Erneute Anhebung der Pauschalierungsgrenze für kurzfristig Beschäftigte
Seit dem 1. Oktober 2022 beträgt der Mindestlohn in Deutschland 12 Euro pro Stunde. Als Folgeänderung ist mit Wirkung zum 1. Januar 2023 die Arbeitslohngrenze bei kurzfristiger Beschäftigung von 120 auf 150 Euro je Arbeitstag angehoben worden. Die Erhöhung des pauschalierungsfähigen durchschnittlichen Stundenlohns von 15 Euro auf 19 Euro folgt der Anhebung der Tageslohngrenze (§ 40a Abs. 4 EStG).
Vorliegen einer kurzfristigen Beschäftigung
Eine kurzfristige Beschäftigung liegt lohnsteuerlich vor (§ 40a Abs. 1 EStG) bei Mitarbeitenden, die nicht länger als 18 zusammenhängende Arbeitstage beschäftigt werden und bei denen die vorstehenden Lohngrenzen nicht überschritten werden. In diesen Fällen kann die Lohnsteuer pauschal mit 25 Prozent erhoben werden. Die Tageslohngrenze ist nicht zu beachten, wenn die Beschäftigung zu einem unvorhersehbaren Zeitpunkt sofort erforderlich wird.
Hinweis: Bei voller Ausnutzung der neuen Stundenlohngrenze für einen Achtstundentag wird die neue Tageslohngrenze überschritten (8 x 19 Euro = 152 Euro).
Wichtig: "kurzfristig" im Steuer- und Sozialversicherungsrecht unterschiedlich definiert
Die steuerliche Kurzfristigkeit weicht von dem sozialversicherungsrechtlichen Begriff der sogenannten kurzfristigen Beschäftigung ab.
In der Sozialversicherung liegt eine kurzfristige Beschäftigung vor, wenn die Beschäftigung für eine Zeitdauer ausgeübt wird, die im Laufe eines Kalenderjahres auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder im Voraus vertraglich begrenzt ist (§ 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV). Ob sozialversicherungsrechtlich eine kurzfristige Beschäftigung vorliegt oder nicht, ist aber für die lohnsteuerliche Pauschalbesteuerung mit 25 Prozent ohne Bedeutung.
Das könnte Sie auch interessieren:
Jahressteuergesetz 2022 beschlossen
Entlastungen beim Lohnsteuertarif und neue Inflationsausgleichsprämie
-
Neue Entfernungspauschale ab 2026: Auswirkungen auf die Entgeltabrechnung
4.013
-
Elektrofahrzeuge: Aufladen im Betrieb und zuhause
3.35444
-
Geschenke an Mitarbeitende und Geschäftsfreunde
2.6421
-
Sachbezugswerte für Mahlzeiten im Jahr 2026 und mehr
1.898
-
Steuerliche Förderung bei Elektro- und Hybridfahrzeugen
1.744
-
Was passiert bei Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze?
1.692
-
So bleiben Sonn- und Feiertagszuschlag sowie Nachtzuschlag steuerfrei
1.6046
-
Dienstrad: Leasing, Überlassung, Übereignung und Aufladen von E-Bikes
1.5602
-
Aufmerksamkeiten an Arbeitnehmende bis zu 60 Euro steuerfrei
1.453
-
Entgeltabrechnung: Was bei einer nachträglichen Korrektur zu beachten ist
1.216
-
Entlastungsprämie für hohe Energiepreise: bis zu 1.000 Euro steuerfrei
24.04.2026
-
Arbeitslos und Minijob: Was zu beachten ist
23.04.2026
-
Digitaler Musikvertrieb unterliegt der Künstlersozialkasse
21.04.2026
-
Lohnsteuerliche Behandlung von unbezahltem Urlaub
20.04.2026
-
Besteuerung einer Urlaubsabgeltung für mehrere Jahre
15.04.2026
-
Arbeitszeitkonto im Minijob: Das müssen Sie beachten
14.04.2026
-
Statusfeststellung zur Selbstständigkeit soll einfacher werden
13.04.2026
-
Zwischen Taschenrechner und Zukunft – das absurde Leben der Lohnabrechnung
09.04.20262
-
FAQ zur steuerfreien Aktivrente ab 2026
02.04.2026
-
Änderungen bei Betriebsveranstaltungen: Voraussetzungen und Freigrenze
24.03.2026