Lohnsteuer: Neue Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität

Der Bundestag hat das "Jahressteuergesetz 2019" beschlossen. Damit sollen die steuerlichen Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität verlängert und ausgeweitet werden. Wir haben für Sie zusammengefasst, welche Änderungen bei der Lohnsteuer wichtig sind. 

Der Deutsche Bundestag hat am 8.11.2019 ein umfassendes Steuergesetz beschlossen, nachdem der Bundesrat über 90 Änderungswünsche für ein solches eingereicht hatte. Dem erweiterten Gesetz muss der Bundesrat bis Jahresende 2019 zustimmen. Es trägt die amtliche Bezeichnung "Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften."

Förderung der Elektromobilität: Geplante steuerliche Maßnahmen 

Zur Verfolgung des Kernanliegens enthält das Gesetz zahlreiche Regelungen zur Förderung der Elektromobilität. Teilweise handelt es sich dabei um neue Maßnahmen, vielfach geht es um eine Verlängerung bestehender Maßnahmen. Aus dem Bereich der Lohnsteuer ist auf folgende Regelungen beziehungsweise Änderungen hinzuweisen:

Verlängerung der bisherigen Förderungen bis 2030

Bei der Dienstwagenbesteuerung für Elektro- und Hybridfahrzeuge erfolgt für seit Jahresbeginn 2019 angeschaffte Fahrzeuge eine Halbierung des Bruttolistenpreises als Bemessungsgrundlage für die sogenannte 1-Prozent-Regelung. Bei der Fahrtenbuchmethode wird die zu berücksichtigende Abschreibung halbiert. Bisher gilt die Förderung nur befristet für bis 2021 angeschaffte Fahrzeuge. Mit dem Gesetz erfolgt eine Ver­längerung bis 2030. Die Halbierung der geldwerten Vorteile gilt also langfristig weiter, allerdings werden bei der Förderung von Hybridfahrzeugen die Voraussetzungen (derzeit 40 Kilometer Mindestreichweite oder Kohlendioxidemission von höchstens 50 Gramm pro Kilometer) bei Anschaffung in späteren Jahren stufenweise verschärft. Bei Anschaffung ab 2022 steigt die Reichweiten-Voraussetzung auf 60 km, ab 2025 auf 80 km.

Das kostenlose oder verbilligte Aufladen der Batterien von Elektro- beziehungsweise Hybridelektrofahrzeugen im Betrieb des Arbeitgebers ist aktuell bis Ende 2021 steuerfrei. Überlässt der Arbeitgeber Mitarbeitern eine betriebliche Ladevorrichtung für Elektro- oder Hybridelektrofahrzeuge, ist der geldwerte Vorteil bis dahin ebenfalls steuerfrei (§ 3 Nr. 46 EStG). Beide Regelungsbereiche der Vorschrift werden mit dem Gesetz bis 2030 verlängert.

Seit 2019 bleiben zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn vom Arbeitgeber gewährte Vorteile für die Überlassung eines betrieblichen Fahrrads, das kein Kraftfahrzeug ist, steuerfrei (§ 3 Nr. 37 EStG). Die Steuerbefreiung gilt sowohl für Elektrofahrräder als auch für Fahrräder. Auch diese Steuerbefreiung wird bis 2030 verlängert. Sie war bisher ebenfalls bis 2021 befristet.

Elektrofahrzeuge: ein Viertel des Bruttolistenpreises zu berücksichtigen

Zusätzlich wird als Maßnahme aus dem "Klimaprogramm 2030" (s. Lohnsteuerliche Maßnahmen aus dem Klimapaket) eine weitere Fallgruppe aufgenommen: Kraftfahrzeuge, die pro gefahrenem Kilometer keine CO2-Emissionen haben (reine Elektroautos), sollen nur mit einem Viertel der Bemessungsgrundlage, das heißt 0,25 Prozent des Listenpreises monatlich berücksichtigt werden, wenn deren Bruttolistenpreis nicht mehr als 40.000 EUR beträgt.

Bei Anwendung der Fahrtenbuchmethode sind bei der Ermittlung der insgesamt entstandenen Aufwendungen die Anschaffungskosten oder diesen vergleichbaren Kosten (beispielsweise die Miete oder Leasingraten) für betroffene Fahrzeuge ebenfalls nur zu einem Viertel anzusetzen. Die Neuregelung gilt ab 2020, aber auch soweit entsprechende Kraftfahrzeuge bereits 2019 angeschafft worden sind.

Pauschalbesteuerung bei Übereignung eines Dienstrads

Zusätzlich erhält der Arbeitgeber ab 2020 die Möglichkeit, geldwerte Vorteile aus der unentgeltlichen oder verbilligten Übereignung (Schenkung) von (Elektro-)Fahrrädern an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pauschal mit 25 Prozent Lohnsteuer zu besteuern (§ 40 Abs. 2 Satz 1 EStG). Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag sowie gegebenenfalls die Kirchensteuer. Die Pauschalierung führt zur Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung. Die Pauschalbesteuerungsmöglichkeit gilt sowohl für Elektrofahrräder als auch für Fahrräder. Nicht einbezogen werden Elektrofahrräder, die verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug einzuordnen sind. Voraussetzung für die Pauschalierung der Lohnsteuer ist, dass die Übereignung von betrieblichen Fahrrädern zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erfolgt


Eine umfassende Übersicht über alle steuerlichen Änderungen des Jahressteuergesetzes 2019 finden Sie hier: Jahressteuergesetz 2019 verabschiedet.


Detailinformationen zu den weiteren Neuerungen im Rahmen des Jahressteuergesetzes 2019 finden Sie hier: 

Ab 2020 ELStAM für Arbeitnehmer aus dem Ausland

Nun also doch: Änderung bei Sachbezügen und der 44-EUR-Grenze

Lohnsteuerliche Neuerungen aus dem Jahressteuergesetz


Hier finden Sie eine Übersicht aller HR-relevanten Änderungen und Themen zum Jahreswechsel 2019/2020.

Schlagworte zum Thema:  Elektromobilität, Dienstwagen, Steuerbefreiung