08.05.2017 | Top-Thema Urlaubsgeld

So versteuern Sie das Urlaubsgeld richtig

Kapitel
Die Freude über das Urlaubsgeld wird häufig wegen der hohen Abzüge wieder etwas getrübt.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Das Urlaubsgeld ist steuerpflichtiger Arbeitslohn - unabhängig davon, ob diese Sonderzahlung aufgrund tarifvertraglicher, betrieblicher oder einzelvertraglicher Regelungen gezahlt wird. Entscheidend für die Besteuerung ist, ob es als Einmalzahlung oder laufender Arbeitslohn einzuordnen ist.

Steuerrechtlich ist Urlaubsgeld gewöhnlich als sonstiger Bezug einzuordnen. Dies gilt auch dann, wenn das Urlaubsgeld nicht nur einmal jährlich, sondern für jeden genommenen Urlaubstag im jeweiligen Monat gezahlt wird. Eine Ausnahme gilt nur, wenn das Urlaubsgeld als regelmäßiger Zuschlag monatlich ausgezahlt wird. In diesem Fall ist es als laufender Arbeitslohn zu versteuern.

Urlaubsgeld als sonstiger Bezug

Ist das Urlaubsgeld als sonstiger Bezug einzuordnen, erfolgt die Besteuerung nach der Jahrestabelle nach einem besonderen Berechnungsschema. Die Lohnsteuer wird im ersten Schritt für den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn einschließlich des sonstigen Bezugs berechnet und dann für den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn ohne sonstigen Bezug. Der Unterschiedsbetrag zwischen den Jahreslohnsteuerbeträgen ergibt die Lohnsteuer für den sonstigen Bezug.

Urlaubsgeld nicht mit Urlaubsabgeltung verwechseln

Urlaubsabgeltung ist die Entschädigung für nicht gewährten oder nicht genommenen Erholungsurlaub. Urlaubsabgeltungen, die wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses gezahlt werden, sind steuerpflichtiger Arbeitslohn und grundsätzlich ebenfalls als sonstiger Bezug zu versteuern.

Lohnsteuer auf Urlaubsgeld berechnen

Das Urlaubsgeld wird bei der Lohnsteuerberechnung anders behandelt als der laufende Arbeitslohn. Um die Lohnsteuer richtig zu berechnen muss der Arbeitgeber zunächst den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn und die darauf entfallende Lohnsteuer ermitteln. Dann muss die Jahreslohnsteuer für den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn - unter Einbeziehung des Urlaubsgelds - ermittelt werden.

Der Unterschiedsbetrag zwischen beiden Steuerbeträgen ist die Lohnsteuer, die vom Urlaubsgeld einzubehalten ist. Durch das "zusätzliche" Urlaubsgeld steigt die Steuerprogression. Der Steuersatz und damit auch die Lohnsteuer für das Urlaubsgeld sind deshalb deutlich höher als beim regulären Monatslohn.

Urlaubsgeld nach der Jahreslohnsteuertabelle versteuern

Beispiel: Ein Arbeitnehmer, Steuerklasse 3, erhält im Kalenderjahr 2017 ein monatliches Gehalt von 4.000 Euro brutto. Als Urlaubsgeld wird im Juli 2017 zusätzlich ein volles Monatsgehalt gezahlt.


A) Besteuerung des Monatslohns

Lohnsteuer für den laufenden Arbeitslohn nach Monatstabelle   


404,16 Euro

B) Besteuerung des Urlaubsgeldes

Voraussichtlicher laufender Jahresarbeitslohn (12 mal 4.000 Euro)

Lohnsteuer (1) nach der Jahrestabelle    


48.000,00 Euro

4.850,00 Euro

Maßgebender Jahresarbeitslohn einschließlich Urlaubsgeld

(12 mal 4.000 Euro plus 4.000 Euro)  

Lohnsteuer (2) nach der Jahrestabelle

52.000,00 Euro


5.756,00 Euro

C) Differenz (Lohnsteuer (2) abzüglich Lohnsteuer (1)

 = Lohnsteuer für das Urlaubsgeld     


906,00 Euro

D) Lohnsteuer gesamt für Juli 2017

Lohnsteuer laufender Monatslohn plus Lohnsteuer Urlaubsgeld

(404,16 Euro plus 906 Euro)

1.310,16 Euro

Praxistipp: Elektronische Lohnabrechnungsprogramme sehen Eingabemöglichkeiten für sonstige Bezüge vor und führen die vorstehende Berechnung automatisch durch.

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Schlagworte zum Thema:  Urlaubsgeld, Einmalzahlung, Lohnsteuer, Sonstige Bezüge

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