Die Beteiligung an einer Recruitingmesse geht über das reine Personalmarketing deutlich hinaus. Im Gegensatz zu anderen Recruiting Kanälen beim Active Sourcing bieten Recruitingmessen die Möglichkeit, von Anfang an persönliche Kontakte zu potenziellen Bewerbern aufzubauen.

Recruitingmessen gehören insbesondere für Großunternehmen zum Standard-Repertoire des Recruitings. Aber auch kleinere Firmen können von dieser Form der Mitarbeitersuche profitieren, wenn sie Nachwuchskräfte suchen. Auf Bewerberseite nutzen vor allem Studenten und Absolventen die Recruitingmessen zur Arbeitgebersuche.

Diese Kandidaten können Unternehmen auf Recruitingmessen ansprechen

Laut dem Gen-Y-Barometer von Absolventa sagen 56 Prozent der Young Professionals und rund 67 Prozent der Studierenden, dass sie Recruitingevents besuchen würden. Besonders interessant sind die Veranstaltungen der Umfrage zufolge für Personen, die sich in den letzten beiden Studiensemestern befinden.

Aber es gibt auch zielgruppenspezifische Veranstaltungen, die sich an andere Bewerbergruppen richten, zum Beispiel an Schüler und angehende Auszubildende oder an berufserfahrene Fachkräfte. Andere Veranstaltungen sind auf einzelne Branchen wie Hotellerie/Gastronomie, Ingenieurwesen oder Consulting ausgerichtet. Es gibt auch eine Karrieremesse, die sich speziell an Frauen richtet.

Recruitingmessen: Bewerber persönlich kennen lernen

Für die Besucher stehen auf den Events an erster Stelle die Fakten, so das Gen-Y-Barometer: Die Kandidaten wollen das Unternehmen und mögliche Karriereoptionen kennenlernen und sind vor allem am Austausch mit den Fachabteilungen und möglichen Vorgesetzten interessiert.

Für die Unternehmen stellen die Veranstaltungen eine gute Möglichkeit dar, potenzielle Bewerber persönlich kennenzulernen. Dafür ist es allerdings wichtig, nicht nur Visitenkarten oder Xing-Profile einzusammeln, sondern es geht auch darum, mit interessanten Kandidaten in den persönlichen Austausch zu gehen. Dies funktioniert am besten, wenn das Unternehmen schon im Vorfeld Einladungen aussendet und Gesprächstermine vereinbart. Darüber hinaus sollte die Personalabteilung darauf achten, dass auch zentrale Ansprechpartner aus der Fachabteilung vor Ort sind. Auch eine gute Vorbereitung der Firmenvertreter, die im Gespräch auf die Kandidaten eingehen und individuelle Fragen beantworten, unterstützt den Recruitingerfolg. 

Active Sourcing auf persönlicher Ebene

Die Ansprache von potenziellen Kandidaten auf Recruitingevents zählt zum Active Sourcing. Weitere Active-Sourcing-Kanäle sind die Business-Netzwerke Xing und Linkedin, Social Media, der eigene Talentpool, Lebenslaufdatenbanken, persönliche Netzwerke sowie die direkte Ansprache auf Fachmessen. Die Kontaktaufnahme auf Recruiting- oder Fachmessen stellt jedoch die einzige Möglichkeit dar, von Anfang an persönliche Kontakte zu knüpfen.

Das haben viele Unternehmen erkannt: Laut der Studie "Recruiting Trends 2017" von Monster führen Karriere- und Recruitingevents mit 29 Prozent die Rangliste der am häufigsten genutzten Active-Sourcing-Kanäle an. Der Vorteil dieses Active Sourcings auf persönlicher Ebene zeigt sich unter anderem in den Ergebnissen der Studie "Bewerbungspraxis 2017" von Monster: 28 Prozent der Stellensuchenden sagen mittlerweile, dass sie von nicht personalisierten Direktansprachen von Unternehmen genervt sind.   

Schlagworte zum Thema:  Recruiting, Personalmarketing, Active Sourcing