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Weihnachtsgeld wird - sehr zur Freude der Arbeitnehmer - in vielen deutschen Unternehmen gezahlt. Die Freude der Arbeitgeber dagegen hält sich in Grenzen. Der Grund: Die Beitragsberechnung zur Sozialversicherung erfolgt aus Weihnachtsgeld anders, als bei laufendem Entgelt.

Die Sozialversicherungsbeiträge werden grundsätzlich nur bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) berechnet. Die BBG der Kranken- und Pflegeversicherung beträgt im Jahr 2017 monatlich 4.350 EUR. In der Renten- und Arbeitslosenversicherung beträgt die monatlich BBG 6.350 EUR (West) bzw. 5.700 EUR (Ost). Weihnachtsgeld ist als Einmalzahlung zu bewerten und muss entsprechend abgerechnet werden.

Sozialversicherungsbeiträge aus Weihnachtsgeld berechnen

Erzielt ein Arbeitnehmer ein monatliches Entgelt in Höhe der BBG oder darüber hinaus, werden aus seinem Weihnachtsgeld keine Beiträge berechnet. Das Entgelt muss dann allerdings im Jahr 2017 mindestens 6.350 EUR pro Monat betragen. Hinsichtlich der Sozialversicherungsbeiträge gibt es in diesem Fall keine Abzüge aus dem Weihnachtsgeld. Aber: Monatlich werden aus dem Entgelt Beiträge bis zu den oben genannten Grenzen der BBG berechnet.

Wann fallen SV-Beiträge aus dem Weihnachtsgeld an?

Ist das Entgelt geringer als die monatlichen BBG, sind Beiträge aus dem Weihnachtsgeld zu berechnen. Dazu wird das bisher beitragspflichtige Entgelt der jeweils anteiligen BBG gegenübergestellt. Aus der Differenz erfolgt die Beitragsberechnung.

Beispiel:

Monatliches Entgelt 4.000 EUR, Weihnachtsgeld im November 2017 in Höhe von 4.000 EUR.

Bisher beitragspflichtiges Entgelt: 4.000 EUR x 11 = 44.000 EUR

Anteilige BBG KV/PV: 4.350 EUR x 11 = 47.850 EUR

Anteilige BBG RV/ALV: 6.350 EUR x 11 = 69.850 EUR

Beiträge aus dem Weihnachtsgeld:

KV/PV – 47.850 EUR – 44.000 EUR = 3.850 EUR

RV/ALV – 69.850 EUR – 44.000 EUR = 25.850 EUR

Lösung:

In der KV/PV werden Beiträge aus dem monatlichen Entgelt und 3.850 EUR des Weihnachtsgeldes berechnet. Zur RV/ALV sind Beiträge aus dem Entgelt und dem vollen Weihnachtsgeld zu berechnen. Während die Differenz zwischen dem bisher beitragspflichtigen Entgelt und der anteiligen BBG in der Kranken- und Pflegeversicherung nur 3.850 EUR beträgt, fällt die Differenz in der Renten- und Arbeitslosenversicherung höher aus, als der Betrag des Weihnachtsgeldes. Deshalb sind hier auch Beiträge aus der vollen Einmalzahlung zu berechnen.

Volle Beitragspflicht aus dem Weihnachtsgeld

Sofern das Entgelt zusammen mit dem Weihnachtsgeld die monatlichen BBG nicht überschreitet, wird die Einmalzahlung vollständig zur Beitragsberechnung herangezogen.

Beispiel: Monatliches Entgelt 1.200 EUR, Weihnachtsgeld im November 2017 in Höhe von 1.200 EUR.

Lösung: Das monatliche Entgelt und das Weihnachtsgeld überschreiten zusammen weder die BBG in der KV/PV, noch die der RV/ALV. Eine Ermittlung der Differenz zwischen dem bisher beitragspflichtigen Entgelt zur anteiligen BBG ist daher nicht erforderlich. Die Beitragsberechnung erfolgt vollständig aus dem Entgelt und dem Weihnachtsgeld.

Schlagworte zum Thema:  Weihnachtsgeld, Sozialversicherung, Beitragsberechnung, Einmalzahlung, Lohnsteuer, Arbeitsrecht

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