berechnung der vom Arbeitslohn einzubehaltenden Lohnsteuer, des Solidaritätszuschlags und der Maßstabsteuer für die Kirchenlohnsteuer herunterladen.

Ebenfalls herunterzuladen ist der Programmablaufplan für die Erstellung von Lohnsteuertabellen für 2022 zur manuellen Berechnung der Lohnsteuer (einschließlich der Berechnung des Solidaritätszuschlags und der Bemessungsgrundlage für die Kirchenlohnsteuer).

Quelle: Das BMF hat dazu das Schreiben vom 5. November 2021 - IV C 5 - S 2361/19/10008 :004 veröffentlicht.


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Schlagworte zum Thema:  Lohnsteuerabzug, Lohnsteuertabelle, Jahreswechsel