Für nach dem 1.1.2020 beginnende Geschäftsjahre müssen kapitalmarktorientierte Unternehmen ihre Jahresfinanzberichte im EU-einheitlichen elektronischen Berichtsformat ESEF veröffentlichen. Eine zukünftige Ausweitung dieser Regelung auf nicht-kapitalmarktorientierte Unternehmen ist mittelfristig möglich, bisher liegen jedoch noch keine konkreten Pläne dafür vor. Erfahren Sie hier mehr über Hintergrund und Zielsetzung des ESEF.

Der Ursprung des ESEF liegt in der Transparenzrichtlinie von 2004

Ziel der Transparenzrichtlinie (2004/109/EG des Europäischen Parlaments und des Rates v. 15.12.2004) ist es, mit einem einheitlichen, maschinenlesbaren Veröffentlichungsformat

  • die Transparenz im Binnenmarkt zu steigern,
  • Finanzberichte verschiedener Sprachen vergleichbar zu machen und
  • Emittenten, Behörden und Anlegern die Möglichkeit zu geben, maschinelle Analysen der Finanzinformationen durchzuführen.

Sobald die EU-Verordnung veröffentlicht wird, gilt der Standard

Hierzu hatte die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA (European Securities and Markets Authority) den Auftrag, einen technischen Regulierungsstandard (kurz RTS, Regulatory Technical Standard) für das EU-einheitliche digitale Berichtsformat ESEF (European Single Electronic Format) zu entwickeln. Dieser wurde der EU-Kommission im Dezember 2017 vorgelegt.

Die Umsetzung des Vorschlags erfolgt mit einer direkt bindenden EU-Verordnung, die bereits für März 2018 terminiert war und daher wohl in naher Zukunft veröffentlicht wird. Ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung in Form einer EU-Verordnung ist dieser Standard in allen Mitgliedsstaaten ohne weitere gesetzliche Umsetzung gültig.

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