Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts

Der Gesetzgeber hat die Fristen für die Investitionsabzugsbeträge und die Reinvestition coronabedingt um ein Jahr verlängert.

Praxis-Hinweis: Verlängerung der Reinvestitionsfrist schont die Liquidität

Das unlängst in Kraft getretene Gesetz zur Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts (KöMoG) bringt nicht nur die Möglichkeit einer Option zur Besteuerung nach dem Recht für Kapitalgesellschaften, sondern an recht versteckter Stelle eine - erneute - Änderung des § 7g EStG.

§ 7g EStG, der den Investitionsabzugsbetrag für kleinere und mittlere Betriebe regelt, wurde nämlich bereits in der letzten Zeit durch das Jahressteuergesetz 2020 (JStG 2020, BGBl. I 2020, S. 3096) und das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz (BGBl. I 2020, S. 1512) geändert.

Nunmehr bestimmt der Gesetzgeber, dass Fristen für Investitionsabzugsbeträge, die vor 2019 berücksichtigt wurden, die dreijährige Frist um ein Jahr verlängert werden. Investitionen, die im Jahr 2021 hätten erfolgen müssen, können ohne Nachteil erst im Jahr 2022 erfolgen.

Für im Jahr 2020 und 2021 geltend gemachte Investitionsabzugsbeträge verlängert sich die Frist ebenfalls um ein Jahr – statt 4 sind es nun 5 Jahre. Auch die Reinvestitionsfristen nach § 6b EStG werden um ein weiteres Jahr verlängert.

Dies alles schont die Liquidität von Unternehmen, die durch die Pandemie betroffen sind. Sie sind also nicht mehr zwingend verpflichtet, ihre liquiden Mittel zur Vermeidung von steuerlichen Nachteilen im Jahr 2021 einzusetzen, sondern können sich zunächst auf die wirtschaftliche Gesundung konzentrieren. Ob Unternehmen davon Gebrauch machen sollten, kann natürlich nicht allgemeingültig beantwortet werden, sondern ist anhand der Umstände im Einzelfall zu prüfen.

Hintergrund:

Nach § 7g Abs. 3 EStG muss ein in Anspruch genommener Investitionsabzugsbetrag bis zum Ende des 3. auf das Wirtschaftsjahr des jeweiligen Abzugs folgenden Wirtschaftsjahres hinzugerechnet werden. Ansonsten ergeben sich steuerliche Nachteile. Diese Frist von 3 Jahren wurde durch das Zweite Coronasteuerhilfegesetz für Investitionen, deren Frist im Jahr 2020 auslief, bereits um 1 Jahr verlängert.

Bei der Reinvestitionsrücklage nach § 6b EStG, hat nach § 6b Abs. 3 Satz 3 EStG im Regelfall nach 4 Jahren eine Reinvestition zu erfolgen. Bei neu hergestellten Gebäuden kann diese Frist auf 6 Jahre verlängert werden, wenn die Herstellung vor Schluss des vierten Jahres begonnen hat. Auch diese Fristen waren bereits coronabedingt um ein Jahr verlängert worden, wenn die Reinvestition vor 2021 aufzulösen gewesen wäre. Jetzt erfolgt eine Verlängerung um ein weiteres Jahr und es wird auf eine Reinvestition vor 2022 abgestellt.

Wesentlicher Inhalt der gesetzlichen Regelung:

Die Änderungen erfolgen versteckt in § 52 EStG, der die Anwendungszeitpunkte der verschiedenen Gesetzesfassungen betrifft:

In § 52 Abs. 14 Satz 4 EStG werden schlicht die Wörter „ein Jahr“ durch „zwei Jahre“ ersetzt. Ferner wird nunmehr in § 52 Abs. 14 Satz 5 EStG auf eine Reinvestition vor dem 1.1.2022 statt 1.1.2021 abgestellt.

In § 52 Abs. 16 Satz 3 EStG werden die Wörter „zum Ende des vierten“ durch „zum Ende des fünften“ Jahres ersetzt. Der neue § 52 Abs. 16 Satz 4 EStG bestimmt, dass für nach dem 31.12.2017 und vor dem 1.1.2019 endende Wirtschaftsjahre beanspruchte Investitionsabzugsbeträge die Investitionsfrist erst zum Ende des 4. auf das Wirtschaftsjahr des Abzugs folgenden Wirtschaftsjahres endet.

Tipp: Mit Haufe Finance Office meistern Sie jede Herausforderung

Die Fachdatenbank Haufe Finance Office Premium liefert Ihnen rechtssicheres Fachwissen zu allen Themen im Finanz- und Rechnungswesen - egal ob zu pandemiebedingten Änderungen und Regelungen oder zum Jahresabschluss.

Schlagworte zum Thema:  Investitionsabzugsbetrag, Sonderabschreibung