Das Weihnachtsgeld als Sonderzahlung am Jahresende ist voll steuerpflichtig. Für Sonderzahlungen wie das Weihnachtsgeld wird die Lohnsteuer nach der Jahrestabelle ermittelt. Durch diese besondere Art der Steuerberechnung bleibt oft weniger vom Weihnachtsgeld übrig, als erwartet.

Sonderzahlung Steuer: Weihnachtsgeld gehört zu den "sonstigen Bezügen"

Das Weihnachtsgeld gehört steuerlich zu den sonstigen Bezügen. Sonstige Bezüge sind alle Lohnzahlungen, die keinen laufenden Arbeitslohn darstellen. Neben Einmalzahlungen fallen unter diesen weiter gefassten Begriff sämtliche Arbeitslohnzahlungen, die nicht regelmäßig anfallen. Sonstige Bezüge sind solche, die nicht für einen bestimmten Lohnzahlungszeitraum gezahlt werden, sondern für längere Zeitabschnitte. Zu den sonstigen Bezügen gehören zum Beispiel auch Urlaubsgeld, Abfindungen, Tantiemen oder Jubiläumszuwendungen.

Weihnachtsgeld: Zuflusszeitpunkt einmaliger Bezüge

Das Weihnachtsgeld wird oft auch als 13. oder 14. Monatsgehalt bezeichnet. Dies ändert jedoch nichts an der steuerlichen Behandlung. Der Arbeitgeber muss die Lohnsteuer für das Weihnachtsgeld im Zeitpunkt des Zuflusses beim Mitarbeiter einbehalten, also dann, wann das Weihnachtsgeld ausgezahlt wird. Dies gilt auch, wenn das Weihnachtsgeld zwar für das Jahr 2018 gewährt, aber (versehentlich oder bewusst) erst im Januar 2019 ausgezahlt wird.

Beispiel: Weihnachtsgeld wird erst im Januar ausgezahlt

Der Monatslohn für Dezember 2018 wird zusammen mit dem Weihnachtsgeld am 2. Januar 2019 überwiesen.

Ergebnis: Das Weihnachtsgeld ist in 2019 zugeflossen und muss in die Lohnabrechnung für Januar 2019 einbezogen werden. Der laufende Arbeitslohn gilt 2018 als zugeflossen und ist in der Lohnabrechnung für Dezember 2018 abzurechnen.

Weihnachtsgeld: Berechnung der Lohnsteuer

Das Weihnachtsgeld wird bei der Lohnsteuerberechnung anders behandelt als laufender Arbeitslohn. Um die Lohnsteuer richtig zu berechnen muss der Arbeitgeber zunächst den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn und die darauf entfallende Jahreslohnsteuer ermitteln. Dann wird die Jahreslohnsteuer nochmals für den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn - unter Einbeziehung des Weihnachtsgelds - ermittelt. Die Differenz zwischen beiden Steuerbeträgen ist die Lohnsteuer, die vom Weihnachtsgeld einzubehalten ist. 

Das "zusätzliche" gezahlte Weihnachtsgeld führt zu einer höheren Steuerprogression (Ansteigen des Steuersatzes) und der höhere Steuersatz zu einer überproportionalen Belastung des Weihnachtsgeldes mit Lohnsteuer.

Lohnsteuer auf Weihnachtsgeld berechnen

Beispiel: Lohnsteuer aufs Weihnachtsgeld berechnen

Ein Arbeitnehmer, Steuerklasse 3, erhält im Kalenderjahr 2018 ein monatliches Gehalt von 4.000 Euro brutto. Als Weihnachtszuwendung bekommt er im Dezember 2018 zusätzlich ein volles Monatsgehalt gezahlt.

A) Besteuerung des Monatslohns

Lohnsteuer für den laufenden Arbeitslohn nach Monatstabelle      


    392 Euro

B) Differenzrechnung für die Jahreslohnsteuer

Voraussichtlicher laufender Jahresarbeitslohn (12 mal 4.000 Euro)

Lohnsteuer nach der Jahrestabelle     

 

48.000 Euro

  4.714 Euro

Voraussichtlicher Jahresarbeitslohn inklusive Weihnachtsgeld (48.000 Euro plus 4.000 Euro)  

Lohnsteuer nach der Jahrestabelle

52.000 Euro

  5.612 Euro

Differenzrechnung (5.612 Euro ./. 4.714 Euro)

 = Lohnsteuer für das Weihnachtsgeld                               

   898 Euro

C) Lohnsteuer gesamt für Dezember 2018 (392 Euro plus 898 Euro)

= Lohnsteuer laufender Monatslohn und Weihnachtsgeld

 1.290 Euro

Praxistipp: Elektronische Lohnabrechnungsprogramme sehen Eingabemöglichkeiten für sonstige Bezüge vor und führen die vorstehende Berechnung automatisch durch.