Bei Mehrarbeitsvergütungen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten in der Entgeltabrechnung. Bild: Marcus Surges

Mehrarbeitsvergütungen stellen laufendes Arbeitsentgelt dar und sind als laufender Arbeitslohn im Monat der Erarbeitung zu verbeitragen und zu versteuern. Vereinfachungsregelungen gelten für zeitversetzt ausgezahlte Mehrarbeitsvergütungen und bei Auszahlungen für einen längeren Zeitraum.

Mehrarbeit bezeichnet die Arbeit, die über die allgemeine vereinbarte Arbeitszeitgrenze hinausgeht. Leistet ein Arbeitnehmer zum Beispiel zehn Mehrarbeitsstunden (Überstunden) im Dezember 2017, erfolgt die steuer- und sozialversicherungsrechtliche Abrechnung der Mehrarbeits- bzw. Überstundenvergütung grundsätzlich auch in diesem Monat. Es gibt jedoch Vereinfachungsregelungen.

Mehrarbeit: Vereinfachungsregelung für ständig zeitversetzte Zahlung

Häufig kann der Arbeitgeber die geleisteten Überstunden nicht in dem Erarbeitungsmonat abrechnen. Dies gilt insbesondere, wenn die Entgeltabrechnung bereits im Laufe oder am Ende des Kalendermonats erfolgt. In diesen Fällen werden die Mehrarbeitsstunden erst im Folgemonat oder im übernächsten Monat abgerechnet. Grundsätzlich ist dann die bereits erfolgte Entgeltabrechnung für den Erarbeitungsmonat zu korrigieren.

Werden Mehrarbeitsvergütungen regelmäßig mit dem laufenden Entgelt des nächsten oder übernächsten Monats abgerechnet, kann der Arbeitgeber eine Vereinfachungsregelung anwenden. Anstelle der Berichtigung der Entgeltabrechnung des Erarbeitungsmonats erfolgt die Verbeitragung im Auszahlungsmonat.

Diese Vorgehensweise ist einmalig mit der Einzugsstelle abzustimmen. Auch die Versteuerung erfolgt dann im Auszahlungsmonat.

Anwendung bei Änderung der Beitragssätze oder der BBG

Die zeitversetzte Berücksichtigung der Mehrarbeitsvergütungen bei der Entgeltabrechnung erfolgt dann auch in den Monaten, in denen sich gegenüber dem Erzielungsmonat Beitragssätze oder Beitragsbemessungsgrenzen geändert haben.

Vorgehensweise bei Beitragsfreiheit im Auszahlungsmonat

Fällt in den Entgeltabrechnungszeitraum, in dem die Mehrarbeitsvergütungen abgerechnet werden, eine teilweise beitragsfreie Zeit, wird dennoch die Vereinfachungsregelung angewandt. Besteht aber in dem gesamten Entgeltabrechnungszeitraum der Auszahlung keine Beitragspflicht, kann die Mehrarbeitsvergütung nicht beitragsfrei bleiben. Dann sind die Mehrarbeitsvergütungen dem Arbeitsentgelt des voraufgegangenen Abrechnungszeitraumes bzw. des Erarbeitungsmonats hinzuzurechnen.

Beispiel: Der Arbeitgeber rechnet die Arbeitsentgelte seiner Mitarbeiter am 15. des laufenden Monats ab. Die erzielten Mehrarbeitsvergütungen werden jeweils mit der Entgeltabrechnung im Folgemonat ausgezahlt. Arbeitnehmer A und B leisten jeweils im September und Oktober 2017 Mehrarbeitsstunden. Bei der Beitragsberechnung werden Vereinfachungsregelungen – soweit möglich – angewendet. Arbeitnehmer A ist aufgrund von Krankengeldbezug vom 27. bis 30. November 2017 beitragsfrei. Bei Arbeitnehmer B besteht im ganzen Monat November 2017 wegen Krankengeldbezug Beitragsfreiheit.

Ergebnis: Bei beiden Arbeitnehmer werden die Mehrarbeitsvergütungen von September 2017 jeweils im Oktober 2017 abgerechnet. Bei Arbeitnehmer A wird die Mehrarbeitsvergütung für Oktober 2017 im November 2017 abgerechnet. Bei Arbeitnehmer B hingegen ist für die im November 2017 ausgezahlte Mehrarbeitsvergütung aus Oktober 2017 eine Berichtigung der Entgeltabrechnung für Oktober 2017 vorzunehmen.

Auszahlung angesammelter Mehrarbeitsstunden

Werden Mehrarbeitsvergütungen ausgezahlt, die über mehrere Monate hinweg erarbeitet wurden, ist der Gesamtbetrag grundsätzlich auf die jeweiligen Erarbeitungsmonate aufzuteilen. Aus Vereinfachungsgründen kann der Arbeitgeber den Gesamtbetrag wie einmalig gezahltes Arbeitsentgelt verbeitragen und lohnsteuerrechtlich als sonstigen Bezug behandeln.

Voraussetzung ist aber, dass die Auszahlung spätestens bis zum 31. März des Folgejahres erfolgt.

Umlagebeiträge trotz Behandlung als Einmalzahlung

Trotz einer Verbeitragung als Einmalzahlung gelten die Mehrarbeitsvergütungen weiterhin als laufendes Arbeitsentgelt. Daher sind von der Mehrarbeitsvergütung auch bei Anwendung der Vereinfachungsregelung Beiträge zur Umlage U1 und U2 zu entrichten.

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Schlagworte zum Thema:  Überstunden, Entgeltabrechnung

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