Aktuelle Entwicklungen zur Firmenwagenüberlassung

Bei der Firmenwagenüberlassung an Arbeitnehmer sind zahlreiche Urteile und Verwaltungsanweisungen zu beachten. Zudem gelten Besonderheiten für Unternehmer und Selbstständige. Nachfolgend ein Überblick.

Das BMF hat zuletzt 2018 ein umfangreiches Schreiben zur "Lohnsteuerlichen Behandlung der Überlassung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs an Arbeitnehmer" veröffentlicht. Doch in der Zwischenzeit haben sich einige Änderungen sowie zahlreiche neue Urteile ergeben.

Überblick Firmenwagen für Arbeitnehmer

Zunächst die wichtigsten Grundsätze im Überblick.

Überlässt der Arbeitgeber Mitarbeitern für private Fahrten oder Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ein Fahrzeug (auch Leasingfahrzeuge), so stellt das steuerpflichtigen Arbeitslohn dar (Sachbezug). Das gleiche gilt, wenn im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung ein Fahrzeug zu mehr als einer wöchentlichen (Familien-) Heimfahrt zur Verfügung gestellt wird.

Die Sachbezugswerte für "Privatfahrten", "Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte" sowie "Familienheimfahrten bei doppelter Haushaltsführung" können entweder

  • mit bestimmten %-Sätzen des Listenpreises des Kfz ("Pauschalwertmethode“) oder
  • mit den anteiligen tatsächlichen Kosten ("Fahrtenbuchmethode") angesetzt werden.

Übersicht zu den pauschalen Nutzungswerten

PrivatfahrtenFahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte

(Familien-) Heimfahrten bei doppelter Haushaltsführung
(mehr als 1/Woche)

1 % des inländischen Listenpreises

0,03 %
des inländischen Listenpreises

x Entfernungs-km zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte

0,002 % des inländischen Listenpreises je Entfernungs-km zwischen dem Beschäftigungsort und dem Ort des eigenen Hausstands

Der Verwaltungserlass zur "Lohnsteuerlichen Behandlung der Überlassung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs an Arbeitnehmer" (BMF, Schreiben v.  4.4.2018, IV C 5 - S 2334/18/10001) fasst zahlreiche ältere BMF-Schreiben zu dieser Thematik zusammen und ist in allen offenen Fällen anzuwenden.

Weitgehend identische Regelungen für Selbstständige

Im Wesentlichen gelten die Regelungen zur 1%-Regelung und zum Fahrtenbuch bei der Versteuerung der privaten Kfz-Nutzung durch Unternehmer oder Selbstständige entsprechend. Auch die Fahrten zum Betrieb werden regelmäßig mit 0,03 % versteuert. Einige Besonderheiten für Selbstständige werden in den folgenden Kapiteln erläutert.