Buchhaltung: Was Sie bei Geschenken für den Jahresabschluss abstimmen sollten. Bild: Haufe Online Redaktion

In Vorbereitung auf den Jahresabschluss ist eine gut abgestimmte Buchhaltung wichtig. Was bei Geschenken für den Jahresabschluss abgestimmt werden sollte zeigt der heutige Praxis-Tipp.

Geschenke: So gehen Sie vor

Geschenke dürfen nur auf den vorgesehenen Konten gebucht werden. Andernfalls riskiert man, dass das Finanzamt den Betriebsausgabenabzug versagt. Die Aufzeichnungen haben zeitnah zu erfolgen – in der Regel innerhalb eines Monats. Außerdem dürfen auf den Konten "Geschenke"  keine anderen Aufwendungen – insbesondere keine Werbekosten, Zugaben u. ä. – erfasst werden. Wegen der besonderen Aufzeichnungspflichten für Geschenke sollten Sie unbedingt Fehlbuchungen vermeiden; eine Korrektur findet in einer Betriebsprüfung nicht immer Gnade.

Geschenke: Freigrenze beachten

Geschenke sind unentgeltliche Zuwendungen an einen Dritten.

Arbeitsschritte

erledigt

Bereinigen Sie die Konten Geschenke und Bewirtungen von den jeweiligen fremden Kosten. Buchen Sie ggf. Streuartikel, Zugaben und Aufmerksamkeiten um.

 

Buchen Sie Geschenke über einen Wert von 35 EUR pro Empfänger und die Geld- und Sachgeschenke an Arbeitnehmer um.

 

Prüfen Sie die Bewirtungsbelege und Aufzeichnungen zu den Empfängern.

 

Geschenke bis 35 EUR je Empfänger abziehbar

Grundsätzlich können Geschenke bis 35 EUR bei einem oder mehreren Geschenken je Empfänger und je Wirtschaftsjahr als Betriebsausgabe abgezogen werden. Wird diese Grenze überschritten, entfällt der Abzug in vollem Umfang. Um die Einhaltung der Grenze nachvollziehen zu können, verlangt das Finanzamt zu den einzelnen Geschenken eine Liste der jeweiligen Empfänger.

Geschenke pauschal versteuern

Der Empfänger hat ein Geschenk über 10 EUR grundsätzlich zu versteuern. Es gibt die Alternative, einheitlich sämtliche Geschenke – auch die unter 35 EUR mit einem Pauschalsteuersatz von 30 % (+ Solidaritätszuschlag + Kirchensteuer) zu versteuern, um dem Empfänger eine zusätzliche Freude zu bereiten. Diese Pauschalversteuerung ist bis zu 10.000 EUR pro Empfänger und Jahr möglich (§ 37 b EStG)

Geschenke an Arbeitnehmer zu 100 % abziehbar

Geld- und Sachgeschenke des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer sind in voller Höhe als Betriebsausgaben abziehbar. Sofern Sachzuwendungen für einen besonderen Anlass üblich sind und den Wert von 60 EUR pro Arbeitnehmer nicht überschreiten, sind sie als steuerfreie freiwillige soziale Aufwendung zu erfassen. Ohnehin sind Sachbezüge bis 44 EUR mtl. lohnsteuerfrei. Ansonsten kommt die Buchung als steuerpflichtiger Arbeitslohn auf einem Konto für Löhne oder Gehälter infrage.

Streuartikel zu 100 % abziehbar, auch Zugaben und ­Aufmerksamkeiten

Der Rechtsprechung verdankt man nunmehr folgende Unterscheidung:

Streuartikel – Gegenstände von geringem Wert bis 10 EUR – werden zu Hunderten oder Tausenden verschenkt, ohne dass die Empfänger bekannt sind. Für diese Geschenke besteht kein unmittelbarer Zusammenhang mit dem Verkauf von Ware.

Zugaben werden dagegen beim Verkauf kostenlos beigegeben. Sie sind deshalb als Kosten der Warenabgabe zu behandeln.

Als Aufmerksamkeit gilt die Darreichung von Kaffee, Gebäck und Snacks bei einer Geschäftsbesprechung, Bonbons für Kinder u.Ä. Die abzugrenzende Bewirtung mit Speisen kann aber schon bei einer Bockwurst anfangen. Es handelt sich aufgrund des geringen Werts nicht um Geschenke (von daher keine Empfängerliste zu führen), aber auch nicht um Zugaben beim Warenverkauf, die getrennt zu erfassen sind.

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Schlagworte zum Thema:  Jahresabschluss, Geschenk, Buchhaltung, Buchführung

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