Verpflegungsmehraufwand Ausland 2020

Die Verwaltung hat die Auslandssätze für Verpflegungsmehraufwand und die Übernachtungspauschalen für Reisen ab dem Jahr 2020 bekannt gemacht. Ein Überblick über die Änderungen.

Der neue Erlass ( BMF, Schreiben v. 15.11.2019, IV C 5 - S 2353/19/10010 :001) enthält die Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten für beruflich und betrieblich veranlasste Auslandsdienstreisen ab 1. Januar 2020. Bis zu dieser Höhe kann der Arbeitgeber steuerfreie Erstattungen vornehmen.

Änderungen bei den Verpflegungsmehraufwendungen 2020

Änderungen ergeben sich aus der Tabelle gegenüber den Verpflegungs­mehraufwendungen 2019 unter anderem für folgende Staaten bzw. Orte:

  • Argentinien
  • Bosnien-Herzegowina
  • Estland, Lettland, Litauen
  • Bangalore (Indien)
  • Israel
  • Japan (außer Tokio)
  • Kroatien
  • Mexiko
  • Niederlande
  • Türkei (auch Istanbul und Izmir)
  • Vereinigte Arabische Emirate

So betragen beispielsweise die Spesensätze für die Niederlande ab 2020:

  • bei vollen Abwesenheitstagen (24 Stunden) 47 EUR (bisher 46 EUR) und
  • für den An- und Abreisetag sowie bei einer Abwesenheitsdauer von mehr als acht Stunden 32 EUR (bisher 31 EUR).

Pauschalen für Übernachtungskosten im Ausland

Die Verwaltungsanweisung enthält darüber hinaus die Pauschbeträge für Übernachtungskosten ab 2020. Auch hier ergeben sich einige Änderungen gegenüber 2019, insbesondere bei den meisten der oben genannten Staaten und daneben z. B. auch für Bulgarien und Katar. Die Pauschalen sind ausschließlich in den Fällen der Arbeitgebererstattung anwendbar.

Berechnung Verpflegungsmehraufwand Ausland 

Bei eintägigen Reisen in das Ausland ist der Pauschbetrag des letzten Tätigkeitsortes im Ausland maßgebend.

Bei mehrtägigen Reisen in verschiedenen Staaten gilt für die Ermittlung der Verpflegungspauschalen am An- und Abreisetag sowie an den Zwischentagen Folgendes:

  • Bei einer Anreise vom Inland ins Ausland ohne Tätigwerden ist die Verpflegungspauschale des Ortes maßgebend, der vor 24 Uhr erreicht wird. 
  • Bei einer Rückreise vom Ausland ins Inland ist die Verpflegungspauschale des letzten Tätigkeitsorts im Ausland maßgebend. 
  • Für die Zwischentage ist in der Regel der Pauschbetrag des Ortes maßgebend, den der Mitarbeiter vor 24 Uhr Ortszeit erreicht.

Schließt sich an den Tag der Rückreise von einer mehrtägigen Auswärtstätigkeit zur Wohnung oder ersten Tätigkeitsstätte eine weitere ein- oder mehrtägige Auswärtstätigkeit an, ist für diesen Tag nur die höhere Verpflegungspauschale zu berücksichtigen.

Beispiel zur Berechnung der Verpflegungsmehraufwendungen im Ausland

Der Arbeitnehmer A reist im Januar 2020 am Montag um 20.00 Uhr zu einer beruflichen Auswärtstätigkeit von seiner Wohnung in Berlin nach Brüssel. Er erreicht Belgien um 2.00 Uhr. Dienstag ist er den ganzen Tag in Brüssel tätig. Am Mittwoch reist er zu einem weiteren Geschäftstermin um 8.00 Uhr nach Amsterdam. Er erreicht Amsterdam um 14.00 Uhr. Dort ist er bis Donnerstag um 13.00 Uhr tätig und reist anschließend zurück nach Berlin. Er erreicht seine Wohnung am Donnerstag um 22.30 Uhr.

Für Montag ist die inländische Pauschale für den Verpflegungsmehraufwand maßgebend (14 EUR, bis 2019: 12 EUR), da A sich um 24.00 Uhr noch im Inland befindet. Für Dienstag ist die Verpflegungspauschale für Belgien anzuwenden (42 EUR). Für Mittwoch ist die Verpflegungspauschale für die Niederlande zugrunde zu legen (47 EUR), da sich der Ort, den A vor 24 Uhr Ortszeit zuletzt erreicht hat, in den Niederlanden befindet. Für Donnerstag ist die Verpflegungspauschale der Niederlande für den Abreisetag maßgeblich (32 EUR), da A noch bis 13.00 Uhr in Amsterdam beruflich tätig war.

Ergänzende Informationen zur Berechnung der Verpflegungsmehraufwendungen im Ausland

Insbesondere bei Schiffs- und Flugreisen sind die ergänzenden Richtlinienregelungen (R 9.6 LStR) zu beachten:

  • Bei Schiffsreisen ist das für Luxemburg geltende Tagegeld und für die Tage der Einschiffung und Ausschiffung das für den Hafenort geltende Tagegeld maßgebend.
  • Bei Flugreisen ist die Landung entscheidend. Erstreckt sich eine Flugreise über mehr als zwei Kalendertage, so ist für die Tage, die zwischen dem Tag des Abflugs und dem Tag der Landung liegen, das für Österreich geltende Tagegeld maßgebend.
  • Für die in der Bekanntmachung nicht erfassten Länder ist der für Luxemburg geltende Pauschbetrag maßgebend, für nicht erfasste Übersee- und Außengebiete eines Landes ist der für das Mutterland geltende Pauschbetrag maßgebend.

Daneben enthält das Schreiben auch Regelungen zur Auslandskürzung der Verpflegungspauschale bei Mahlzeitengestellung. Bei der Gestellung von Mahlzeiten durch den Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung durch einen Dritten ist die Kürzung der Verpflegungspauschale tagesbezogen vorzunehmen, das heißt von der für den jeweiligen Reisetag maßgebenden Verpflegungspauschale für eine 24-stündige Abwesenheit, unabhängig davon, in welchem Land die jeweilige Mahlzeit zur Verfügung gestellt wurde.

Beispiel zur Mahlzeitenkürzung

Der Ingenieur I kehrt am Dienstag von einer mehrtägigen Auswärtstätigkeit in Straßburg (Frankreich) zu seiner Wohnung zurück. Nachdem er Unterlagen und neue Kleidung eingepackt hat, reist er zu einer weiteren mehrtägigen Auswärtstätigkeit nach Kopenhagen (Dänemark) weiter. I erreicht Kopenhagen um 23 Uhr. Die Übernachtungen - jeweils mit Frühstück - wurden vom Arbeitgeber im Voraus gebucht und bezahlt.

Für Dienstag ist nur die höhere Verpflegungspauschale von 39 EUR (Rückreisetag von Straßburg: 34 EUR, Anreisetag nach Kopenhagen 39 EUR) anzusetzen. Aufgrund der Gestellung des Frühstücks im Rahmen der Übernachtung in Straßburg ist die Verpflegungspauschale um 11,60 EUR (20 Prozent der Verpflegungspauschale Kopenhagen für einen vollen Kalendertag: 58 EUR) auf 27,40 EUR zu kürzen.

Hinweis auf neue Pauschalen im Inland

Durch die lohnsteuerlichen Neuerungen aus dem Jahressteuergesetz erfolgt im Inland ab 2020 eine gesetzliche Anhebung der Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen bei 24-stündiger Abwesenheit von 24 auf 28 EUR und bei mehr als achtstündiger Abwesenheit sowie am An- und Abreisetag von 12 auf 14 EUR.