Recruitingmessen gehören für Großunternehmen zum Standard-Repertoire des Recruitings. Aber auch kleinere Firmen können von dieser Form der Mitarbeitersuche profitieren. Auf Bewerberseite nutzen vor allem Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen die Recruitingmessen zur Arbeitgebersuche. Häufig gehen auch Schülerinnen und Schüler in den Abschlussjahren auf eine Recruitingmesse, um sich über Ausbildungsberufe und -betriebe zu informieren.
Diese Personen können Unternehmen auf Recruitingmessen ansprechen
Laut dem Bildungsmonitor 2025 des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln verfügt Deutschland zwar über ein umfangreiches System zur Berufsorientierung mit vielen Angeboten wie Praktika, Berufsfelderkundungen und Beratung, aber diese Vielfalt ist schwer überschaubar. Das führt dazu, dass sich viele Jugendliche zu wenig vorbereitet auf das Berufsleben fühlen. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt die Studie Azubi-Recruiting-Trends 2025 des U-Form Fachverlags: Angehende Azubis sehen es als Herausforderung an, sich für einen Beruf zu entscheiden. Die meisten wünschen sich mehr Informationen. Sehr gefragt sind Berufsmessen und andere Informationsveranstaltungen.
Aber nicht nur Schülerinnen und Schüler suchen nach Orientierung auf dem Jobmarkt. Auch der Informationsbedarf von Studierenden, Absolventinnen und Absolventen ist groß. Ebenso wünschen sich berufserfahrene Fachkräfte, die sich umorientieren wollen, Inspirationen und gehen auf Jobmessen. Diese sprechen viele verschiedene Zielgruppen an: Einige der Veranstaltungen sind auf einzelne Branchen wie IT, Consulting oder die Gesundheitsbranche ausgerichtet, manche adressieren ausschließlich Frauen.
Die meisten Recruitingevents finden in großen Messehallen statt. Es gibt aber auch kleinere Karrieremessen, auf denen sich nur eine ausgewählte Anzahl an Unternehmen präsentiert. Einige Veranstaltungen, die sich vor allem an die junge Zielgruppe richten, haben einen Gaming-Ansatz. Zum Beispiel werden beim Karriere Kick wie bei einer Art Speed-Dating in jeder Runde Jugendliche und Ausbildungsbetriebe zugelost, um sich bei einer gemeinsamen Runde Tischkicker auf spielerische Art und Weise kennenzulernen. Andere Veranstaltungen werden rein virtuell durchgeführt. Hier werden Infomaterialien, Vorträge und Vier-Augen-Gespräche im Web bereitgestellt.
Recruitingmessen: Bewerberinnen und Bewerber persönlich kennenlernen
Für die Besucherinnen und Besucher der Events stehen die Fakten an erster Stelle. Sie wollen potenzielle Arbeitgeber und mögliche Karriereoptionen kennenlernen und sind vor allem am Austausch mit den Fachabteilungen und möglichen Vorgesetzten interessiert.
Für die Unternehmen stellen die Veranstaltungen eine gute Möglichkeit dar, potenzielle Bewerberinnen und Bewerber persönlich kennenzulernen. Dafür ist es allerdings wichtig, nicht nur Kontaktdaten und Linkedin-Profile einzusammeln. Vielmehr geht es auch darum, mit interessanten Kandidatinnen und Kandidaten in den individuellen Austausch zu gehen. Das funktioniert am besten, wenn das Unternehmen schon im Vorfeld Einladungen aussendet und Gesprächstermine vereinbart.
Darüber hinaus sollte die Personalabteilung darauf achten, dass Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner aus den Fachbereichen vor Ort sind, die Fachfragen beantworten können. Auch eine gute Vorbereitung der Firmenvertreter, die im Gespräch auf die Kandidatinnen und Kandidaten eingehen und individuelle Fragen beantworten, unterstützt den Recruitingerfolg.
Active Sourcing auf persönlicher Ebene
Die Ansprache von potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten auf Recruitingevents zählt zum Active Sourcing. Weitere Active-Sourcing-Möglichkeiten sind die proaktive Ansprache von passenden Fach- und Führungskräften in Business-Netzwerken wie Xing und Linkedin, Social Media, der eigene Talentpool, Lebenslaufdatenbanken, persönliche Netzwerke sowie persönliche Gespräche auf Fachmessen. Die Kontaktaufnahme auf Recruiting- oder Fachmessen stellt jedoch die einzige Möglichkeit dar, von Anfang an Face-to-Face-Kontakte zu knüpfen.
Das haben viele Unternehmen erkannt: Laut der Studie "Recruiting-Strukturen – ein Benchmark" von DGFP, HTWK und Wollmilchsau/Jobspreader setzten 2025 sechs von zehn Arbeitgebern Azubi- und Absolventenmessen für die Personalgewinnung ein, mehr als in der vorherigen Studie von 2023 (58 Prozent). Azubi- und Absolventenmessen stehen somit auf Rang vier der meist genutzten Recruiting-Kanäle – nach Jobbörsen, Mitarbeitenden-Empfehlungsprogrammen und Active Sourcing allgemein. Zusätzlich nutzen 43 Prozent Fachmessen, um geeignete Kandidaten und Kandidatinnen anzusprechen. Auch hier ermittelte die Studie eine Steigerung im Vergleich zu vor zwei Jahren (39 Prozent).
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