Jahressteuergesetz 2022

Das Dritte Entlastungspaket soll zügig umgesetzt werden. Einige der geplanten Entlastungsmaßnahmen sind bereits im Entwurf zum Jahressteuergesetz 2022 enthalten, der ebenfalls bereits ins Gesetzgebungsverfahren eingebracht worden ist und noch dieses Jahr verabschiedet werden soll. Über die Entlastungen hinaus wird mit dem Entwurf weiterer Änderungsbedarf im Steuerrecht an zahlreichen Stellen umgesetzt.

Das Jahressteuergesetz 2022 soll Entlastungen bringen und wird voraussichtlich Ende Oktober in den Bundestag kommen. Aus lohnsteuerlicher Sicht ist vor allem auf folgende Punkte hinzuweisen:

Rentenbeiträge voll absetzbar

Der vollständige Abzug von Altersvorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben soll bereits ab dem Jahr 2023 (statt erstmals im Jahr 2025) möglich sein. Das hat auch Auswirkungen auf die Berücksichtigung im Rahmen der sogenannten Vorsorgepauschale im Lohnsteuerabzugsverfahren.

Mit dem vollständigen Abzug kann die bisherige Übergangsregelung im Rahmen der Vorsorgepauschale entfallen (§ 39b Absatz 4 EStG), sodass der Vollabzug schon beim Lohnsteuer-Abzug möglich wird. Die Änderung wird bei der Aufstellung der Programmablaufpläne für den Lohnsteuerabzug 2023 berücksichtigt.

Lohnsteuerpauschalierung kurzfristig Beschäftigter

Bei Arbeitnehmenden, die aus steuerlicher Sicht kurzfristig beschäftigt werden, kann der Arbeitgeber die Lohnsteuer mit einem Pauschsteuersatz von 25 Prozent erheben (§ 40a Absatz 1 Satz 1 EStG). Voraussetzung ist unter anderem, dass der Arbeitslohn während der Beschäftigungsdauer eine Tageslohngrenze nicht übersteigt.

Als Folgeänderung zur Erhöhung des Mindestlohns wird mit Wirkung zum 1. Januar 2023 die Arbeitslohngrenze bei kurzfristiger Beschäftigung von 120 auf 150 Euro je Arbeitstag angehoben. Die Erhöhung des pauschalierungsfähigen durchschnittlichen Stundenlohns von 15 Euro auf 19 Euro folgt der Anhebung der Tageslohngrenze (§ 40a Abs. 4 EStG).

Verbesserungen beim Homeoffice

Beim Arbeitszimmer soll der bisher bestehende Höchstbetrag von 1.250 Euro, wenn kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, ab 2023 in einen Pauschbetrag in gleicher Höhe umgewandelt werden (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG). Die sogenannte Homeoffice-Pauschale in Höhe von 5 Euro pro Tag soll dauerhaft weiter gelten und der maximale Abzugsbetrag ab 2023 von 600 Euro auf 1.000 Euro pro Jahr angehoben werden (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6c EStG). Eine steuerfrei Arbeitgebererstattung bleibt jedoch ausgeschlossen.

Ausblick: Datenaustausch mit der PKV

Zum 1. Januar 2024 wird ein umfassender Datenaustausch zwischen den Unternehmen der privaten Kranken- und Pflegeversicherung, der Finanzverwaltung und den Arbeitgebern eingeführt (im Rahmen eines Pilotprojekts mit Echtdaten schon ab dem 1. Januar 2023). Die Vorbereitungsarbeiten laufen seit längerem. Weitere, kleinere Lohnsteuer-Änderungen stehen im Zusammenhang mit diesem Projekt.

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Schlagworte zum Thema:  Steuern, Gesetzgebung, Lohnsteuer, Homeoffice