Weihnachtsgeld richtig versteuern

Das Weihnachtsgeld als Sonderzahlung am Jahresende ist voll steuerpflichtig. Für Einmalzahlungen wie das Weihnachtsgeld wird die Lohnsteuer nach der Jahreslohnsteuertabelle ermittelt. Durch diese besondere Art der Steuerberechnung bleibt oft weniger vom Weihnachtsgeld übrig, als erwartet.

Das Weihnachtsgeld gehört steuerlich zu den sonstigen Bezügen. Sonstige Bezüge sind alle Lohnzahlungen, die keinen laufenden Arbeitslohn darstellen. Neben Einmalzahlungen fallen unter diesen weiter gefassten Begriff sämtliche Arbeitslohnzahlungen, die nicht regelmäßig anfallen. Sonstige Bezüge sind solche, die nicht für einen bestimmten Lohnzahlungszeitraum gezahlt werden, sondern für längere Zeitabschnitte. Zu den sonstigen Bezügen gehören zum Beispiel auch Urlaubsgeld, Abfindungen, Tantiemen oder Jubiläumszuwendungen.

Weihnachtsgeld: Zuflusszeitpunkt einmaliger Bezüge

Das Weihnachtsgeld wird oft auch als 13. oder 14. Monatsgehalt bezeichnet. Dies ändert jedoch nichts an der steuerlichen Behandlung. Der Arbeitgeber muss die Lohnsteuer für das Weihnachtsgeld im Zeitpunkt des Zuflusses beim Mitarbeiter einbehalten, also dann, wann das Weihnachtsgeld ausgezahlt wird. Dies gilt auch, wenn das Weihnachtsgeld zwar für das Jahr 2019 gewährt, aber (versehentlich oder bewusst) erst im Januar 2020 ausgezahlt wird.

Beispiel: Weihnachtsgeld wird erst im Januar ausgezahlt

Der Monatslohn für Dezember 2019 wird zusammen mit dem Weihnachtsgeld am 2. Januar 2020 überwiesen.

Ergebnis: Das Weihnachtsgeld ist in 2020 zugeflossen und muss in die Lohnabrechnung für Januar 2020 einbezogen werden. Der laufende Arbeitslohn gilt 2019 als zugeflossen und ist in der Lohnabrechnung für Dezember 2019 abzurechnen.

Weihnachtsgeld: Berechnung der Lohnsteuer

Das Weihnachtsgeld wird bei der Lohnsteuerberechnung anders behandelt als laufender Arbeitslohn. Um die Lohnsteuer richtig zu berechnen, muss der Arbeitgeber zunächst den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn und die darauf entfallende Jahreslohnsteuer ermitteln. Dann wird die Jahreslohnsteuer nochmals für den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn – unter Einbeziehung des Weihnachtsgelds – ermittelt. Die Differenz zwischen beiden Steuerbeträgen ist die Lohnsteuer, die vom Weihnachtsgeld einzubehalten ist.

Lohnsteuer auf Weihnachtsgeld berechnen – ein Beispiel


Beispiel: Lohnsteuer aufs Weihnachtsgeld berechnen

Ein Arbeitnehmer, Steuerklasse III, erhält im Kalenderjahr 2019 ein monatliches Gehalt von 4.000 Euro brutto. Als Weihnachtszuwendung bekommt er im Dezember 2019 zusätzlich ein volles Monatsgehalt gezahlt.

A) Besteuerung des Monatslohns

Lohnsteuer für den laufenden Arbeitslohn nach Monatstabelle      



    388 Euro

B) Differenzrechnung für die Jahreslohnsteuer

Voraussichtlicher laufender Jahresarbeitslohn (12 x 4.000 Euro)

Lohnsteuer nach der Jahrestabelle     



48.000 Euro

  4.658 Euro

Voraussichtlicher Jahresarbeitslohn inklusive Weihnachtsgeld (48.000 Euro plus 4.000 Euro)  

Lohnsteuer nach der Jahrestabelle


52.000 Euro
 

  5.556 Euro

Differenzrechnung (5.556 Euro ./. 4.658 Euro)

 = Lohnsteuer für das Weihnachtsgeld                               

   898 Euro

C) Lohnsteuer gesamt für Dezember 2019 (388 Euro plus 898 Euro)

= Lohnsteuer laufender Monatslohn und Weihnachtsgeld

 1.286 Euro

Praxistipp: Elektronische Lohnabrechnungsprogramme sehen Eingabemöglichkeiten für sonstige Bezüge vor und führen die vorstehende Berechnung automatisch durch.