Verpflegungsmehraufwand 2022 Ausland: Keine neuen Pauschalen

Das BMF hat am 27.9.2021 darauf hingewiesen, dass im Gegensatz zu den Vorjahren keine neuen Pauschbeträge zu Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten bei Auslandsreisen 2022 veröffentlicht werden. Dies wurde mit der Corona-Pandemie begründet. Die seit dem 1.1.2021 geltenden Pauschalen für betrieblich veranlasste Auslandsreisen gelten damit auch für 2022.

Die Verpflegungsmehraufwendungen anlässlich einer auswärtigen Tätigkeit im Ausland können nicht mit den tatsächlichen Kosten geltend gemacht werden. Steuerlich dürfen bei einer Auswärtstätigkeit die Verpflegungsmehraufwendungen nur in Höhe der jeweils gültigen Pauschalen geltend gemacht bzw. steuerfrei erstattet werden.

Bei mehrtägigen Reisen ins Ausland hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine Verpflegungspauschale. Bei eintägigen Reisen ins Ausland wird eine Verpflegungspauschale nur gewährt, wenn die Abwesenheit mehr als 8 Stunden beträgt. Es kommt darauf an, wann der Arbeitnehmer seine vorübergehende Auswärtstätigkeit im Inland beginnt, nach dem Grenzübertritt als Auslandsreise fortsetzt und am Ende der Reise wieder ins Inland zurückkehrt.

Unter dem Datum 3.12.2020 hat das BMF (Az. IV C 5 – S 2353/19/10010:02) die neuen Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten für beruflich und betrieblich veranlasste Auslandsdienstreisen veröffentlicht. Dieses BMF-Schreiben ersetzt ab 1.1.2021 das vorherige BMF-Schreiben v. 15.11.2019. Gemäß Schreiben vom 27.9.2021 gelten die Pauschalen 2021 auch für das Jahr 2022 fort.

Praxis-Hinweis: Neues BMF-Schreiben zu Auslandsreisekostensätzen gilt ab 1.1.2021 und auch 2022 weiterhin

Steuerpflichtige haben seit dem 1.1.2021 die geänderte Ländergruppeneinteilung bei den Pauschbeträgen für Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten in Auslandsfällen zu berücksichtigen. Zudem trifft das BMF-Schreiben wiederum etwa auch Aussagen dazu,

  • wie in den Fällen zu verfahren ist, in denen etwa mehrere Länder an einem Tag besucht werden oder
  • welche Kürzungen bei den Verpflegungspauschalen vorzunehmen sind, wenn Mahlzeiten durch den Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung durch einen Dritten gestellt werden (Besonderheiten bei Flug- und Schiffsreisen); hierzu gibt es ein informatives Berechnungsbeispiel; oder
  • wie zu verfahren ist, wenn eine mehrtägige Reise in verschiedene Staaten führt und Zwischentage gegeben sind.

Damit es im Fall einer Lohnsteuer-Außenprüfung oder auch einer allgemeinen steuerlichen Außenprüfung nicht zu ärgerlichen Nachforderungen seitens des Finanzamts kommt, ist auf die genaue Anwendung der in dem Schreiben zum Ausdruck gebrachten Grundsätze zu achten. Beispiele in dem BMF-Schreiben erleichtern die Anwendung.

Verpflegungsmehraufwand, Übernachtungskosten und Fahrtkosten können als Reisekosten im In- und Ausland geltend gemacht werden

Reisekosten sind Kosten, wenn diese durch eine beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit des Arbeitnehmers entstehen. Was im Einzelnen hierunter fällt, ist bereits seit 2014 im EStG geregelt (vgl. auch R 9.4. LStR). In Betracht kommen:

  • Fahrtkosten (§ 9 Abs. 1 Nr. 4a EStG, R 9.5. LStR),
  • Verpflegungsmehraufwendungen (§ 9 Abs. 4a EStG, R 9.6. LStR),
  • Übernachtungskosten (§ 9 Abs. 1 Nr. 5a EStG, R 9.7. LStR) sowie
  • Reisenebenkosten (R 9.8 LStR, H 9.8 LStH).

Ein umfangreiches BMF-Einführungsschreiben v. 25.11.2020 (IV C – S 2353/19/10011:006, BStBl. I 2020, S. 1228), welches das vorherige Schreiben vom 24.10.2014 (IV C 5 – S 2353/14/10002, BStBl 2014 I S. 1412) zu den gesetzlichen Bestimmungen der Reisekostenreform in allen offenen Fällen ersetzt hat, enthält umfassende Hinweise zu den lohnsteuerlichen Reisekosten. Grundsätzlich gelten hierbei für Auslandsreisen grundsätzlich die gleichen Regelungen wie für Inlandsreisen. Es sind allerdings einige Besonderheiten zu beachten (vgl. BMF-Schreiben v. 25.11.2020, a.a.O, Tz. 51 f. sowie R 9.6. LStR).

Besonderheiten bei Verpflegungsmehraufwand und Übernachtungskosten während Auslandsreisen

So sind für An- und Abreisetage 80 % des für das jeweilige Land maßgebenden Auslandstagegelds anzusetzen, ohne dass es hierfür einer zeitlichen Mindestabwesenheitsdauer an diesen Tagen bedarf. Die Auslandssätze für Verpflegung und Unterbringung finden zudem unabhängig davon Anwendung, ob die Auswärtstätigkeit des Arbeitnehmers im Ausland eine Dienstreise, eine Einsatzwechseltätigkeit oder eine Fahrtätigkeit darstellt.

Die für die einzelnen Länder geltenden Verpflegungspauschalen unterscheiden sich zudem wegen des anderen Preisniveaus von den für Inlandsreisen maßgeblichen Verpflegungssätzen. Auch sind für einige Länder weitere verschiedene Sätze für bestimmte besonders teure Städte genannt.

Wird während einer Auslandsreise ausschließlich ein ausländischer Staat aufgesucht, können die Reisekostensätze für das jeweilige Land unmittelbar aus dem BMF-Schreiben ermittelt werden. Bei einer mehrtägigen Auslandsreise richtet sich das jeweilige Auslandstagegeld nach dem Land, das der Arbeitnehmer vor 24.00 Uhr Ortszeit zuletzt erreicht. Soweit einzelne Länder in der Tabelle nicht genannt sind, ist das für Luxemburg geltende Tage- und Übernachtungsgeld anzusetzen. Sind Übersee und Außengebiete eines Landes nicht gesondert aufgeführt, gilt der für das Mutterland maßgebliche Satz. Die Werte stellen die steuerlichen zulässigen Auslandsreisekosten dar.

Neuerungen 2021 gegenüber dem bisherigen Schreiben

Das BMF-Schreiben 2021 hat zu verschiedenen Änderungen bei den Sätzen geführt. Diese sind in dem BMF-Schreiben durch einen Fettdruck gekennzeichnet und deshalb gut zu erkennen. Neben einer Vielzahl von Änderungen betreffend Länder von eher untergeordneter Bedeutung (z.B. Albanien oder Botsuana) ergeben sich auch Änderungen bei wichtigen Ländern für Auslandsreisen.

Dies betrifft etwa

  • China
  • Irland
  • Südkorea
  • Liechtenstein
  • Rumänien
  • Schweiz

Zu beachten ist bei der Anwendung der Pauschbeträge, dass es innerhalb eines Landes sehr unterschiedliche Sätze geben kann (z.B. USA, China, aber auch Frankreich und Italien oder UK, usw.). Dies zeigt, wie unterschiedlich das Preiseniveau innerhalb eines Landes sein kann.

Durchaus bemerkenswert ist, dass der nahezu höchste Wert für Angola (pauschale Übernachtungskosten 299 EUR) ausgewiesen wird. Damit liegt dieses Land über den bekanntlich teuren Ländern wie Norwegen (182 EUR), der Schweiz (jetzt 180 EUR, in Genf jetzt 186 EUR) oder auch New York (282 EUR). Einzig für San Francisco wird mit 314 EUR und für Dschibuti mit 305 EUR ein höherer Wert ausgewiesen.

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Schlagworte zum Thema:  Reisekosten, Verpflegungsmehraufwand