Für Geringwertige Wirtschaftsgüter gelten zum 1.1.2018 geänderte Werte Bild: Pixabay

Für geringwertige Wirtschaftsgüter gelten zum 1.1.2018 geänderte Werte, die Sie hinsichtlich Sammelposten und Abschreibung kennen und berücksichtigen müssen.

Ab dem 1.1.2018 müssen Wirtschaftsgüter zwischen 250 und 1.000 EUR bei Anwendung des § 6 Abs. 2a EStG (Poolabschreibung) in einen Sammelposten eingestellt werden. Βei den DATEV-Kontenrahmen SKR 03 und SKR 04 erfolgt die Buchung auf das Konto "Wirtschaftsgüter größer 250 bis 1.000 EUR" 0485 (SKR 03) bzw. 0675 (SKR 04).

Der Sammelposten ist über 5 Jahre aufzulösen. Βei den DATEV-Kontenrahmen SKR 03 und SKR 04 erfolgt die Buchung auf das Konto "Abschreibungen auf den Sammelposten Wirtschaftsgüter" 4862 (SKR 03) bzw. 6264 (SKR 04).

Anhebung der Wertgrenzen für geringwertige Wirtschaftsgüter

Ab 2018 gelten für geringwertige Wirtschaftsgüter neue Grenzen. Der untere Grenzwert gem. § 6 Abs. 2 und Abs. 2a EStG wird von 150 EUR auf 250 EUR angehoben. Der obere Grenzwert gem. § 6 Abs. 2 EStG wird von 410 EUR auf 800 EUR angehoben.

Das hat zur Folge, dass auch die Grenze für Aufzeichnungspflichten von 150 EUR auf 250 EUR angehoben wird. Für den Sammelposten wird die untere Wertgrenze von 150 EUR auf 250 EUR angehoben.

Es gibt Ausnahmen von der "normalen" Abschreibung

Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens müssen gem. § 7 Abs. 1 EStG verteilt über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Bei der Festlegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer ist von den amtlichen AfA-Tabellen auszugehen.

Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer spielt keine Rolle, wenn es sich um

  • geringwertige Wirtschaftsgüter bis 250 EUR netto handelt. Diese können im Jahr der Anschaffung oder Herstellung sofort zu 100 % als Betriebsausgaben abgezogen werden  und
  • Wirtschaftsgüter handelt, deren Anschaffungskosten mehr als 250 EUR aber nicht mehr als 1.000 EUR betragen (Sammelposten). Diese sind bei Anwendung der Poolabschreibung verteilt über 5 Jahre als Betriebsausgaben abzuziehen.
  • Alternativ zu den vorstehenden Varianten können Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis 800 EUR netto als geringwertige Wirtschaftsgüter im Jahr der Anschaffung zu 100 % abgeschrieben werden.

GWG Sammelposten 2018: Wirtschaftsgüter von mehr als 250 EUR und nicht mehr als 1.000 EUR

Bei Anwendung des § 6 Abs. 2a EStG müssen alle Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens,

  • deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten netto (also ohne Umsatzsteuer) mehr als 250 EUR, aber nicht mehr als 1.000 EUR betragen, und die
  • beweglich, abnutzbar und
  • selbstständig (= für sich allein) nutzbar sind,

zu einem Sammelposten zusammengefasst werden.

Dieser Sammelposten muss im Jahr der Bildung und in den folgenden 4 Jahren mit jeweils 1/5 gewinnmindernd aufgelöst werden. Diese Regelung ist zwingend anzuwenden, Ausnahmen existieren nicht. Für die Anschaffungen muss für jedes Jahr bei Anwendung der Poolabschreibung jeweils ein eigener Sammelposten gebildet werden.

Anschaffungskosten1. Variante
Abschreibung (§ 6 Abs. 2 EStG)
2. Variante
Abschreibung (§ 6 Abs. 2 a EStG)
3. Variante
Wahmöglichkeit: Nur anstelle der 1. Variante

bis 250 EUR

sofort

sofort

Abschreibung nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer

mehr als 250 EUR bis 800 EUR

sofort

Poolabschreibung über 5 Jahre

Abschreibung nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer

mehr als 800 EUR bis 1.000 EUR

Abschreibung nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer

Poolabschreibung über 5 Jahre

Abschreibung nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer

über 1.000 EUR

Abschreibung nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer

Abschreibung nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer

Abschreibung nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer

GWG Sammelposten 2018: Wann die Einstellung in den Sammelposten erfolgen muss

Es gibt, wie die vorhergehende Übersicht zeigt, verschiedene Varianten.

1. Variante: Unternehmer können selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens sofort im Jahr der Anschaffung oder Herstellung zu 100 % abschreiben, wenn

  • die Anschaffungs- oder Herstellungskosten für das einzelne Wirtschaftsgut nicht mehr als 800 EUR netto betragen.
  •  Bei dieser Variante entfällt die Möglichkeit Wirtschaftsgüter bis 1.000 EUR gem. § 6 Abs. 2a EStG in einen Sammelposten einzustellen.

2. Variante: Unternehmer, die selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens anschaffen oder herstellen, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten

  • nicht mehr als 250 EUR betragen, dürfen diese sofort im Jahr der Anschaffung oder Herstellung zu 100 % abschreiben,
  •  mehr als 250 EUR und nicht mehr als 1.000 EUR betragen, müssen diese dann in einen Sammelposten einstellen, der gleichmäßig auf 5 Jahre verteilt wird (= Poolabschreibung).

Statt der Poolabschreibung können also Wirtschaftsgüter bis 800 EUR voll abgeschrieben werden. Wer sich für die 800-EUR-Abschreibung entscheidet, muss Wirtschaftsgüter mit darüberhinausgehenden Anschaffungskosten über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abschreiben,

Bei der Anwendung der Poolabschreibung werden alle Anschaffungen von mehr als 250 EUR und nicht mehr als 1.000 EUR auf das Konto "Wirtschaftsgüter größer 250 bis 1.000 EUR (Sammelposten)" gebucht. Im vorhergehenden Beispiel also die Anschaffungskosten der Stehlampe, des Schreibtischstuhls, des Schreibtischs und des Rollcontainers für den Schreibtisch.

Für die Einstellung in den Sammelposten ist immer der Nettobetrag maßgebend. Das gilt auch für nicht zum Vorsteuerabzug berechtigte Unternehmer. So schließen z. B. Umsätze für die Heilbehandlungen durch einen Arzt den Vorsteuerabzug aus. Die Auflösung sieht dann wie folgt aus:

Berechtigung zum VorsteuerabzugKeine Berechtigung zum Vorsteuerabzug

Gesamtbetrag des Sammelpostens

3.167,00 EUR

3.768,73 EUR

1.

Auflösung (AfA) 1/5 in 01

633,40 EUR

753,95 EUR

2.

Auflösung (AfA) 1/5 in 02

633,40 EUR

753,95 EUR

3.

Auflösung (AfA) 1/5 in 03

633,40 EUR

753,95 EUR

4.

Auflösung (AfA) 1/5 in 04

633,40 EUR

753,95 EUR

5.

Auflösung (AfA) 1/5 in 05

633,40 EUR

753,93 EUR

Ausweis am 31.12.05

0,00 EUR

0,00 EUR

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Topthema: Geringwertige Wirtschaftsgüter 2017

Schlagworte zum Thema:  Geringwertiges Wirtschaftsgut, Jahresabschluss, Abschreibung

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