Lohnsteuerabzug: Lohnsteuertabellen und Programmablaufpläne

Die neuen Programmablaufpläne für die maschinelle Berechnung und für die Erstellung von Lohnsteuertabellen für den Lohnsteuerabzug 2020 sind nun veröffentlicht. Sie berücksichtigen unter anderem die Anpassungen des Einkommensteuertarifs und der Freibeträge für Kinder.

Ab Januar 2020 gibt es eine kleine Steuerentlastung für alle Arbeitnehmer. Diese und weitere Neuerungen sind in den ab Januar 2020 gültigen Lohnsteuertabellen und Lohnsteuerprogrammen enthalten.

Lohnsteuerabzug 2020

Die neuen Tabellen und -programme gelten für

  • die Berechnung der vom laufenden Arbeitslohn einzubehaltenden Lohnsteuer für Lohnzahlungszeiträume, die nach dem 31. Dezember 2019, aber vor dem 1. Januar 2021 enden,
  • die Berechnung der von sonstigen Bezügen einzubehaltenden Lohnsteuer für sonstige Bezüge, die nach dem 31. Dezember 2019, aber vor dem 1. Januar 2021 zufließen,
  • die Berechnung des Solidaritätszuschlags auf laufenden Arbeitslohn, der für einen nach dem 31. Dezember 2019, aber vor dem 1. Januar 2021 endenden Lohnzahlungszeitraum gezahlt wird, und auf sonstige Bezüge, die nach dem 31. Dezember 2019, aber vor dem 1. Januar 2021 zufließen,
  • die Ermittlung der Bemessungsgrundlage für die einzubehaltende Kirchenlohnsteuer (Minderung der ermittelten Lohnsteuer nach § 51a EStG).

Hinweis: Der Solidaritätszuschlag soll zwar nach dem Willen des Gesetzgebers für die meisten Arbeitnehmer wegfallen, allerdings erst ab 2021.

Enthaltene Änderungen zum Jahreswechsel 2019/2020

Die Programmablaufpläne berücksichtigen die für 2020 beschlossenen Anpassungen

  • des Einkommensteuertarifs (u.a. Anhebung des Grundfreibetrags auf 9.408 EUR),
  • der Freibeträge für Kinder (Anhebung auf 3.906 EUR bzw. 7.812 EUR),
  • der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung und sozialen Pflegeversicherung (Anhebung auf 56.250 EUR),
  • beim Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung (Anhebung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes auf 1,1 %),
  • der allgemeinen Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung BBG/West (Anhebung auf 82.800 EUR) und der Beitragsbemessungsgrenze Ost BBG/Ost (Anhebung auf 77.400 EUR).

Besonderheiten bei manueller Berechnung

Der "Programmablaufplan für die Erstellung von Lohnsteuertabellen für 2020 zur manuellen Berechnung der Lohnsteuer" ist an den Programmablaufplan für die maschinelle Berechnung angelehnt. So sind Felder und Unterprogramme häufig identisch. Aus Vereinfachungsgründen wird bei der Erstellung der Lohnsteuertabellen - bezogen auf den Teilbetrag der Vorsorgepauschale für die soziale Pflegeversicherung - der Beitragszuschlag für Kinderlose (§ 55 Abs. 3 SGB XI) in keinem Fall berücksichtigt. Beim Teilbetrag der Vorsorgepauschale für die gesetzliche Krankenversicherung ist immer auf den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz der Krankenkassen (§ 242a SGB V) abzustellen.


Download:

Auf der Homepage des BMF können Sie den Programmablaufplan 2020 für die maschinelle Berechnung der vom Arbeitslohn einzubehaltenden Lohnsteuer, des Solidaritätszuschlags und der Maßstabsteuer für die Kirchenlohnsteuer im PDF-Format herunterladen.

Ebenfalls herunterzuladen ist der Programmablaufplan für die Erstellung von Lohnsteuertabellen für 2020 zur manuellen Berechnung der Lohnsteuer (einschließlich der Berechnung des Solidaritätszuschlags und der Bemessungsgrundlage für die Kirchenlohnsteuer) im PDF-Format.


Quelle: Das BMF hat dazu das Schreiben vom 11.11.2019, IV C 5 - S 2361/19/10008 :001 veröffentlicht.

Hier finden Sie eine Übersicht aller HR-relevanten Änderungen und Themen zum Jahreswechsel 2019/2020.

Schlagworte zum Thema:  Lohnsteuerabzug, Lohnsteuertabelle