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Über das Weihnachtsgeld freut sich nicht nur der Arbeitnehmer - auch der Fiskus hält die Hand auf. Bild: Corbis

Das Weihnachtsgeld als Sonderzahlung am Jahresende ist voll steuerpflichtig. Sog. Einmalzahlungen wie das Weihnachtsgeld werden nach der Jahreslohnsteuertabelle versteuert. Durch diese besondere Art der Steuerberechnung bleibt oft weniger vom Weihnachtsgeld übrig, als erwartet.

Sonderzahlung Steuer: Weihnachtsgeld gehört zu den "sonstigen Bezügen"

Das Weihnachtsgeld gehört steuerlich zu den sonstigen Bezügen. Sonstige Bezüge sind alle Lohnzahlungen, die keinen laufenden Arbeitslohn darstellen. Neben Einmalzahlungen fallen unter diesen weiter gefassten Begriff sämtliche Arbeitslohnzahlungen, die nicht regelmäßig anfallen. Sonstige Bezüge sind solche, die nicht für einen bestimmten Lohnzahlungszeitraum gezahlt werden, sondern für längere Zeitabschnitte. Zu den sonstigen Bezügen gehören zum Beispiel auch Urlaubsgeld, Abfindungen, Tantiemen oder Jubiläumszuwendungen.

Weihnachtsgeld ist steuerpflichtig

Das Weihnachtsgeld wird oft auch als 13. und evtl. sogar 14. Monatsgehalt bezeichnet. Dies ändert jedoch nichts an der steuerlichen Behandlung. Der Arbeitgeber muss die Lohnsteuer für das Weihnachtsgeld im Zeitpunkt des Zuflusses beim Mitarbeiter einbehalten. Dies gilt auch, wenn das Weihnachtsgeld zwar für das Jahr 2017 gewährt, aber (versehentlich oder bewusst) erst im Januar 2018 ausgezahlt wird.

Beispiel: Weihnachtsgeld wird erst im Januar ausgezahlt

Der Monatslohn für Dezember 2017 wird zusammen mit dem Weihnachtsgeld am 2. Januar 2018 überwiesen.

Ergebnis: Der laufende Arbeitslohn gilt 2017 als zugeflossen und ist in der Lohnabrechnung für Dezember 2017 abzurechnen. Das Weihnachtsgeld ist in 2018 zugeflossen und muss in die Lohnabrechnung für Januar 2018 einbezogen werden.

Weihnachtsgeld Abzüge

Das Weihnachtsgeld wird bei der Lohnsteuerberechnung anders behandelt als der laufende Arbeitslohn. Um die Lohnsteuer richtig zu berechnen muss der Arbeitgeber zunächst den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn und die darauf entfallende Lohnsteuer ermitteln. Dann muss die Jahreslohnsteuer für den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn - unter Einbeziehung des Weihnachtsgelds - ermittelt werden.

Der Unterschiedsbetrag zwischen beiden Steuerbeträgen ist die Lohnsteuer, die vom Weihnachtsgeld einzubehalten ist. Durch das "zusätzliche" Weihnachtsgeld steigt die Steuerprogression - der Steuersatz und damit auch die Lohnsteuer für das Weihnachtsgeld sind deshalb deutlich höher als beim regulären Monatslohn.

Lohnsteuer auf Weihnachtsgeld berechnen

Beispiel: Weihnachtsgeld nach der Jahrestabelle versteuern

Ein Arbeitnehmer, Steuerklasse 3, erhält im Kalenderjahr 2017 ein monatliches Gehalt von 4.000 Euro brutto. Als besondere Weihnachtszuwendung wird im Dezember 2017 zusätzlich ein volles Monatsgehalt gezahlt.

A) Besteuerung des Monatslohns

Lohnsteuer für den laufenden Arbeitslohn nach Monatstabelle      

415,83 Euro

B) Besteuerung des sonstigen Bezugs

Voraussichtlicher laufender Jahresarbeitslohn (12 mal 4.000 Euro)

Lohnsteuer darauf nach der Jahrestabelle     

 

48.000,00 Euro

4.990,00 Euro

Maßgebender Jahresarbeitslohn einschließlich Weihnachtsgeld

(12 mal 4.000 Euro plus 4.000 Euro)  

Lohnsteuer nach der Jahrestabelle

52.000,00 Euro

 5.914,00 Euro

C) Differenz (Lohnsteuer B abzüglich Lohnsteuer A)

 = Lohnsteuer für das Weihnachtsgeld                               

 

924,00 Euro

D) Lohnsteuer gesamt für Dezember 2017              

Lohnsteuer laufender Monatslohn plus Lohnsteuer Weihnachtsgeld (415,83 Euro plus 924 Euro)

 

1.339,83 Euro

Praxistipp: Elektronische Lohnabrechnungsprogramme sehen Eingabemöglichkeiten für sonstige Bezüge vor und führen die vorstehende Berechnung automatisch durch.

Schlagworte zum Thema:  Weihnachtsgeld, Lohnsteuer, Sonstige Bezüge, Einmalzahlung, Sozialversicherung, Arbeitsrecht

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