Lohnsteuertabelle

Zusammenfassung

 
Begriff

Der Arbeitgeber kann die für den Arbeitslohn zu erhebende Lohnsteuer maschinell oder manuell berechnen. Für die manuelle Berechnung werden Lohnsteuertabellen veröffentlicht. Um diese einheitlich erstellen zu können, gibt das Bundesministerium der Finanzen jährlich amtliche Programmablaufpläne zur Erstellung von Lohnsteuertabellen heraus. Diese enthalten bundeseinheitliche Vorgaben für die benötigten Berechnungsschritte. Der Programmablaufplan für 2020 berücksichtigt die gesetzlichen Änderungen beim Einkommensteuertarif, u. a. die Anhebung des steuerfreien Grundfreibetrags auf 9.408 EUR.

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Lohnsteuer: § 51 Abs. 4 Nr. 1a EStG ist Rechtsgrundlage für den amtlichen Programmablaufplan zur Erstellung der Lohnsteuertabellen. Für das jeweilige Kalenderjahr wird der amtliche Programmablaufplan durch BMF-Schreiben veröffentlicht. Für den Lohnsteuerabzug 2021 s. BMF, Schreiben v. 9.11.2020, IV C 5 - S 2361/19/10008 :002, BStBl 2020 I S. 1068.

 

Lohnsteuer

1 Unterschied zwischen Lohn- und Einkommensteuertarif

Die Lohnsteuertabellen sind aus dem Einkommensteuertarif abgeleitet. Wesentlicher Unterschied zwischen Lohnsteuer- und Einkommensteuertarif ist die Berücksichtigung gesetzlicher Frei- und Pauschbeträge. Damit der Lohnsteuerabzug der endgültigen Einkommensteuer möglichst nahekommt, wird die Lohnsteuer nach 6 unterschiedlichen Steuerklassen berechnet, in die verschiedene Frei- und Pauschbeträge eingearbeitet sind, z. B. in

Das für das Jahr 2021 steuerfreie Existenzminimumvon 9.744 EUR für Alleinstehende und 19.488 EUR für Verheiratete mit Steuerklasse III wird als Grundfreibetrag bereits in der Tabelle berücksichtigt.

Für Alleinstehende in der Steuerklasse II wird in den Jahren 2020 und 2021 neben dem Entlastungsbetrag ein zeitlich begrenzter Erhöhungsbetrag von 2.100 EUR gewährt, der jedoch nicht in die Tabelle eingebaut, sondern als Freibetrag ausgestaltet ist. Die Berücksichtigung erfolgt dennoch regelmäßig automatisch.[1]

2 Manuelle Berechnung der Lohnsteuer

Maschinelle Lohnabrechnungsprogramme errechnen die Lohnsteuer für jeden Arbeitslohn stufenlos nach einer Tarifformel. Lohnsteuertabellen werden nur noch bei manueller Lohnsteuerberechnung angewendet, wobei folgende Besonderheiten zu beachten sind:

  • In den Tabellen wird die Lohnsteuer jeweils nur für bestimmte Beträge ausgewiesen ("von … bis …"), sog. Tabellenstufen; diese Tabellenstufen betragen jeweils 36 EUR, in der Steuerklasse III 72 EUR.
  • Die Lohnsteuer wird jeweils an der Obergrenze der Tabellenstufe berechnet.
  • Aus Vereinfachungsgründen wird bei der Erstellung der Lohnsteuertabellen für die Ermittlung der Vorsorgepauschale kein Beitragszuschlag für Kinderlose[1] berücksichtigt.

Die manuell berechnete Lohnsteuer ist damit in den meisten Fällen geringfügig höher als bei maschineller Berechnung. Der Unterschiedsbetrag wird regelmäßig durch den vom Arbeitgeber durchgeführten Lohnsteuer-Jahresausgleich ausgeglichen. Alternativ kann der Ausgleich durch eine Veranlagung zur Einkommensteuer erfolgen.

Bemessungsgrundlage ist der Bruttoarbeitslohn

Bemessungsgrundlage für die manuelle Lohnsteuerberechnung ist der steuerpflichtige Bruttoarbeitslohn, der dem jeweiligen Lohnzahlungszeitraum zuzuordnen ist. Hiervon abzuziehen sind etwaige auf den Lohnzahlungszeitraum entfallende Freibeträge für Versorgungsbezüge und/oder der Altersentlastungsbetrag. Ferner sind Freibeträge abzuziehen bzw. ein Hinzurechnungsbetrag hinzuzurechnen.

Die Lohnsteuer wird entsprechend dem Lohnzahlungszeitraum nach amtlichen Lohnsteuertabellen berechnet:

  • Monatssteuertabelle für den laufenden Steuerabzug;
  • Tageslohnsteuertabelle bei Teillohnzahlungszeiträumen;
  • Jahreslohnsteuertabelle für sonstige Bezüge.

Der ermittelte Arbeitslohn ist einer Tabellenstufe zuzuordnen. Die Lohnsteuer für den steuerpflichtigen Arbeitslohn ist aus der für die Steuerklasse maßgebenden Spalte der Lohnsteuertabelle abzulesen.

 
Achtung

Berücksichtigung von Kindern beim Lohnsteuerabzug

Die als Lohnsteuerabzugsmerkmal gebildete Zahl der Kinderfreibeträge wird bei der Lohnsteuerberechnung nicht berücksichtigt. Eine Berücksichtigung erfolgt lediglich bei der Ermittlung des Solidaritätszuschlags und der Kirchensteuer.

3 Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer

Die Lohnsteuertabellen enthalten auch den Solidaritätszuschlag und die Kirchenlohnsteuer. Ab 2021 entfällt der Solidaritätszuschlag für rund 90 % der Lohnsteuerzahler. Dazu erfolgt eine deutliche Anhebung der Grenzbeträge an Lohnsteuer, bis zu denen kein Zuschlag erhoben wird (sog. Nullzone):

  • für Ehegatten bzw. in der Steuerklasse III auf 33.912 EUR Lohnsteuer im Jahr,
  • in allen übrigen Fällen auf 16.956 EUR Lohnsteuer im Jahr.

Die Freigrenzen sind ebenfalls in den Tabellen berücksichtig...

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