Geldwerter Vorteil: Nachträglich eingebaute Sonderausstattung beim Firmenwagen gehört nicht zur Bemessungsgrundlage. Bild: Michael Bamberger

Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer ein Kraftfahrzeug zur privaten Nutzung ergibt sich für den Arbeitnehmer ein geldwerter Vorteil. Dieser wird monatlich in Höhe von 1 % des Listenpreises des Kraftfahrzeugs angesetzt. Wie wirkt sich die Sonderausstattung aus?

Die private Nutzung des Dienstwagens ist monatlich mit 1 % des inländischen Bruttolistenpreises zum Zeitpunkt der Erstzulassung anzusetzen. Der Bruttolistenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung gilt auch bei gebraucht erworbenen oder geleasten Fahrzeugen. Zum Listenpreis zählt auch die jeweils anfallende Umsatzsteuer. Die tatsächlichen Anschaffungskosten sowie übliche Händlerrabatte sind unerheblich.

Aufwendungen im Zusammenhang mit der Fahrzeugzulassung einschließlich der dazu gehörenden Nebenkosten werden nicht berücksichtigt; z. B. weder Überführungskosten noch die Kosten für die Ausfertigung des Kfz-Briefs.

Werkseitige Sonderausstattung wird angerechnet

Kosten für werkseitig zum Zeitpunkt der Erstzulassung eingebaute Sonderausstattung werden dem Listenpreis zugerechnet; z. B. Autoradio, Navigationsgerät, Diebstahlsicherungssystem. Der so ermittelte Betrag wird auf volle 100 EUR abgerundet.

Keine Berücksichtigung des Autotelefons und weiterer Reifen

Der Wert eines Autotelefons einschließlich Freisprecheinrichtung ebenso wie der Wert eines weiteren Satzes Reifen mit Felgen bleiben bei der Ermittlung des Listenpreises außer Ansatz.

Nachträglich eingebaute Sonderausstattung bleibt unberücksichtigt

Nachträglich angeschaffte bzw. eingebaute Sonderausstattung erhöht nicht die Bemessungsgrundlage für die Ermittlung des geldwerten Vorteils.

Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte nicht vergessen

Darf der Arbeitnehmer das Fahrzeug auch für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte oder für Familienheimfahrten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung nutzen, ist ein zusätzlicher geldwerter Vorteil zu berücksichtigen. Dieser beträgt monatlich 0,03 % des Bruttolistenpreises für jeden Entfernungskilometer. Nutzt der Arbeitnehmer den Firmenwagen regelmäßig an weniger als 15 Tagen pro Monat, muss eine Einzelbewertung der tatsächlichen Fahrten mit 0,002 % des Bruttolistenpreises je Entfernungskilometer durchgeführt werden (Tagespauschale).

Beispiel: Der Arbeitnehmer erhält einen Dienstwagen, den er auch privat nutzen darf. Die Privatnutzung umfasst auch die arbeitstäglichen Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Die Entfernung beträgt 20 Kilometer. Der Dienstwagen kostet bei der Anschaffung 35.000 EUR (Händlerpreis) zuzüglich 650 EUR Zulassungskosten. Der inländische Bruttolistenpreis des Herstellers beträgt 41.720 EUR. Das Fahrzeug wird zusätzlich mit folgendem Zubehör ausgestattet:

  • Navigationssystem:                  1.248 EUR
  • Diebstahlsicherung:                     613 EUR
  • Freisprechanlage:                        175 EUR

Außerdem wird das Fahrzeug nach der Zulassung mit einer Sitzheizung ausgerüstet. Dafür entstehen Kosten in Höhe von 420 EUR.

Ermittlung des geldwerten Vorteils:

Listenpreis: 41.720 EUR
Navigationssystem:   1.248 EUR
Diebstahlsicherung:      613 EUR
Summe: 43.581 EUR

Der Betrag ist auf 43.500 EUR abzurunden. Davon 1 % ergeben 435 EUR. Der Betrag erhöht sich für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte um 261 EUR (= 0,03 % von 43.500 EUR x 20 Kilometer). Der geldwerte Vorteil beträgt insgesamt 696 EUR (= 435 EUR + 261 EUR).

Schlagworte zum Thema:  Geldwerter Vorteil, Firmenwagen, 1%-Regelung, Bemessungsgrundlage

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