11.01.2017 | Top-Thema Studentenjobs und Praktika

Für welchen Studentenjob gilt das Werkstudentenprivileg?

Kapitel
Die Hochschulausbildung i.S. des Werkstudentenprivilegs endet mit Zusendung der Prüfungsleistung
Bild: Corbis

Das Werkstudentenprivileg greift für Personen, die während der Dauer ihres Studiums als ordentlich Studierende einer Hochschule oder der fachlichen Ausbildung dienenden Schule gegen Arbeitsentgelt beschäftigt sind. Wann und für welchen Zeitraum sind diese Kriterien erfüllt?

Zu den Studenten, für die das Werkstudentenprivileg gilt, gehören nur die eingeschriebenen Studenten. Die Zeit und Arbeitskraft dieser Studenten muss überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden.

Kriterium des ordentlich Studierenden

Für einige Personenkreise, die zwar hochschulrechtlich als eingeschriebene Studenten gelten, werden die Regelungen im Rahmen des Werkstudentenprivilegs dennoch nicht angewendet. Der Grund: Sie gelten sozialversicherungsrechtlich nicht als ordentlich Studierende. Dies gilt ebenso für bestimmte Sondersituationen während des Studiums. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Personengruppen bzw. Situationen:

  • Studienbewerber, die an studienvorbereitenden Sprachkursen, Studienkollegs oder sonstige, dem Studium vorgeschaltete, fächergruppenspezifische Vorbereitungskurse (sog. Propädeutika) teilnehmen, auch wenn ihnen bereits eine Semesterbescheinigung durch die Hochschule ausgestellt wird,
  • Promotionsstudenten,
  • Langzeitstudenten (widerlegbare Vermutung bei Studiendauer von mehr als 25 Fachsemestern),
  • Teilnehmer an dualen Studiengängen (hier besteht Versicherungspflicht als zur Berufsausbildung Beschäftigter in allen Versicherungszweigen)

Bachelor- zum Masterstudiengang und Urlaubssemester

Ferner gelten Personen bei einer Unterbrechung des Studiums durch den Übergang vom Bachelor- zum Masterstudiengang nicht als ordentliche Studierende. Auch Beschäftigungen während eines Urlaubssemesters werden nicht von dem Werkstudentenprivileg erfasst. Eine Beschäftigung in dieser Zeit führt folglich zur Versicherungspflicht, wenn sie nicht im Rahmen der Regelungen einer geringfügigen Beschäftigung ausgeübt wird.

Ende der Personenkreiszugehörigkeit

Die Hochschulausbildung im Sinne der Anwendung des Werkstudentenprivilegs endet mit Ablauf des Monats, in dem der Studierende vom Gesamtergebnis der Prüfungsleistung per Briefpost vom Prüfungsamt durch das vorläufige Zeugnis unterrichtet wird.

Beispiel: Der Student übt seit zwei Jahren eine unbefristete Beschäftigung an 18 Stunden wöchentlich aus. Aufgrund der Beschäftigung besteht Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung aufgrund des Werkstudentenprivilegs. Zur Rentenversicherung besteht Versicherungspflicht. Im Februar 2017 schließt er sein Studium mit der Abgabe der Bachelorarbeit ab. Am 5. Mai 2017 erhält er von dem Prüfungsamt das vorläufige Ergebnis per Post. Die Übergabe des Zeugnisses erfolgt im Rahmen einer Abschlussfeier am 14. Juli 2017. Das Semester endet am 30. September 2017. Die Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs endet am 31. Mai 2017.

Schlagworte zum Thema:  Student, Werkstudent, Aushilfe, Aushilfen:Geringfügige und kurzfristige Beschäftigung, Praktikum

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