11.02.2015 | Top-Thema Urlaubsrückstellung

Den Rückstellungsbetrag berechnen und buchen

Kapitel
Bei abweichenden Wertansätzen nach Handels- und Steuerrecht müssen latente Steuern berücksichtigt werden.
Bild: Haufe Online Redaktion

Nachdem die Eckdaten ermittelt sind, muss der Rückstellungsbetrag berechnet werden. Kapitel 3 beinhaltet ein Praxis-Beispiel zur Berechnung und der Buchung des Rückstellungsbetrags nach der Individual- und nach der Durchschnittsmethode.

Nach Ermittlung der Eckdaten folgt die Rückstellungsberechnung

Bei der Berechnung gehen Sie wie folgt vor: Sie dividieren das maßgebliche Urlaubsentgelt durch die Zahl der Arbeitstage. Das Ergebnis multiplizieren Sie mit der Zahl der noch nicht genommenen Urlaubstage. Urlaubsgeld, das Sie noch nicht ausgezahlt haben, erhöht die Rückstellung.

Hinweis: Keine Abzinsung

Die Restlaufzeit der Urlaubsrückstellung beträgt i. d. R. weniger als 12 Monate. Deshalb kommt weder handelsrechtlich nach § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB noch steuerrechtlich nach § 6 Abs. 1 Nr. 3a Buchst. e EStG eine Abzinsung in Betracht. Danach sind Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr abzuzinsen.

Hinweis: Latente Steuern

Ggf. müssen die Abweichungen der Wertansätze in Handels- und Steuerbilanz bei der Ermittlung der latenten Steuern berücksichtigt werden.

Praxis-Beispiel: Berechnung Urlaubsrückstellung

Hans Groß ist Gesellschafter-Geschäftsführer der X-GmbH. Unternehmensgegenstand ist der Handel mit Kfz sowie die Reparatur von Kfz. Außer Hans Groß beschäftigt die X-GmbH noch Wolfgang Müller, Hans Fox und Max Meier. Alle Arbeitnehmer der X-GmbH erhalten außer ihrem Monatsgehalt ein freiwillig gezahltes 13. Monatsgehalt als Weihnachtsgeld. Die Zuführungen zur Pensionsrückstellung bei Hans Groß betragen 9.000 EUR. Die Personaldaten zum abgelaufenen Wirtschaftsjahr haben folgendes Aussehen:

GroßMüllerFoxMeierSumme
Bruttogehalt in EUR100.00050.00046.00042.000238.000

Arbeitgeberanteil

Sozialversicherung in EUR

8.0007.6007.00022.600
Resturlaub in Tagen2105724
Wochenarbeitstage655521

Daraus ergibt sich folgendes maßgebliches Urlaubsentgelt:

(Angaben in EUR)GroßMüllerFoxMeier
Bruttogehalt100.00050.00046.00042.000
./. Weihnachtsgeld7.6923.8463.5383.230

+ AG-Anteil

Sozialversicherung

8.0007.6007.000

Maßgebliches

Urlaubsentgelt

92.30854.15150.06245.770

Ermittlung der tatsächlichen Arbeitstage:

GroßMüllerFoxMeier
Wochenarbeitstage6555
52 Wochen312260260260
Feiertage./. 11./. 11./. 11./. 11
Arbeitstage301249249249

Urlaubstage lt. Vertrag

./. 31./. 31./. 31./. 31
Tatsächliche Arbeitstage270219219219

Ermittlung der Urlaubsrückstellung:

GroßMüllerFoxMeier
Maßgebliches Urlaubsentgelt92.308 EUR54.151 EUR50.062 EUR45.770 EUR
./. Arbeitstage301249249249
Urlaubsentgelt pro Arbeitstag307 EUR217 EUR201 EUR184 EUR
Resturlaub21057
Rückstellungsbetrag Steuerbilanz5.077 EUR

Buchungsvorschlag:

SKR 03

4110Löhne5.077an0970Sonstige Rückstellungen5.077

SKR 04

6010Löhne5.077an3070Sonstige Rückstellungen5.077

Berechnung der Durchschnittsmethode

Ermittlung des maßgeblichen Urlaubsentgelt:

Bruttogehalt:

238.000 EUR

./. freiwilliges Weihnachtsgeld:

18.306 EUR

+ AG Sozialversicherung:

22.600 EUR

Arbeitsentgelt:

278.906 EUR

pro Arbeitnehmer:

69.726 EUR

Tatsächliche Arbeitstage:

Wochenarbeitstage:

21

52 Wochen

1.092

./. Feiertage:

44

./. Urlaubstage:

121

Tatsächliche Arbeitstage:

927

Ermittlung der Urlaubsrückstellung:

Maßgebliches Urlaubsentgelt:

278.906 EUR

Arbeitstage:

927

Urlaubsentgelt pro Tag:

301 EUR

Resturlaub:

24

Rückstellungsbetrag Steuerbilanz

7.224 EUR

Weitere Inhalte zum Thema "Urlaubsrückstellung" sowie zu weiteren Rückstellungsthemen finden Sie auf unserem Produkt "Haufe Rechnungswesen Office".

Schlagworte zum Thema:  Rückstellung, Urlaub , Jahresabschluss, Bilanz, Abzinsung, Latente Steuern, Steuerbilanz, Handelsbilanz, Resturlaub

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