Kapitel
Firmenwagen-Privatnutzung: Der Einfachheit halber wird häufig die Ein-Prozent-Regelung angewendet. Bild: mauritius images / Wolfgang Filser /

Überlässt der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern ein Fahrzeug für private Fahrten oder Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, stellt das einen steuerpflichtigen Sachbezug dar. Bei der Ein-Prozent-Regelung wird pauschal ein Prozent des Listenpreises als Sachbezug angesetzt.

Die Sachbezugswerte "Privatfahrten", "Fahrten Wohnung - erste Tätigkeitsstätte" und "Familienheimfahrten bei doppelter Haushaltsführung" können entweder

  • mit bestimmten Prozentsätzen des Bruttolistenpreises des Kraftfahrzeugs angesetzt werden oder
  • mit den anteiligen tatsächlichen Kosten (= Fahrtenbuchmethode).

Privatnutzung: Übersicht zu den pauschalen Nutzungswerten

PrivatfahrtenFahrten Wohnung - erste TätigkeitsstätteFahrten bei doppelter Haushaltsführung
1 Prozent des inländischen Bruttolistenpreises0,03 Prozent des inländischen Bruttolistenpreises x Entfernungskilometer "Wohnung - erste Tätigkeitsstätte"0,002 % des inländischen Bruttolistenpreises je Entfernungskilometer "Beschäftigungsort - eigener Hausstand"

Ein-Prozent-Regelung: Nachträgliche Sonderausstattung bleibt unberücksichtigt

Bei der Ein-Prozent-Regelung wird pauschal für jeden Kalendermonat ein Prozent des inländischen Bruttolistenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung zzgl. der Kosten für Sonderausstattungen - einschließlich Umsatzsteuer - als Sachbezug (Arbeitslohn) angesetzt.

Eine in die Bemessungsgrundlage "Listenpreis" einzubeziehende Sonderausstattung liegt nur vor, wenn das Kraftfahrzeug bereits werkseitig im Zeitpunkt der Erstzulassung damit ausgestattet ist (zum Beispiel ein werkseitig eingebautes Navigationsgerät). Nachträglich eingebaute unselbständige Ausstattungsmerkmale sind durch den pauschalen Nutzungswert abgegolten und können nicht getrennt bewertet werden.

Ein-Prozent-Regelung: Listenpreis und Sonderausstattung bei Re-Importen

Für den pauschalen Nutzungswert ist auch bei reimportierten Kraftfahrzeugen der inländische Listenpreis des Kraftfahrzeugs im Zeitpunkt seiner Erstzulassung maßgebend. 

Soweit das reimportierte Kraftfahrzeug mit zusätzlichen Sonderausstattungen versehen ist, die sich im inländischen Listenpreis nicht niedergeschlagen haben, ist der Wert der Sonderausstattung zusätzlich zu berücksichtigen. Soweit das reimportierte Kraftfahrzeug geringer wertig ausgestattet ist, lässt sich der Wert der "Minderausstattung" durch einen Vergleich mit einem adäquaten inländischen Kraftfahrzeug angemessen berücksichtigen.

Schätzung des Bruttolistenpreises bei Importfahrzeugen

Aktuell hat der Bundesfinanzhof entscheiden, dass der inländische Bruttolistenpreis zu schätzen ist, wenn das Fahrzeug ein Importfahrzeug ist und weder ein inländischer Bruttolistenpreis vorhanden ist noch eine Vergleichbarkeit mit einem bau- und typengleichen inländischen Fahrzeug besteht (vergleiche unsere News zum Bundesfinanzhof-Urteil vom 9. November 2017 zur Schätzung des Bruttolistenpreises bei einem Importfahrzeug, Aktenzeichen III R 20/16).

Privatnutzung eines Elektro-Firmenwagens bringt Steuervorteile

Für Elektro- und Hybridautos ist der Listenpreis wegen der darin enthaltenen Kosten für das Batteriesystem pauschal zu mindern; der pauschale Abschlag ist der Höhe nach begrenzt. Der Minderungs- und der Höchstbetrag richten sich nach dem Anschaffungsjahr des Kraftfahrzeugs. 

Für bis zum 31. Dezember 2013 angeschaffte Kraftfahrzeuge ist der Listenpreis um 500 Euro pro Kilowattstunde der Batteriekapazität zu mindern, dieser Betrag mindert sich für in den Folgejahren angeschaffte Kraftfahrzeuge um jährlich 50 Euro pro Kilowattstunde der Batteriekapazität; die Minderung pro Kraftfahrzeug beträgt höchstens 10.000 Euro. 

Wichtig: Bei der Fahrtenbuchmethode ist die Bemessungsgrundlage für die Abschreibung ebenfalls um die vorstehenden, in pauschaler Höhe festgelegten Beträge, zu mindern.

Elektro-Firmenwagen: Weitere Erläuterungen zur lohnsteuerlichen Behandlung

Weitere Erläuterungen zur einkommen- und lohnsteuerlichen Behandlung der Überlassung eines betrieblichen Elektro- und Hybridelektrofahrzeugs ergeben sich aus folgenden BMF-Schreiben: 

  • BMF-Schreiben vom 5. Juni 2014 (BStBl I Seite 835), ergänzt durch BMF-Schreiben vom 24. Januar 2018 (BStBl I Seite 272) und 
  • BMF-Schreiben vom 14. Dezember 2016 (BStBl I Seite 1446), ergänzt durch BMF-Schreiben vom 26. Oktober 2017 (BStBl I Seite 1439).

Zusätzlicher Anreiz: 0,5 Prozent Pauschale für Elektroautos geplant

Nach dem Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung soll für Elektro- und Hybridfahrzeuge künftig ein reduzierter Satz von 0,5 Prozent des inländischen Listenpreises eingeführt werden.

Quelle: Bundesfinanzministerium, Schreiben vom 4. April 2018 zur steuerlichen Behandlung der Kfz-Überlassung an Arbeitnehmer.

Schlagworte zum Thema:  1%-Regelung, Firmenwagen, Geldwerter Vorteil, Fahrtenbuch

Aktuell
Meistgelesen