Stressmanagement: Tipps für einen entspannten Urlaub

Für viele Mitarbeiter und Führungskräfte gilt: Vor dem Urlaub herrscht Hektik, weil noch viele Dinge zu erledigen sind, und danach stapeln sich erneut die unerledigten Aufgaben. Da ist die Erholung rasch verflogen. Trainerin und Coach Sabine Prohaska hat einige Tipps parat, wie Sie Stress vor uns nach dem Urlaub vermeiden können.

Wer möchte das nicht: Relaxt in den Sommerurlaub fahren, die Auszeit entspannt genießen und von den "schönsten Wochen im Jahr" noch lange zehren. Doch gerade bei berufstätigen Frauen und Männern ist das gar nicht so einfach. Häufig ist man im Urlaub nicht richtig entspannt und das bisschen Erholung ist nach einem Tag im Büro wieder futsch. Einige Tipps, mit deren Hilfe sich Stress vor und während der Ferien minimieren lässt:

Tipp 1: Verreisen Sie offiziell einen Tag früher.

Sagen Sie allen Freunden und Bekannten sowie Kunden und Kollegen, mit denen Sie nicht direkt zusammenarbeiten, dass Ihr Urlaub einen Tag früher beginnt. Sonst stapeln sich am letzten Arbeitstag die dringlichen Aufgaben auf Ihrem Schreibtisch und Ihr Telefon klingelt ohne Unterlass.

Tipp 2: Legen Sie keine Termine auf den letzten Arbeitstag.

Vereinbaren Sie für den letzten Arbeitstag keine Reisetermine und Meetings sowie Arzt- und Friseurbesuche. Denn diese dauern oft länger als geplant. Die Folge: Sie starten völlig außer Atem in den Urlaub.

Tipp 3: Arbeiten Sie alles Wichtige und Dringende vorab ab.

Erledigen Sie vor dem Urlaub alle wichtigen und dringlichen Aufgaben, die Sie nicht delegieren können. Sonst plagt Sie im Urlaub permanent das schlechte Gewissen und es fällt ihnen schwer, abzuschalten.

Tipp 4: Packen Sie keine Arbeitsunterlagen ein.

Urlaub ist Urlaub. Lassen Sie alle Unterlagen, die Sie an Ihre Arbeit erinnern, zuhause. Packen Sie auch keine Fachliteratur ein, die im Zusammenhang mit ihrer Arbeit steht. Und: Lesen Sie keine Tageszeitungen oder Wirtschaftsmagazine, schon gar nicht deren Börsenteil.

Tipp 5: Verhindern Sie, dass bei Ihrer Rückkehr ein Arbeitsberg auf Sie wartet.

Sagen Sie Ihrem Assistenten oder Stellvertreter: "Nach meinem Urlaub dürfen maximal so viele Vorgänge auf meinem Schreibtisch liegen, wie ich Urlaubstage habe." Sonst verleidet Ihnen der Gedanke an die Arbeit, die Sie erwartet, die letzten Urlaubstage.

Tipp 6: Nehmen Sie kein Mobiltelefon mit in den Urlaub.

Vergessen Sie Ihr Smartphone zu Hause. Denn wenn Sie sich permanent darüber informieren, was zu Hause passiert, gewinnen Sie nicht den nötigen Abstand vom Alltag, um wirklich weg zu sein. Sollte das nicht möglich sein, schalten Sie Ihr Handy/Smartphone im Urlaub ab, und lassen Sie zum Beispiel die Telefonate in der Mailbox auflaufen. Dann können Sie selbst entscheiden, ob und wann Sie zurückrufen.

Tipp 7: Beginnen Sie spätestens vier Tage vor Reiseantritt mit dem Packen.

Dann können Sie noch rechtzeitig einen neuen Bikini oder eine neue Badehose kaufen, wenn Sie feststellen, dass Sie in Ihrem alten Outfit keine gute Figur mehr machen.

Tipp 8: Stimmen Sie sich bereits zu Hause auf den Urlaub ein.

Zum Beispiel, indem Sie abends im Bett Reiseführer schmökern oder sich ein Video von Ihrem Urlaubsziel anschauen.

Tipp 9: Feiern Sie Ihren Urlaubsbeginn.

Zum Beispiel, indem Sie im Flugzeug ein Gläschen Sekt trinken.

Tipp 10: Haben Sie kein schlechtes Gewissen beim Nichtstun.

Vergessen Sie im Urlaub alles, was Sie über das Thema "Zeit- und Selbstmanagement" gehört haben. Im Urlaub gibt es nur eine einzige wichtige und dringliche Aufgabe: sich erholen.

Tipp 11: Stellen Sie sich nicht unter Leistungsdruck.

Übertragen Sie das Leistungsdenken, dem Sie im Alltag huldigen, nicht auf Ihren Urlaub. Sie müssen nicht jeden Berg erklimmen und nicht jedes Museum besuchen.

Tipp 12: Gestalten Sie Ihren Urlaub agil.

Arbeiten Sie kein starres, vorab formuliertes Urlaubsproramm ab. Machen Sie das, wozu Sie gerade Lust und Laune haben – zum Beispiel nichts.

Tipp 13: Lassen Sie "Fünfe gerade sein".

Bei der Arbeit können Sie dem "Null-Fehler-Prinzip" huldigen. Doch im Urlaub? Da sollten Sie ein "easy living" praktizieren. Sonst ärgern Sie sich über jeden lahmen Kellner und jeden zu warmen Cocktail.

Tipp 14: "Verlängern" Sie Ihren Urlaub nach außen.

Sagen Sie allen Personen, mit denen Sie nicht direkt zusammenarbeiten, dass Sie erst zwei Tage später zurückkehren. Sonst klingelt Ihr Telefon nach der Rückkehr unablässig. Dann ist die Erholung im Handumdrehen verflogen.

Tipp 15: Behalten Sie den Urlaub in Erinnerung.

Stellen Sie ein Urlaubsfoto auf Ihren Schreibtisch oder laden Sie es als Startbild auf Ihren PC. Dann können Sie noch ab und zu von der Südsee oder von den Bergen träumen.


Zur Autorin: Sabine Prohaska ist Inhaberin des Trainings- und Beratungsunternehmens Seminar Consult Prohaska in Wien, Österreich.