| Tageslohngrenze

Anhebung der Pauschalierungsgrenze für kurzfristig Beschäftigte?

Die Tageslohngrenze soll entsprechend der Mindestlohnerhöhung für kurzfristig Beschäftigte angepasst werden.
Bild: Michael Bamberger

Der Bundesrat hat empfohlen, die Tageslohngrenze für die Lohnsteuerpauschalierung kurzfristig Beschäftigter an die Mindestlohnerhöhung 2017 anzupassen.

Der „Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Entlastung insbesondere der mittelständischen Wirtschaft von Bürokratie (Zweites Bürokratieentlastungsgesetz)", der noch in diesem Jahr verbschiedet werden soll, enthält aus Personalsicht bisher folgende Maßnahmen:

  • Anhebung der Grenze für die vierteljährliche Abgabe von Lohnsteuer-Anmeldungen von 4.000 EUR auf 5.000 EUR,
  • Bezifferung der Beiträge zur Sozialversicherung in Fällen, in denen der tatsächliche Wert für den laufenden Monat noch nicht bekannt ist, auf Grundlage des tatsächlichen Wertes des Vormonats.

In seiner Stellungnahme zum Gesetzentwurf fordert der Bundesrat ergänzend eine Änderung bei der Lohnsteuerpauschalierung für kurzfristig Beschäftigte, die gute Umsetzungschancen hat.

Vorliegen einer kurzfristigen Beschäftigung

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt lohnsteuerlich vor bei Mitarbeitern, die nicht länger als 18 zusammenhängende Arbeitstage beschäftigt werden und deren Beschäftigung zu einem unvorhersehbaren Zeitpunkt sofort erforderlich ist. In diesen Fällen kann die Lohnsteuer pauschal mit 25 % erhoben werden.

Eine Pauschalierung von steuerlich kurzfristig Beschäftigten mit 25 Prozent ist aber nur zulässig, wenn der durchschnittliche Tageslohn 68 EUR nicht übersteigt. Die durchschnittliche Tageslohngrenze ist zuletzt 2015 angehoben worden (übrigens mit dem „Ersten Bürokratieentlastungsgesetz“) und knüpft an den Mindestlohn an (8 Stunden x 8,50 EUR = 68 EUR). 

Tageslohngrenze ab 2017

Die sogenannte Mindestlohn-Kommission hat bereits Ende Juni einstimmig beschlossen, den gesetzlichen Mindestlohn ab dem 1. Januar 2017 auf 8,84 EUR brutto je Stunde festzusetzen. Da der Mindestlohn zum 1. Januar 2017 aller Voraussicht nach also steigt, erscheint eine Erhöhung der durchschnittlichen Tageslohngrenze sinnvoll und notwendig. Der Bundesrat schlägt eine Grenze von 72 EUR täglich vor.

Lohnsteuerliche Begriffsdefinition

Die steuerliche Kurzfristigkeit weicht von dem sozialversicherungsrechtlichen Begriff der sog. kurzfristigen Beschäftigung ab. Ob sozialversicherungsrechtlich eine kurzfristige Beschäftigung vorliegt oder nicht, ist für die Pauschalbesteuerung mit 25 % ohne Bedeutung.

Hinweis: Bundesrat-Drucksache 437/16 (Beschluss)

Schlagworte zum Thema:  Mindestlohn, Kurzfristige Beschäftigung, Pauschalsteuer

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