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03.05.2016 | Top-Thema Ferienjobber

Lohnsteuer: Für Ferienjobs fällt häufig keine Steuer an

Kapitel
Viele Schüler und Studenten nutzen die Ferienzeit, um ihr Taschengeld aufzubessern.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Sommer und damit auch die Ferien nahen. Der Arbeitslohn von Ferien­jobbern ist grundsätzlich lohnsteuerpflichtig. Doch oft muss dennoch keine Steuer einbehalten werden.

Bezüge von Schülern und Schülern, die in der Ferienzeit als Aushilfe tätig werden, sind regelmäßig Arbeitslohn, der steuerpflichtig ist. Dieser Arbeitslohn unterliegt den allgemeinen Regelungen des Lohnsteuerabzugs (§ 38 EStG).

Keine Lohnsteuer bei wenig Arbeitslohn

In vielen Fällen kommt es aber nicht zu einem Lohnsteuereinbehalt für Schüler und Studenten. Die steuerlichen Frei- und Pauschbeträge führen nämlich dazu, dass in der Steuerklasse I erst ab einem Arbeitslohn von mehr als jährlich 11.822 EUR Lohnsteuer anfällt. Schüler und Studenten gehören im Regelfall dieser Steuerklasse an, die für ledige Arbeitnehmer im ersten Dienstverhältnis gilt.

Arbeitgeber benötigt Angaben des Ferienjobbers

Voraussetzung für die Anwendung ist jedoch, dass dem Arbeitgeber die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) bereitgestellt werden und er den Ferienjobber als Hauptarbeitgeber anmelden kann. Dazu benötigt er die steuerliche Identifikationsnummer, das Geburtsdatum des Ferienjobbers und die Auskunft, ob es sich um das erste Dienstverhältnis handelt. Bei Ausscheiden ist der Ferienjobber wieder abzumelden. Ein Lohnsteuerjahresausgleich darf nicht durchgeführt werden. Etwaige Überzahlungen kann der Schüler oder Student im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung vom Finanzamt zurückbekommen.

Werden dem Arbeitgeber die ELStAM nicht mitgeteilt oder liegt eine Zweitbeschäftigung vor, muss der Arbeitgeber die Lohnsteuer grundsätzlich nach Steuerklasse VI abrechnen. Dann fällt auch bei Aushilfen regelmäßig Lohnsteuer an.

Pauschalbesteuerung bei Aushilfsjobs

Als Alternative zum regulären Lohnsteuerabzug kommt eine Pauschalbesteuerung von Aushilfen in Betracht. Bei einer geringfügigen Beschäftigung bis zu 450 EUR monatlich (gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 1 oder § 8a SGB IV) zahlt der Arbeitgeber Pauschalabgaben von insgesamt 30 %. Darin enthalten sind auch 2 % Lohnsteuer (§ 40a Abs. 2 EStG).

Für eine kurzfristige Beschäftigung (40a Abs. 1 EStG) sind sogar 25 % Lohnsteuer zu entrichten. Diese Pauschalierung ist nur möglich, wenn

  • der Mitarbeiter bei dem Arbeitgeber gelegentlich, nicht regelmäßig wiederkehrend beschäftigt wird,
  • die Dauer der Beschäftigung über 18 zusammenhängende Arbeitstage nicht hinausgeht,
  • die Höhe des Arbeitslohns während der Beschäftigungsdauer 68 EUR durchschnittlich je Arbeitstag nicht übersteigt und
  • der auf einen Stundenlohn umgerechnete Arbeitslohn keinen höheren Betrag als durchschnittlich 12 EUR ergibt.

Diese Voraussetzungen weichen von der kurzfristigen Beschäftigung in der Sozialversicherung ab.

Besonderheit Landwirtschaft

Günstiger wird es in der Landwirtschaft. Dort gibt es für Aushilfskräfte eine spezielle Pauschalierungsmöglichkeit mit 5 % Lohnsteuer (§ 40a Abs. 3 EStG).

Übungsleiterpauschale für nebenberufliche Tätigkeit

Gegebenenfalls kommt für einen Ferienjobber auch die Inanspruchnahme der Übungs­leiterpauschale in Höhe von 2.400 EUR in Betracht. Bis zu diesem Betrag bleibt eine nebenberufliche Tätigkeit als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder eine künstlerische Tätigkeit oder die nebenberufliche Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen steuerfrei. Die Steuerbefreiung ist an die Voraussetzungen geknüpft, dass die Tätigkeit im Auftrag einer öffentlichen oder öffentlich-rechtlichen Institution (z. B. Stadt, Gemeinde, Schule, Hochschule, Volkshochschule, Kammer) oder eines gemeinnützigen Vereins, einer Kirche oder vergleichbaren Einrichtung ausgeübt wird.

Lohnsteuer, Arbeitslohn, Ferienjob, Schüler, Student, Saisonarbeiter, Kurzfristige Beschäftigung, Minijob

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