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Der RTS-Entwurf der ESMA betrifft zunächst Emittenten von Wertpapieren an regulierten Märkten innerhalb der EU. Anwendbar sind die Regelungen auf alle Jahresfinanzberichte, was neben dem IFRS-Konzernabschluss auch den Jahresabschluss nach dem HGB betrifft. Entsprechend kann eine de-facto-Erweiterung der Anwendung auch auf nicht-kapitalmarktorientierte Unternehmen stattfinden, sofern diese in den Konzernabschluss einer kapitalmarktorientierten Mutter einzubeziehen sind.

Betroffene Unternehmen müssen die Jahresfinanzberichte in XHTML-Format veröffentlichen

Laut Art. 3 des ESMA-Entwurfs sieht der Standard für alle Jahresfinanzberichte der betroffenen Unternehmen die Veröffentlichung im XHTML-Format vor. Dieses Format lässt sich vom Adressaten in jedem Standard-Browser öffnen und anzeigen wie eine Website. Entsprechend kann der XHTML-Finanzbericht ebenso wie eine Print-PDF-Ausgabe nach den Wünschen der Abschlussersteller gestaltet und grafisch aufbereitet werden. Die so erstellten Finanzberichte sind sowohl von Menschen, als auch maschinell lesbar und können um unsichtbare Zusatzinformationen erweitert werden. 

XBRL-Tags ermöglichen maschinelle Auswertung und Weiterverarbeitung

Art. 4 Nr. 1 des ESMA-Entwurfs sieht vor, dass Konzernabschlüsse nach den IFRS um Zusatzinformationen in Form sog. XBRL-Tags (eXtensible Business Reporting Language) erweitert werden. Diese Etikettierung soll die maschinelle Auswertung und Weiterverarbeitung der Informationen ermöglichen. Hierfür wird eine umfangreiche ESEF-Taxonomie zur Verfügung gestellt.

Zeitliche Staffelung der verpflichtenden Nutzung bei IFRS-Konzernabschlüssen

Die verpflichtende Nutzung der XBRL-Tags ist zeitlich gestaffelt:

  • Für Geschäftsjahre, die nach dem 1.1.2020 beginnen, müssen alle Positionen der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung, des sonstigen Ergebnisses, der Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Kapitalflussrechnung etikettiert werden. Zusätzlich sind zehn weitere Angaben aus dem Anhang zu etikettieren, die grundlegende Informationen umfassen, wie Namen, Sitz, Rechtsform usw. des Unternehmens. Zur Nutzung weiterer Tags besteht gemäß Art. 4 Nr. 3 des ESMA-Entwurfs ein Wahlrecht.
  • Für Geschäftsjahre, die nach dem 1.1.2022 beginnen, wird die Liste der verpflichtend zu etikettierenden Anhangangaben erweitert. Die Regelungen bezüglich der Hauptrechenwerke und des Wahlrechts bleiben unberührt.

Vorgegebene ESEF-Taxonomie ist anzuwenden und ggf. zu ergänzen

Bei der Auswahl der Etiketten ist das Element zu wählen, das die engste Definition des dargestellten Sachverhalts aufweist. Eine Änderung von Kernelementen der ESEF-Taxonomie ist untersagt, wohingegen unternehmensspezifische Bezeichnungen für vorhandene Kernelemente hinzugefügt werden können. Sollte ein passendes Taxonomie-Element fehlen, kann dieses ausnahmsweise ergänzt werden.

Wahlrecht zur Anwendung der Taxonomie bei allen anderen Finanzberichten

Weitere Finanzberichte, wie z.B. der Jahresabschluss nach HGB, können ebenfalls mit XBRL-Tags etikettiert werden, sofern im jeweiligen Mitgliedsstaat eine entsprechende Taxonomie zur Verfügung gestellt wird. Insoweit handelt es sich hier um ein Wahlrecht. In Deutschland stellt der XBRL Deutschland e.V. eine E-Bilanz-Taxonomie zur Verfügung, die hierfür genutzt werden könnte.

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Schlagworte zum Thema:  ESMA