| Ausländische Studenten

In Deutschland arbeitende ausländische Studenten und Praktikanten

Machen ausländische Studenten ein Praktikum oder arbeiten nebenbei sind die SV-rechtlichen Regeln zu beachten.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Ausländische Studenten in Deutschland arbeiten genauso wie ihre inländischen Kommilitonen gern nebenbei oder leisten ein Praktikum ab. Personaler müssen auch bei ihnen - wie bei den beschäftigten Studenten und Praktikanten aus dem Inland - die sozialversicherungsrechtlichen Regeln beachten.

Für ausländische Studenten gelten grundsätzlich die deutschen Rechtsvorschriften über die soziale Sicherheit. Sie können somit geringfügig, als Werkstudent oder Praktikant arbeiten. Während EU-Bürger aufgrund der Regelungen über die Arbeitnehmerfreizügigkeit uneingeschränkt in Deutschland arbeiten dürfen, sind für Arbeitnehmer aus Drittstaaten aufenthaltsrechtliche Bestimmungen zu beachten.

Ausländische Staatsangehörige, die nicht der Europäischen Union (EU) oder dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) angehören, benötigen für die Aufnahme der Beschäftigung in Deutschland eine Erlaubnis der zuständigen Behörde. Dies gilt insbesondere für Staatsangehörige aus den sogenannten Drittstaaten. Nähere Auskünfte hierzu erteilt die Bundesagentur für Arbeit.

Einschreibung an einer Hochschule oder Fachhochschule

Voraussetzung für die Berücksichtigung des Studentenstatus des ausländischen Arbeitnehmers ist, dass er als Student an einer deutschen Hoch- oder Fachhochschule eingeschrieben ist. Der Nachweis wird durch die Immatrikulationsbescheinigung erbracht. Hält der ausländische Student sich nur zum Zwecke der Ableistung eines Praktikums in Deutschland auf, ist der Nachweis der Einschreibung an der Hoch- bzw. Fachhochschule im Ausland zu erbringen.

Ausländischer Student arbeitet geringfügig

Sofern der Student geringfügig entlohnt auf 450-EUR-Basis oder kurzfristig bis zu 3 Monaten bzw. 70 Arbeitstagen im Kalenderjahr arbeitet, liegt eine geringfügige Beschäftigung vor, für die die üblichen Abgaben anfallen. Pauschalbeiträge zur Krankenversicherung in Höhe von 13 % für die geringfügig entlohnte Beschäftigung sind vom Arbeitgeber nur zu zahlen, wenn der ausländische Arbeitnehmer nach deutschem Recht gesetzlich krankenversichert ist.

Wer an einer deutschen Hochschule studieren möchte, muss eine Krankenversicherung nachweisen. Dies wird in der Regel die kostengünstige Krankenversicherung der Studenten bei einer gesetzlichen Krankenkasse sein. Studenten aus dem EU bzw. EWR-Raum können hingegen bei einem Aufenthalt bis zu einem Jahr weiterhin über ihr Heimatland krankenversichert bleiben. Insofern wäre auch nur für diesen Personenkreis und die Studenten, die in Deutschland privat krankenversichert sind, kein KV-Pauschalbeitrag zu zahlen.

Ausländischer Student arbeitet als Werkstudent

Für Studenten aus dem Ausland, die bis zu 20 Stunden in der Woche während der Vorlesungszeit oder in der vorlesungsfreien Zeit auch darüber hinaus arbeiten, gelten die bekannten Regelungen für Werkstudenten in Deutschland. Aufgrund der Beschäftigung fallen für den Arbeitgeber und Arbeitnehmer keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung an. Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung sind hingegen hälftig von ihnen zu tragen, sofern keine geringfügige Beschäftigung vorliegt.

Ausländische Praktikanten

Der Besuch an einer ausländischen Hochschule wird dem an einer deutschen Hochschule gleichgestellt. Für Praktikanten, die in ihrem Heimatland eingeschrieben sind und in Deutschland arbeiten, gelten also die gleichen Regelungen wie für Studenten aus Deutschland. In der Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschriebene Praktika während des Studiums (Zwischenpraktika) sind somit unabhängig von ihrer Dauer und der Höhe des Arbeitsentgelts versicherungsfrei bzw. nicht versicherungspflichtig in der Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung.

Wichtig: Ein Nachweis der ausländischen Hochschule über das Pflichtpraktikum gehört in die Entgeltunterlagen.

Freiwilliges Praktikum ausländischer Studenten

Für ausländische Studenten, die ein freiwilliges Praktikum in Deutschland machen, sind die Regelungen über die geringfügige Beschäftigung bzw. bei mehr als geringfügiger Beschäftigung die Werkstudenten-Regelung anzuwenden. Wird das freiwillige Praktikum nicht in diesem Rahmen abgeleistet, ist der ausländische Student als Arbeitnehmer voll sozialversicherungspflichtig. Für die geringfügig entlohnte Beschäftigung im Rahmen des freiwilligen Zwischenpraktikums gilt die Sonderregelung, wonach keine Pauschalbeiträge vom Arbeitgeber in Höhe von 15 % zu zahlen sind, wenn der Arbeitnehmer die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht beantragt hat.

Sprachkurse begründen kein Studium

Personen, die neben dem Besuch eines Studienkollegs zum Erlernen der deutschen Sprache und zur Vorbereitung auf das Studium eine Beschäftigung ausüben, gelten nicht als Studenten im Sinne der sozialversicherungsrechtlichen Regelungen. Dies gilt selbst dann, wenn von der Hochschule für dieses Vorbereitungsstudium eine Semesterbescheinigung mit der Bezeichnung ”0 Fachsemester" ausgestellt wird. Sie sind daher als Arbeitnehmer voll sozialversicherungspflichtig, sofern keine geringfügige Beschäftigung vorliegt.

Diese News könnten Sie ebenfalls interessieren:

Arbeitgeber bei ausländischen Studierenden zu zurückhaltend

Zu wenige ausländische Studenten bleiben in Deutschland

Tipps für die Beschäftigung ausländischer Mitarbeiter

Haufe Online Redaktion

Ausländische Arbeitnehmer, Student, Praktikum