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Recruiting

Recruiting

Recruiting beschreibt den umfassenden Prozess der Personalbeschaffung eines Unternehmens. Ziel ist es, die besten Mitarbeiter für die passenden Stellen im Unternehmen zu gewinnen. Die Ansätze hierzu gehen von der klassischen Stellenanzeige bis zu den innovativen Lösungen des E-Recruiting.

Der Personalbedarf der Unternehmen in Deutschland ist hoch, aber die Anzahl der Stellensuchenden ist seit Jahren rückläufig. Der demografische Wandel und der zunehmende Fachkräftemangel führen dazu, dass es für die Arbeitgeber immer schwieriger wird, die richtigen Kandidatinnen und Kandidaten zu finden und für ihr Unternehmen zu gewinnen.

Herausforderungen in der Personalbeschaffung

Zu den größten Herausforderungen im Recruiting zählt es, die Stellenangebote an den richtigen Mann oder die richtige Frau zu bringen. Qualifizierte Fach- und Führungskräfte, die sich in einer Anstellung befinden, suchen selten auf Unternehmens-Webseiten oder in Stellenbörsen nach neuen Jobs. Deshalb ist es wichtig, die relevante Zielgruppe auf die Vakanz aufmerksam zu machen, sei es über Social Media Recruiting, Active Sourcing, über Fachportale, mit Guerilla Recruiting oder mit Predictive Advertising.

Eine weitere Herausforderung ist der Faktor Zeit. Dauert der Bewerbungsprozess zu lange, besteht die Gefahr, aussichtsreiche Kandidatinnen und Kandidaten an einen Wettbewerber auf dem Arbeitsmarkt zu verlieren. Eine Lösung bieten automatisierte Prozesse, um den Bewerbenden schnell eine qualifizierte Rückmeldung geben zu können, sowie leicht bedienbare Bewerbungstools, damit potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten nicht schon beim Ausfüllen des Kontakt-Formulars abspringen.

Recruiting Definition: Was ist Recruiting?

Recruiting hat sich als Fachbegriff für die Personalbeschaffung etabliert. Synonym verwendet werden die Begriffe Recruitment sowie Rekrutierung. Grundlegend geht es darum, den bestmöglichen Kandidaten oder die bestmögliche Kandidatin für die ausgeschriebene Stelle zu finden und ihn oder sie für das Unternehmen zu gewinnen.

Je nach Größe des Unternehmens kommen dabei eigene Recruiterinnen und Recruiter zum Einsatz oder die generalistisch aufgestellte Personalabteilung übernimmt die Personalbeschaffung und -auswahl. In großen Unternehmen mit hohem Personalbedarf hat sich eine Spezialisierung in Aufgaben wie Recruiting, Active Sourcing, Personalmarketing und Hochschulmarketing etabliert. Zahlreiche Arbeitgeber beauftragen zudem Personaldienstleister mit der Personalbeschaffung.

Recruiting: Prozess der Personalbeschaffung

Recruiting beschreibt den Prozess von der Personalplanung beziehungsweise Entstehung einer Vakanz bis zur Unterschrift des Arbeitsvertrags. Zu den einzelnen Prozessschritten zählen das Erstellen eines Stellenprofils, die darauf basierende Formulierung einer Stellenausschreibung und die Veröffentlichung der Stellenanzeige auf der Webseite des Unternehmens sowie in Online-Jobbörsen, Social Media, Fachmedien und weiteren Portalen. 

Die eingehenden Bewerbungen werden in einem Bewerbermanagement-System erfasst. Danach folgt die Bewerberauswahl mittels Analyse der Bewerbungsunterlagen, Jobinterview, Assessment Center, eignungsdiagnostischer Testverfahren et cetera. Ist der Recruiting-Prozess abgeschlossen und eine neue Mitarbeiterin oder ein neuer Mitarbeiter gefunden, sollte nahtlos in einen Onboarding-Prozess übergeleitet werden.  

Recruiting Strategie: Personalbeschaffung als Zukunftsfaktor

Dem Recruiting kommt ein hoher strategischer Stellenwert zu, denn langfristig können die Unternehmensziele nur dann erreicht werden, wenn erfolgskritische Positionen mit den passenden Kräften besetzt werden. Deshalb sollte die Recruiting-Strategie immer an der Unternehmensstrategie ausgerichtet sein: Welches Personal mit welchen Qualifikationen wird perspektivisch benötigt, um die Entwicklungsziele erfüllen zu können? Eng verbunden ist das Recruiting auch mit dem übergeordneten Talent Management des Unternehmens.

Unterstützt wird das Recruiting durch Employer-Branding- und Personalmarketing-Aktivitäten. Deren Ziel ist die Stärkung der Arbeitgebermarke und die Kommunikation über attraktive Arbeitsmöglichkeiten im Unternehmen. Immer wichtiger für den Recruiting-Erfolg wird zudem das Candidate Experience Management. Auf einem Arbeitnehmermarkt, auf dem zu wenig geeignetes Personal für zu viele nachfragende Arbeitgeber zur Verfügung steht, müssen die Bewerberkontakte mit dem Unternehmen möglichst positiv gestaltet werden, um zu vermeiden, dass interessante Talente abspringen.

E-Recruiting: Online zu den richtigen Kandidatinnen und Kandidaten

Der Begriff "E-Recruiting" wurde in den vergangenen Jahren immer weniger verwendet. Heute spricht man allein von "Recruiting", doch das "E" ist aus dem Recruiting nicht mehr wegzudenken. Ohne eine Veröffentlichung der Stellenausschreibung in digitalen Kanälen wie Online-Jobbörsen, Social Media oder Fachportalen, ohne ein softwaregestütztes Bewerbermanagement sind Kandidatenansprache, -kommunikation und -auswahl kaum noch nach professionellen Maßstäben möglich.

Mobile Recruiting und künstliche Intelligenz

Immer wichtiger wird die Unterstützung des Recruiting-Prozesses durch HR-Software, insbesondere durch spezielle Bewerbermanagement-Systeme und Talent Management Systeme.  Diese Software-Anwendungen beschleunigen den gesamten Prozess, vereinfachen die Bewerbung und optimieren die Candidate Experience. Bewerbungen sind heute in der Regel auch über mobile Endgeräte möglich, zum Beispiel über einen Button "One-Click-Bewerbung", der in die Stellenanzeige integriert ist.

Auch KI-basierte Anwendungen finden zunehmend Einzug in das digitale Recruiting. Sie reichen von intelligenten Chatbots für die Bewerberkommunikation bis zu Matching-Tools, die auf semantischer Basis Bewerber- mit Stellenprofilen abgleichen.


PERSONALquarterly Ausgabe 1/2026

Proaktivität

Proaktivität gilt als zentrale Ressource für den Erfolg von Individuen und Organisationen. Dynamische Märkte, Transformation und demografischer Wandel erfordern eigeninitiatives Handeln. Beschäftigte, die Probleme antizipieren und ihr Arbeitsumfeld aktiv gestalten, tragen zu Innovation und Wettbewerbsfähigkeit bei und sichern auch ihre eigene Beschäftigungsfähigkeit. Studien belegen, dass Proaktivität am Arbeitsplatz nicht nur mit mehr Leistung und Lernen einhergehen, sondern auch Stress entgegenwirken kann, – vorausgesetzt, es wird von Führung und Organisation unterstützt.  











Recruiting im öffentlichen Dienst

Der perfekte Stellentitel in der Stellenausschreibung

Der Stellentitel ist das Aushängeschild jeder Stellenausschreibung – und oft der erste Stolperstein. Er ist das erste, aber oft auch das letzte, was potenzielle Bewerber lesen, bevor sie schnell weiterscrollen. Gerade im öffentlichen Dienst, wo Ausschreibungen durch formale Sprache geprägt sind, macht ein präziser und ansprechender Titel den entscheidenden Unterschied – sowohl für die Reichweite als auch für die Wahrnehmung der Arbeitgebermarke.





Recruiting

Neue Erkenntnisse zu digitaler Rekrutierung

Die Forschungsfrage lautet: Wie können Organisationen ihre Website, Arbeitgeberbewertungs­plattformen und Machine Learning im Rekrutierungsprozess nutzen? Mittels Online-Fragebogen wurden Daten von 1.050 Nutzerinnen und Nutzern von  Arbeitgeberbewertungsplattformen erhoben. Die Autoren nennen folgende praktische Implikationen: Die von potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern oft genutzte Website kann zielgruppenspezifische Informationen zu branchenrelevanten Karriere­erfolgsdimensionen liefern. Organisationen sollten auf kritische Kommentare antworten und bei der Nutzung von Machine Learning nur einzelne Schritte in der Rekrutierung automatisieren.

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Personalmagazin Ausgabe 8/2025

Die 40 HR-Köpfe 2025

Die Konjunktur schwächelt, der Kosten- und Transformationsdruck steigt. Für Top-Entscheider in HR haben sich die Vorzeichen und Prioritäten geändert. Gefragt sind jetzt Persönlichkeiten, die den Umbruch gestalten. Wer sind 2025 die „40 führenden HR-Köpfe“? Wer leistet Wegweisendes in Management, Wissenschaft und Beratung? Ein Blick hinter die Kulissen des Rankings, das die Redaktion des Personalmagazins alle zwei Jahre erstellt und auf die Ausgezeichneten.







PERSONALquarterly Ausgabe 3/2025

Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz

Psychische Gesundheit hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Anliegen moderner Personalarbeit entwickelt. Der Schwerpunkt dieser Ausgabe widmet sich daher dem Thema mentale Gesundheit am Arbeitsplatz aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Beiträge geben vielfältige Impulse für die Praxis. Sie verdeutlichen, dass mentale Gesundheit nicht nur ein individuelles Thema, sondern ein organisationales Gestaltungsfeld ist – und damit eine zentrale Aufgabe für HR.