11.02.2015 | Top-Thema Urlaubsrückstellung

Die zu ermittelnden Eckdaten

Kapitel
Eckdaten: Zu berücksichtigender Arbeitslohn, Arbeitstage und Resturlaub
Bild: Haufe Online Redaktion

Wenn Sie für nicht genommen Urlaub Ihrer Mitarbeiter eine Rückstellung passivieren möchten, müssen Sie zunächst einige Eckdaten ermitteln. Kapitel 2 nennt die Daten, die Sie zusammenstellen müssen.

Maßgebliches Arbeitsentgelt

In der Regel – sofern tarifvertragliche oder einzelvertragliche Berechnungsregeln fehlen – ist  das Urlaubsentgelt aus dem Durchschnittsverdienst der letzten 13 Wochen vor dem Bilanzstichtag maßgeblich.

Hinweis: Urlaubsgeld – zusätzlich zum Arbeitslohn gewährt

Sie dürfen das Urlaubsentgelt nicht mit dem zusätzlich gewährten Urlaubsgeld verwechseln. Das Urlaubsgeld wird zusätzlich zum Arbeitslohn gewährt.

Zunächst sind die Bruttolöhne zu berücksichtigen.

Hierzu gehören auch

  • Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung und
  • Beiträge zur Berufsgenossenschaft

Nach einem Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz ist auch das Weihnachtsgeld zu berücksichtigen, wenn es keine jährlich vereinbarte Sondervergütung ist.

Das Handelsrecht ist umfassender. Hier sind auch Jubiläumsrückstellungen, Zuführungen zu Pensionsrückstellungen und vermögenswirksame Leistungen zu berücksichtigen.

Arbeitstage und Resturlaub

Auch hier gibt es eine unterschiedliche Behandlung nach Handels- und Steuerrecht. Auch die Anzahl der relevanten Arbeitstage für die Berechnung des Tagessatzes differiert:

  • Handelsbilanz: 220 Arbeitstage
  • Steuerbilanz: 250 Arbeitstage (5-Tage-Woche) bzw. 300 Arbeitstage (6-Tage-Woche).

Dabei dürfen geringfügige Abweichungen wie Verschiebung von Feiertagen unberücksichtigt bleiben.

Steuerrechtlich (also für die Steuerbilanz) müssen Sie die regelmäßigen Arbeitstage vor Abzug der Urlaubs- und Krankheitstage zugrunde legen. Dies deshalb, weil Urlaubs- und Krankheitstage vom Arbeitslohn umfasst werden.

Demgegenüber werden für die Handelsbilanz nur die tatsächlichen Arbeitstage angesetzt. Die Urlaubs- und Krankheitstage werden also abgezogen.

Sodann müssen Sie alle Resturlaubstage in die Berechnung mit einbeziehen, also alle noch nicht von dem (den) Arbeitnehmer(n) genommenen Urlaubstage aus dem abgelaufenen Wirtschaftsjahr.

Schlagworte zum Thema:  Rückstellung, Urlaub , Resturlaub, Jahresabschluss, Bilanz, Handelsbilanz, Steuerbilanz, Latente Steuern, Abzinsung

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