Tipp der Woche: Die berufliche Inklusion nicht vergessen

Ob rechtliche Neuerungen, Personalstrategien für die Post-Corona-Zeit oder Führungsthemen: Jede Woche gibt die Online-Redaktion Personal HRlern und Führungskräften mit einem Praxistipp neue Anreize. Diese Woche mit einem Tipp zu Fachwissen über verschiedene Behinderungen und berufliche Inklusion.


Tipp von Daniela Furkel, Chefreporterin und Autorin der Titelstrecke "Inklusion" des Personalmagazins

Die berufliche Inklusion nicht vergessen: Im Januar 2021 erreichte die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen in Deutschland einen neuen Höchststand: Sie stieg um 11,8 Prozent auf 180.047 Personen an. Zwar nahm die Anzahl der Arbeitslosen insgesamt noch stärker zu (plus 19,6 Prozent auf 2.900.663), aber Menschen mit Behinderung brauchen deutlich länger, bis sie wieder in Beschäftigung sind. Laut dem Sozialverband Deutschland beschäftigen 25 Prozent aller Unternehmen keine einzige Person mit Behinderung – Tendenz steigend. Rehadat, das unabhängige Informationsangebot zur beruflichen Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderungen aus dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln, hat eine kostenfreie Wissensreihe herausgegeben, die Basiswissen über verschiedene Erkrankungen oder Behinderungen sowie Lösungen für individuelle Arbeitsgestaltungen vermittelt.

Lesen Sie dazu auch unsere News: Echte und vorgeschobene Barrieren in Unternehmen


Tipp von Hannes Selz, Volontär

Freiwillige Coronatests anbieten: Coronatests im Unternehmen können helfen, Infektionsketten zu erkennen und einzudämmen. Für den privaten Gebrauch, aber auch für Kitas und Schulen prüft das Bundesgesundheitsministerium aktuell die Zulassung sogenannter Point-of-Care-(PoC)-Antigenschnelltests. Problem der Antigentests: Sie sind nur bei fachlich einwandfreier Handhabung zuverlässig. Als Alternative dazu bietet Procomcure Biotech für Unternehmen ein PCR-Testverfahren an, bei dem mittels Gurgeln erhaltene Proben im Labor geprüft und die Ergebnisse den Probanden datenschutzkonform innerhalb von 24 Stunden online mitgeteilt werden. Unternehmen, die auf Antigenschnelltests zurückgreifen wollen, finden eine Übersicht über deren Sensitivität auf der Website des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI).

Lesen Sie dazu auch unsere News: So unterstützen Sie die Coronaimpfung Ihrer Mitarbeiter


Tipp von Philipp Walter, Fachredakteur Entgelt

Unterschied zwischen Entgeltgrenze und Hinzuverdienstgrenze beachten: Arbeitgeber, die Altersvollrentner in einem Minijob beschäftigen, müssen sich grundsätzlich nur mit der Entgeltgrenze für den Minijob auskennen. Sie sollten aber auch wissen, was ihr Minijobber zu seiner Rente hinzuverdienen darf, ohne eine Kürzung der Rente befürchten zu müssen. Im Jahr 2021 liegt die Grenze für den Hinzuverdienst mit 46.060 Euro nämlich um ein Vielfaches höher als die Entgeltgrenze bei Minijobs.

Lesen Sie dazu auch unsere News: Entgeltgrenze versus Hinzuverdienstgrenze bei Altersvollrentnern


Tipp von Kristina Enderle da Silva, Redakteurin mit Schwerpunkt Weiterbildung

In Clubhouse HR-Experten treffen: Anfang des Jahres ist der Hype um die Audio-only-App "Clubhouse" nach Deutschland geschwappt. Inzwischen tummeln sich schon viele HR-Experten in den nach Interessen sortierten "Rooms". Sie geben per Live-Talk exklusive Einblicke in ihre HR-Arbeit und stellen sich den Fragen und Beiträgen aus der Audience. Zu finden sind zum Beispiel die Personalvorstände Elke Eller von Tui und Gunnar Kilian von VW. Neben bekannten HR-Influencern aus der Beraterszene wie Anna Kaiser oder Winfried Felser sind auch Recruiter unterwegs und pitchen offene Jobangebote. Wer sich anmelden will, braucht ein Apple-Gerät und eine Einladung von einem Clubhouse-Mitglied. Aus Datenschutzgründen ist allerdings davor zu waren, die App auf dem Diensthandy zu installieren: Um selbst Einladungen verschicken zu können, muss man Zugriff auf alle gespeicherten (Geschäfts-)Kontakte gewähren.

Lesen Sie hier, welche HR-Events im Jahr 2021 als reine Online-, Hybrid- oder Präsenzveranstaltung stattfinden.


Tipp von Philipp Walter, Fachredakteur Entgelt

Dokumentationspflicht bei Minijobs beachten: Ein gelegentliches und nicht vorhersehbares Überschreiten der Entgeltgrenze bei Minijobs führt nicht zur Beendigung eines Minijobs. Damit es bei der nächsten Betriebsprüfung keine böse Überraschung gibt, müssen Arbeitgeber den Grund für das Überschreiten in den Entgeltunterlagen des Minijobbers aber dokumentieren. Das kann zum Beispiel eine Kopie der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung des Arbeitnehmers sein, der wegen Krankheit vertreten wird. Leistet ein Minijobber Mehrarbeit, weil ein anderer Arbeitnehmer in der Coronapandemie aufgrund von Kinderbetreuung oder Quarantäne ausfällt, gilt dies ebenfalls als unvorhersehbares Ereignis.

Lesen Sie dazu auch unsere News: Was passiert bei Überschreiten der Minijob-Grenze?


Tipp von Frank Bollinger, Fachredakteur für Arbeitsrecht

Urlaubsplanung verhindert Einbringen des Urlaubs bei Beantragung von Kurzarbeitergeld: Bis Ende 2020 mussten Mitarbeiter nicht zuerst ihren Urlaub nehmen, damit der Betrieb Kurzarbeitergeld bekommt. Diese Sonderregelung ist für 2021 aufgehoben worden. Für 2021 gilt somit wieder, dass unverplanter Urlaub vorrangig zu nehmen ist. "Unverplant" deswegen, weil das Gesetz in § 96 Abs. 4 Nr. 2 SGB III ausdrücklich vorsieht, dass der Urlaub nicht einzubringen ist, wenn "vorrangige Urlaubswünsche der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entgegenstehen". Dies tun sie dann, wenn es eine verbindliche Urlaubsplanung im Betrieb gibt. Kann ein Betrieb bei Beantragung von Kurzarbeitergeld also eine Urlaubsplanung für alle Beschäftigten unter Berücksichtigung der Urlaubswünsche der Mitarbeiter vorlegen, kann er dadurch eine vorrangige Inanspruchnahme des Urlaubs beim Kurzarbeitergeld vermeiden.

Lesen Sie dazu auch unsere News: Urlaub und Kurzarbeit: Was müssen Arbeitgeber beachten?


Tipp von Frank Bollinger, Fachredakteur für Arbeitsrecht

AGG-Verstöße bei Stellenausschreibungen vermeiden: Verstöße gegen das AGG können teuer werden. Immer wieder in die Falle tappen Unternehmen bei ihren Stellenausschreibungen. Das Angebot an mögliche Bewerber für eine "zukunftsorientierte, kreative Mitarbeit in einem jungen, hochmotivierten Team" hat einen Arbeitgeber drei Monatsgehälter gekostet, weil ein erfolgloser 61-jähriger Bewerber – hier erfolgreich - Schadensersatz wegen Altersdiskriminierung einklagte (Urteil des LAG Nürnberg vom 27.05.2020, Az. 2 Sa 1/20). Achten Sie deshalb in Stellenausschreibungen darauf, durchgängig geschlechtsneutrale Bezeichnungen zu verwenden - nicht nur in der Überschrift, sondern auch im Fließtext -, keine Attribute oder Eigenschaften zu nennen, die üblicherweise Personen einer bestimmten Altersgruppe zugeschrieben werden, kein Lichtbild des Bewerbers zu verlangen (Erkennbarkeit einer sichtbaren Behinderung, der Religionszugehörigkeit, beispielsweise durch ein Kopftuch, oder des Alters) und keine Vorgaben wie "Muttersprache deutsch" oder "deutsche Staatsangehörigkeit" zu machen.

Lesen Sie dazu auch unsere News: AGG: Diese Fehler sollten Arbeitgeber bei der Stellenausschreibung vermeiden


Tipp von Kristina Enderle da Silva, Redakteurin mit Schwerpunkt Weiterbildung

Fördermöglichkeiten für Weiterbildung nutzen: Das Qualifizierungschancengesetz (QCG), das 2019 in Kraft getreten ist, sollte die Weiterbildung von Arbeitnehmern deutlich attraktiver machen, indem es die Fördermöglichkeiten erweiterte: Die Personengruppe, die förderberechtigt ist, wurde ebenso ausgeweitet wie die Berufsbereiche. Doch eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt nun, dass das Gesetz (bisher) kaum Wirkung zeigt. So steigt die Zahl der Anträge auf Übernahme von Lehrganskosten seit 2016 kontinuierlich – ohne größeren Ausschlag nach dem Inkrafttreten des QCG. Lediglich die Anträge auf Arbeitsentgeltzuschuss, die durch das QCG für alle Beschäftigten und alle Arten von Weiterbildungen möglich wurden, sind stärker gestiegen. Das "Arbeit-von-Morgen-Gesetz" hat die Fördermöglichkeiten des QCG noch einmal erweitert. Es bleibt abzuwarten, ob dies nun für mehr Förderanträge sorgt. 

Wer sich einen Überblick über die aktuellen Förderungsvoraussetzungen verschaffen will, sollte einmal in den IAB-Kurzbericht 24-2020 hineinlesen. Die Tabelle "Förderkonditionen für die Weiterbildungsförderung Beschäftigter vor und ab 2019" ist sehr zu empfehlen.

Lesen Sie dazu auch unsere News: Bundesrat verabschiedet "Arbeit-von-Morgen-Gesetz"


Tipp von Philipp Walter, Fachredakteur Entgelt

Erstattungssatz zur Umlage U1 wählen: Viele Krankenkassen bieten zum Umlageverfahren U1 verschiedene Umlagesätze an. Für Betriebe, die in der Regel nicht mehr als 30 Arbeitnehmer haben, kann sich ein genauer Blick auf die Umlagesätze und die individuelle Krankheitsanfälligkeit der Mitarbeiter finanziell auswirken. Arbeitgeber können bei Krankenkassen mit mehreren Umlagesätzen nämlich einen geringeren oder höheren Erstattungssatz wählen. Davon abhängig ist dann auch die Höhe der Erstattung für die Entgeltfortzahlung. Achtung: Ein Wechsel ist aber nur noch bis zum 27. Januar 2021 möglich!

Lesen Sie dazu auch unser Top-Thema: Umlageverfahren bei Krankheit und Mutterschaft


Tipp von Daniela Furkel, Chefreporterin und Spezialistin für Ausbildungs-Themen

Ausbildung auch in Krisenzeiten vorantreiben: Laut einer Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) haben bislang nur wenige Unternehmen eine Ausbildungsprämie beantragt. Diese wird an kleine und mittlere Unternehmen gezahlt, die in der Corona-Krise die Zahl ihrer Ausbildungsplätze aufrechterhalten oder sogar ausbauen. Wer die Förderung erhalten kann, erklärt das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Auch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) bietet Ausbildungsbetrieben Unterstützung: In seinem Ausbilderportal hat das BIBB einen Online-Leitfaden für ausbildende Fachkräfte veröffentlicht. Dieser gibt Anregungen, wie schwierige Situationen im Ausbildungsalltag zu meistern sind, und geht in zwölf Kapiteln auf den Ausbildungsalltag ein.

Lesen Sie dazu auch unser Top-Thema: Azubis finden, integrieren, binden


Tipp von Melanie Rößler, Redakteurin mit Themenschwerpunkt Diversity

Diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld für geschlechterdiverse Menschen schaffen: Mit der Einführung des dritten positiven Personenstands "divers" wurde in Deutschland 2017 ein entscheidender Schritt für die Anerkennung von geschlechtlicher Vielfalt und die Wahrung der Rechte von geschlechterdiversen Menschen gemacht. Die gesetzliche Verankerung von Geschlechtern und Geschlechtsidentitäten jenseits zweigeschlechtlicher Normen von "weiblich" und "männlich" stellt weitreichende Anforderungen an die Arbeitswelt. Wie in der Praxis ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld geschaffen werden kann, hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes in einer neuen Publikation zusammengefasst. Der kostenlose Leitfaden "Geschlechterdiversität und Beschäftigung und Beruf" enthält 26 Bausteine – von der Stellenausschreibung bis hin zu Unisex-Toiletten.

Lesen Sie dazu auch unsere News: Arbeitsrechtliche Herausforderungen zum dritten Geschlecht


Tipp von Philipp Walter, Fachredakteur Entgelt

Kurzarbeitergeld beantragen mit UDO: Die Hilfsangebote des Staates zur Überbrückung von wirtschaftlichen Notlagen aufgrund der Corona-Krise sind zahlreich. Doch eines haben sie alle gemeinsam: sie sorgen für seitenweise Formulare und einen hohen bürokratischen Aufwand. Wie gut, dass es den UDO gibt! Der Chatbot entstand im Rahmen des Hackathons #WirVsVirus der Bundesregierung und unterstützt Unternehmen dabei, einfach und schnell Kurzarbeitergeld zu beantragen. Abrufbar ist er über www.kurzarbeit-einfach.de.

Lesen Sie dazu auch unsere News: Kurzarbeitergeld bei Arbeitsausfall wegen des Coronavirus


Tipp von Frank Bollinger, Fachredakteur für Arbeitsrecht

Vorsicht bei betriebsbedingten Kündigungen von Stammarbeitnehmern: In einigen Branchen gelangen Unternehmen aufgrund der Krise in Bedrängnis. Ablesen lässt sich das an der Zahl betriebsbedingter Kündigungen, die derzeit enorm ansteigt. Bei einer betriebsbedingten Kündigung gab es schon immer einiges zu beachten, damit diese am Ende rechtmäßig erfolgt. Nun ist eine weitere Voraussetzung hinzugekommen: Das LAG Köln hat in einem neuen Urteil entschieden, dass Stammarbeitnehmer nicht betriebsbedingt gekündigt werden können, wenn sie alternativ auf Arbeitsplätzen von dauerhaft vorhandenen Leiharbeitnehmern weiterbeschäftigt werden können. Diese Einschränkung ist wichtig: Werden Leiharbeitnehmer lediglich zur Abdeckung von Auftragsspitzen eingesetzt, liegt keine alternative Beschäftigungsmöglichkeit im Sinne von § 1 Abs. 2 Satz 2 KSchG vor. Beschäftigt der Arbeitgeber Leiharbeitnehmer dagegen, um mit ihnen ein nicht schwankendes, ständig vorhandenes (Sockel-)Arbeitsvolumen abzudecken, dann ist von einer alternativen Beschäftigungsmöglichkeit auszugehen.

Lesen Sie dazu auch unsere News: Sind betriebsbedingte Kündigungen in der Corona-Krise möglich?


Tipp von Kristina Enderle da Silva, Redakteurin mit Themenschwerpunkt Psychologie

Mitarbeiter zu Ersthelfern bei psychischen Erkrankungen ausbilden: Panikattacken vor Menschenansammlungen, ständige Angst um den Arbeitsplatz, psychischer Stress durch andauernde soziale Isolation: Psychologen warnen vor den Folgen, die die Corona-Krise auf die Psyche der Menschen hat. Im nun weit verbreiteten Homeoffice sind die Belastungen häufig noch größer. Gleichzeitig sind psychische Probleme in Unternehmen weiterhin ein Tabuthema – Betroffene fürchten sich vor Bloßstellung, ihre Kollegen fühlen sich hilflos. Genau hier setzt die neue Ersthelfer-Ausbildung Mental Health First Aid an, die ich Arbeitnehmern und Unternehmensführern als Weiterbildungstipp mitgeben möchte. Die Idee stammt aus Australien: Erste Hilfe bei psychischen Erkrankungen soll so weit verbreitet und akzeptiert sein, wie es die Erste Hilfe an Unfallorten ist. Die Teilnehmer lernen, wie sie akut helfen und professionelle Hilfe vermitteln können. Unternehmen können auch interne Ausbilder schulen lassen, die andere Mitarbeiter anleiten.

Lesen Sie dazu auch unsere News: Gesundes Homeoffice – was Arbeitgeber wissen müssen


Tipp von Hannes Selz, der als Volontär zurzeit einige virtuelle Events besucht

Virtuelle Messetage sinnvoll nutzen: Es ist nicht einfach, sich ganz auf eine virtuelle Messe einzulassen. Das zeigen Erfahrungen aus den Veranstaltungen wie der ZPE Virtual und dem momentan laufenden "Orgatec-Woche-Spezial" zum Auftakt des IBA-Forums. Während gerade ein spannender Vortrag läuft, klingelt das Telefon, ploppt die nächste Terminanfrage auf, quillt das E-Mail-Postfach über. Schwierig, da konzentriert bei der Sache zu bleiben. Um von einer digitalen Veranstaltung genauso viel mitzunehmen wie von einer Präsenzmesse, hilft es, wenn Teilnehmer den Tag wie einen "normalen" Messetag gestalten: Verzichten Sie darauf, ständig Ihre Mails zu checken, blocken Sie sich den Tag im Terminkalender und kommunizieren Sie Ihren Kollegen, dass Sie auf der Messe sind – wenn auch nur virtuell. Nutzen Sie außerdem alle digitalen Angebote und Gelegenheiten, um sich zu vernetzen – zum Beispiel, indem Sie in Pausen mit Ausstellern sprechen oder mit anderen Teilnehmern chatten.

Lesen Sie dazu auch unsere News: ZPE Virtual 2020: Anregende Konferenzwoche, aber das richtige Messefeeling blieb aus


Tipp von Matthias Haller, Redakteur mit Schwerpunkt HR-Software, Strategie und Führung

Eine alternative Weihnachtsfeier planen: Eigentlich wäre jetzt die Zeit, sich auf die betriebliche Weihnachtsfeier zu freuen. Eigentlich ein Highlight des Arbeitsjahres, Garant für gute Laune, große Gefühle, grandiose Geschichten und einen ordentlichen Kater danach. Nun ist 2020 alles anders: Abstand, Maske, Homeoffice. Gemeinsam gegen Corona, statt gemeinsam feiern. Das ist vernünftig, das ist angebracht, keine Frage. Und doch zeigt sich mit zunehmender Dauer der Pandemie: Das Guthaben auf dem Beziehungskonto von Unternehmen und Teams ist endlich. Zeit also, es wieder aufzuladen! Überlegen Sie sich deshalb gemeinsam mit Ihren Kolleginnen und Kollegen eine (erlaubte) Alternative zur Weihnachtsfeier. Ob Schrottwichteln per Post oder tanzen auf Microsoft Teams - seien Sie kreativ!

Lesen Sie dazu auch unsere News: Geschenke an Mitarbeiter und Geschäftsfreunde


Tipp von Maxim Nopper-Pflügler, Redakteur mit Begeisterung für neue Formen der Zusammenarbeit

Es ist Zeit für "Blended Working": Viele Führungskräfte klagen seit Wochen darüber, dass Sie ihre Mitarbeiter nicht mehr "zurück ins Büro" locken können. Richtig ist sicherlich: In den Monaten des Lockdowns haben wir gelernt, dass gerade Büroarbeit auch ohne Anwesenheitspflicht funktioniert. Richtig ist sicherlich auch: Reines Homeoffice wirkt sich auf Dauer in manchen Bereichen negativ aus, zum Beispiel beim Zusammenhalt im Team, der Identifikation mit dem Arbeitgeber oder der lockeren Stimmung, die es gerade für Kreativprozesse braucht. Aber müssen wir deshalb auf Biegen und Brechen "zurück ins Büro"? Eigentlich lohnt es sich doch, jetzt nochmal genau hinzusehen und neu festzulegen für welche Prozesse, für welche Funktionen das Büro als sozialer Ort wirklich zu gebrauchen ist. Jetzt können wir neue, bessere Formen der Zusammenarbeit im Sinne von "Blended Working" gestalten. Reichlich Inspiration für diese neue Welt finden Sie im Personalmagazin Plus "Neue Arbeitswelten - Konzepte, Modelle, Räume".


Tipp von Katharina Schmitt, Redakteurin und Spezialistin für BGM und Neue Arbeitswelten

So planen Sie Abstände im (Großraum-)Büro richtig: Nachdem in den letzten Bundesländern die Sommerferien und auch eventuelle Quarantänen der Reiserückkehrer beendet sind, steht für viele Mitarbeiter die Rückkehr an den Arbeitsplatz an. Zumindest im Wechsel zum Homeoffice wollen viele Unternehmen ihre Betriebssitze wieder mit Leben füllen. Die Vorgaben zu Infektionsschutz und Abstandswahrung im Betrieb im sechsseitigen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des BMAS sind sicherlich wichtig, aber leider weder praxisnah noch konkret. Wer es sich einfacher machen will, liest die wesentlich praxisnäheren Anleitungen und Tipps zum Schutz vor Infektionen an Büroarbeitsplätzen, die der Industrieverband Büro und Arbeitswelt (IBA) auf Basis des Arbeitsschutzstandards erarbeitet hat. Sie finden die Empfehlungen "Büroarbeit in der Corona-Krise – Abstände und Abtrennungen richtig planen" auf der Homepage des IBA.

Lesen Sie dazu auch unsere News: So mindern Sie die Infektionsgefahr im Großraumbüro

                                                                  

Tipp von Matthias Haller, Redakteur mit Schwerpunkt HR-Software, Strategie und Führung

Der Austausch mit Software-Startups lohnt sich - gerade in Krisenzeiten: Selten war der Bedarf an digitalen HR-Lösungen größer als während der Corona-Krise. Vom Feedback-Tool über Mitarbeiter-Selfservice-Apps bis hin zur Personaleinsatzplanungs-Software erleichtern die Programme die Arbeit von Personalerinnen und Personalern. Doch nicht jedes Unternehmen braucht die ganz große Lösung. Manchmal genügt eine Spezialanwendung, die gezielt den prozessualen Engpass adressiert. Nicht selten bieten Startups ebensolche Lösungen an. Das Problem: Fachmessen fallen aus oder finden virtuell statt, Live-Events ebenso. Das macht es Gründerinnen und Gründern schwer, mit Unternehmen ins Gespräch zu kommen. Also sollte HR den Austausch suchen! Denn Software von aufstrebenden Startups bietet vielfältige Möglichkeiten, die Personalarbeit besser zu machen.

Lesen Sie dazu auch unsere News: Alles auf Neustart: Studie und Marktübersicht zu HR-Startups


Tipp von Philipp Walter, Fachredakteur Entgelt

Mit einer Betriebsrente zurück in die GKV: Der Weg aus der privaten Krankenversicherung (PKV) zurück in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist oft steinig und unter bestimmten Gegebenheiten auch unmöglich. Liegt das Entgelt nicht sehr weit über der Jahresarbeitsentgeltgrenze, kann der Abschluss einer Betriebsrente per Entgeltumwandlung die Lösung sein - und das, ohne dass auf Entgeltansprüche tatsächlich verzichtet werden muss. Darüber hinaus hat die betriebliche Altersversorgung (bAV) sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber den zusätzlichen Anreiz der Ersparnis von Steuer- und Sozialabgaben.

Lesen Sie dazu auch unsere News: Wann ist eine Rückkehr von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung möglich?


Tipp von Daniela Furkel, Chefreporterin und Spezialistin für Recruiting-Themen

Genderneutrale Sprache in Stellenanzeigen: Kürzlich untersuchte die Jobsuchmaschine Adzuna alle Jobtitel ihrer Plattform in Deutschland dahingehend, ob sie den Hinweis "(m/w/d)" enthalten – also ob sie nicht nur Männer, sondern auch Frauen und diverse Personen ansprechen. Ein Ergebnis war, dass im Jahr 2020 Gesundheits- und Lehrberufe die meisten genderfreundlichen Stellenanzeigen aufweisen und Reinigungsberufe die wenigsten. Aber das in Klammern gesetzte "m/w/d" sagt bei Weitem noch nichts darüber aus, ob eine Stellenanzeige tatsächlich genderneutral formuliert ist. Schon die Wortwahl in Stellenanzeigen kann bestimmte Bewerbergruppen ausgrenzen. Beispielsweise sprechen Begriffe wie "aktiv" und "ambitioniert" eher Männer an, Wörter wie "empathisch" oder "engagiert" dafür eher Frauen. Auch bei Berufsbezeichnungen wie "Senior-Manager (m/w/d)" fühlt sich möglicherweise die weibliche und diverse Bewerbergruppe ausgegrenzt. Achten Sie deshalb stets auf eine genderneutrale Wortwahl und lassen Sie Ihre Stellenanzeigen von verschiedenen Personen der Berufsgruppe gegenlesen: Fühlen sie sich wirklich alle angesprochen?

Lesen Sie dazu auch unsere News: Chefsekretärin (m/w/d) gesucht – Diskriminierung in Stellenanzeigen


Tipp von Katharina Schmitt, Redakteurin mit Schwerpunkt Vergütung

Offen kommunizieren gegenüber Corona-Risikourlaubern: Viel Diskussion gibt es gerade um eine Aussage des  Bundesgesundheitsministeriums, nach der auch Mitarbeitern, die wissentlich in ein Corona-Risikogebiet gereist waren und anschließend in Quarantäne müssen, eine Verdienstausfallentschädigung nach dem Bundesinfektionsgesetz zustehe. Juristisch ist das allerdings umstritten. Bis die Rechtslage eindeutig geklärt ist, empfiehlt sich also, diesen Mitarbeitern gegenüber nicht in Vorleistung mit der Entgeltzahlung zu treten. Denn ob der Arbeitgeber sich auch in diesen Fällen die Entgeltfortzahlung von der zuständigen Behörde nach § 56 Abs. 5 IfSG erstatten lassen kann, wird derzeit bezweifelt. Besonders wichtig erscheint mir aber eine klare Kommunikation der Arbeitgeber gegenüber den Mitarbeitern: Um Überraschungen zu vermeiden, sollten Arbeitgeber im Rahmen einer allgemeinen Mitteilung bekannt geben, dass bei einer Quarantäne nach Rückkehr aus einem bereits vor Urlaubsantritt als Corona-Risikogebiet ausgewiesenen Gebiet keine Fortzahlung des Gehalts erfolgen wird.

Lesen Sie dazu auch unsere News: Was gilt für die Lohnfortzahlung nach einem Urlaub im Risikogebiet?


Tipp von Frank Bollinger, Fachredakteur für Arbeitsrecht

Fallstricke bei befristeten Arbeitsverhältnissen: Sie haben vor, einen Arbeitnehmer befristet einzustellen? Nach § 14 Abs. 2 TzBfG befristet für zwei Jahre ohne sachlichen Grund? Hier ist Vorsicht geboten! Zum einen darf mit dem Arbeitnehmer nicht bereits zuvor ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden haben, es sei denn, dieses liegt "sehr lange" zurück. Das sollten Sie durchaus wörtlich nehmen: Die Rechtsprechung wertet selbst Vorbeschäftigungen, die bereits 15 Jahre zurückliegen, als "nicht sehr lange" - mit der Folge, dass die Befristung dann unwirksam ist. Ebenfalls aufpassen sollte man, dass tatsächlicher und vertraglicher Arbeitsbeginn auch wirklich auf denselben Tag fallen. Reist der Arbeitnehmer beispielsweise einen Tag vor dem vertraglichen Beginn des Arbeitsverhältnisses auf Kosten des Arbeitgebers an, um am kommenden Tag seine Arbeit aufzunehmen, dann kann dieser Anreisetag bereits als Arbeitstag zu werten sein. Möchte der Arbeitgeber eine zweijährige Befristung mit dem Ende der Zwei-Jahres-Frist auslaufen lassen, kann es passieren, dass die Frist durch den vorzeitigen Beginn des Arbeitsverhältnisses um einen Tag überschritten ist. Auch dies führt zur Unwirksamkeit der Befristung.

Lesen Sie dazu auch unsere News: Was bei einer Befristung ohne Sachgrund zu beachten ist


Tipp von Andrea Schmitt, verantwortliche Online-Redakteurin für haufe.de/personal

Vor Phishing-Mails warnen: Die Corona-Krise bringt unser Arbeitsleben gehörig durcheinander – sei es wirtschaftlich durch Kurzarbeit oder Entlassungen, durch neue Regelungen beispielsweise zu Urlaub und Krankheit oder im sozialen Miteinander, weil immer noch zahlreiche Mitarbeitende ausschließlich im Homeoffice arbeiten. Das nutzen Cyberkriminelle weltweit aus und verbreiten verstärkt Phishing-Mails, häufig auch im Namen von HR, in denen sie zum Beispiel vermeintliche Änderungen hinsichtlich Krankschreibungen und Elternzeit ankündigen. Ziel dieser E-Mails: an persönliche Daten aus dem Unternehmen gelangen. Umso wichtiger ist es jetzt, die Mitarbeitenden durch eine klare Kommunikation und Schulungen zu IT-Sicherheit zu sensibilieren und so vor einem möglichen Fehlverhalten zu bewahren.

Lesen Sie dazu auch unsere News: Wenn Mitarbeiter Trojaner ins Unternehmen lassen


Tipp von Hannes Selz, Volontär

Auf Talentmobilität setzen: Thomas Ogilvie und Sylvie Nicol haben es vorgemacht. Ogilvie, heute Personalvorstand, begann seine Karriere als Trainee bei der Deutschen Post DHL Group, Henkel-Personalvorständin Nicol arbeitete zunächst in Marketing und Sales. Die beiden Beispiele zeigen: Talentmobilität zahlt sich für Unternehmen aus. Gerade Führungskräfte zu rekrutieren ist aufwändig und kostenintensiv. Deshalb lohnt es sich für Unternehmen, genau hinzusehen, um interne Talente frühzeitig zu erkennen und zu fördern. Umgekehrt entwickeln Mitarbeitende, die Unterstützung und Förderung erfahren, eine stärkere Bindung zu ihrem Arbeitgeber. Die Erfahrung zeigt: In Unternehmen, die auf Talentmobilität setzen, bewerben sich auch Mitarbeitende auf Stellenausschreibungen, die nicht die geforderten Qualifikationen mitbringen – sich im Nachhinein aufgrund ihrer Erfahrung und Veränderungsbereitschaft aber als gute Wahl herausstellen.

Lesen Sie dazu auch unsere News: Unternehmen profitieren von interner Talentmobilität

Zum Aufbau einer Datenbank lesen Sie unsere News: Wie Sie einen Talent Pool aufbauen


Tipp von Daniela Furkel, unsere Redakteurin für alle Ausbildungs-Themen

Ausbildungsprämie nutzen: Kleine und mittlere Unternehmen, die ihr Ausbildungsplatzangebot in der Corona-Krise nicht verringern, bekommen für jeden neu geschlossenen Ausbildungsvertrag eine einmalige Prämie von 2.000 Euro. Wer die Anzahl der Ausbildungsplätze sogar erhöht, kann für jeden zusätzlichen Platz 3.000 Euro erhalten. Voraussetzung ist, dass die Ausbildung zwischen dem 1. August und dem 15. Februar 2021 beginnt und dass das Unternehmen von der Corona-Krise betroffen ist (Kurzarbeit oder Umsatzeinbruch). Die Zahl der Ausbildungsplätze wird im Vergleich zu den drei Vorjahren betrachtet. Das Förderprogramm richtet sich an Firmen mit bis zu 249 Beschäftigten, die in staatlich anerkannten Berufen ausbilden, in Ausbildungsberufen nach dem Pflegeberufe-, Krankenpflege- und/oder Altenpflegegesetz oder in praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen. Beide Zuschüsse werden nach der erfolgreich abgeschlossenen Probezeit ausgezahlt. Hier geht es zu den Antragsunterlagen.

Lesen Sie zu weiteren Förderungsmöglichkeiten auch unsere News: "Bundesprogramm unterstützt Ausbildungsbetriebe mit Prämien".

Außerdem finden Sie in unserem Top-Thema zur Ausbildung alle Infos dazu, wie Sie Azubis rechtssicher beschäftigen. In einem weiteren Top-Thema erfahren Sie, wie Sie Auszubildende finden, integrieren und binden.


Tipp von Matthias Haller, Redakteur mit Schwerpunkt HR-Software, Strategie und Führung

Das Beziehungskonto wieder aufladen: Teams bräuchten persönliche Begegnungen, um das Beziehungskonto aufzuladen und Bindung herzustellen, von der sie in der Digitalsituation leben. Davon ist Sirka Laudon, Vorständin People Experience bei Axa Deutschland, überzeugt. Sie drückt damit aus, was derzeit viele Führungskräfte erleben. Anfänglicher Skepsis gegenüber der virtuellen Zusammenarbeit folgte die Erkenntnis: Geht doch überraschend gut! Das dürfte auch daran liegen, dass funktionierende Teams lange Zeit auf ein gemeinsames Beziehungskonto eingezahlt haben. Dieses Konto gilt es nun mit zunehmender Dauer der Pandemie erneut aufzuladen. Das bedeutet nicht: alle zurück ins Büro. Vielmehr sollten Führungskräfte die Mitarbeitenden dazu ermutigen, sich im Rahmen des Erlaubten wieder persönlich zu treffen – etwa für kleinere Workshops oder ein Teammeeting an der frischen Luft. Alles unter Einhaltung der Anstandsregeln selbstverständlich. Denn persönliche Begegnungen setzen virtuell verstaubtes Kreativpotenzial und Begeisterungsfähigkeit frei.

Lesen Sie dazu auch unsere News: "Reines Homeoffice ist auf Dauer nicht zweckmäßig" – Interview mit Malt-CEO Vincent Huguet


Tipp von Frank Bollinger, Fachredakteur für Arbeitsrecht

Urlaub und Kurzarbeitergeld: Ist ein Arbeitnehmer schon länger als drei Monate in Kurzarbeit und hat dadurch einen Verdienstausfall von mehr als 50 Prozent, steht ihm ein Anspruch auf das erhöhte Kurzarbeitergeld in Höhe von 70 beziehungsweise 77 Prozent zu (§ 421c Abs. 2 SGB III). Nimmt der Arbeitnehmer nun aber Urlaub, kann es passieren, dass durch die Auszahlung des Urlaubsentgelts sein Verdienstausfall im Urlaubsmonat weniger als 50 Prozent beträgt. Das führt dazu, dass er im Urlaubsmonat den Anspruch auf das erhöhte Kurzarbeitergeld verliert.

Lesen Sie dazu auch unsere News: Urlaub und Kurzarbeit: Was müssen Arbeitgeber beachten?


Tipp von Katharina Schmitt, Redakteurin mit Schwerpunkt "Neue Arbeitswelten"

Ein Führerschein für's Homeoffice: Mit dem Lockdown hatte sich der Wunsch vieler Arbeitnehmer nach mehr Arbeit im Homeoffice quasi über Nacht erfüllt. Nun ist die Arbeit von zuhause auch in der "neuen Normalität" nicht mehr wegzudenken: Immer mehr Unternehmen öffnen sich für einen Mix aus Arbeit im Homeoffice und am Unternehmenscampus. Doch das muss gut organisiert und in der Unternehmenskultur verankert sein – am heimischen Arbeitsplatz hapert es häufig nicht nur an der ergonomischen Ausstattung, sondern oft auch an Informationsaustausch und Arbeitseffizienz. Professor Volker Nürnberg, BGM-Experte BDO, empfiehlt deshalb, in einem Homeoffice-Führerschein für Führungskräfte und Mitarbeiter die wichtigsten Aspekte der Arbeit in räumlicher Distanz zu regeln.

Lesen Sie dazu auch unsere News: Was Unternehmen im Homeoffice beachten müssen


Tipp von Maxim Nopper-Pflügler, in der Redaktion Spezialist für agile Methoden und New Work

Agile Methoden auf eigene Bedürfnisse anpassen: Agile Methoden können für ein neues und selbstbestimmtes Arbeiten sorgen, nicht nur im Projektmanagement, sondern auch im Daily Business. Doch die "Klassiker" Scrum und Kanban passen nicht immer optimal auf die eigenen Anforderungen. Ausprobieren lohnt sich, aber: Nutzen Sie die Methoden so, wie sie Ihr Team am besten unterstützen und wandeln Sie sie dafür gerne ab. Schauen Sie dabei über den Tellerrand, um zahlreiche Variationen der Methoden zu entdecken. Beispielsweise den kostenlosen "New Work Canvas". Die an den "Business Model Canvas" angelehnte Methode soll dabei helfen, die fünf Prinzipien der New Work Charta im Unternehmen voranzutreiben.

Lesen Sie dazu auch unser Top-Thema: Agile Methoden in HR


Tipp von Melanie Rößler, Redakteurin für Personalmagazin und haufe.de/personal

Recruiting via Mitarbeiterempfehlungen: Während des Corona-Lockdowns konnten Bewerbungsgespräche ausschließlich virtuell geführt werden, und aus Infektionsschutzgründen wird es auch weiterhin Einschränkungen im Recruitingprozess geben. Aber einen Kandidaten einstellen, den man gar nicht richtig persönlich kennenlernen konnte? Diese Vorstellung verunsichert viele Unternehmen. Warum also nicht die persönlichen Kontakte der eigenen Mitarbeiter nutzen? Längst gibt es Software-Tools, um ein solches Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programm auf professionelle Füße zu stellen und einfach abzuwickeln. Eine aktuelle Studie von Firstbird und Wollmilchsau hat gezeigt, dass Kandidaten, die von Mitarbeitern empfohlen wurden, schneller eingestellt werden und länger im Unternehmen verbleiben. Das spart Zeit und Kosten. Da verwundert es eigentlich, dass in Deutschland erst jede zehnte Stelle über eine solche Mitarbeiterempfehlung besetzt wird. In den USA ist es bereits jede dritte Stelle.

Lesen Sie dazu unsere News: Wie sieht das Recruiting nach der Krise aus?


Tipp von Daniela Furkel, Chefreporterin

Dem Burnout entgegenwirken: Einen Negativtrend verzeichnet das Thema Burnout. Zwischen März und April verdoppelten sich auf der Mitarbeiterengagement-Plattform Glint die Angaben der Arbeitnehmer, die um dieses Thema kreisen. Deshalb gilt es nun, den Beschäftigten Anerkennung zuzusprechen und ihnen zuzusichern, dass sie einen festen Platz im Team haben. Wichtig sind zudem aktuelle Informationen zu den Geschehnissen im Unternehmen, um Unsicherheiten abzubauen. In einer Krise, in der nicht klar ist, welche Regeln nächste Woche gelten, benötigen Arbeitnehmer klare und verlässliche Aussagen ihres Arbeitgebers.

Lesen Sie dazu unsere News: Was die Gesundheit von Mitarbeitern belastet


Tipp von Hannes Selz, Volontär

Rückkehrplan gemeinsam erarbeiten: Trotz oder gerade wegen der räumlichen Distanz fühlen sich viele Mitarbeiter stärker miteinander verbunden als vor der Corona-Krise. Der Plan für die Rückkehr an den festen Arbeitsplatz sollte daher von Führungskräften und Mitarbeitern im engen Austausch erarbeitet werden – natürlich unter Berücksichtigung der Hygienevorschriften. Die im Homeoffice erlernte Kollaboration spiegelt sich dadurch auch im Rückkehrplan wider. Beim Zeitpunkt der Rückkehr lohnt es sich, kulant zu sein. So fühlt sich jeder wohl und zu nichts gezwungen.

Lesen Sie dazu unsere News: Back to Office – So mindern Sie die Infektionsgefahr im Großraumbüro


Tipp von Frank Bollinger, Fachredakteur für Arbeitsrecht

Aufhebungsverträge richtig formulieren: Aufgepasst bei der Formulierung eines Aufhebungsvertrags mit Freistellung bis zum Ende der Kündigungsfrist! Dass mit der Freistellung noch ausstehender Urlaub abgegolten ist, ist eine Standardformulierung. Doch was ist mit einem darüber hinaus bestehenden Zeitguthaben auf einem Arbeitszeitkonto? Vergessen Sie nicht, auch dieses explizit im Aufhebungsvertrag durch die Freistellung als abgegolten zu erklären, da anderenfalls eine finanzielle Abgeltungsverpflichtung droht!

Lesen Sie dazu unsere News: Arbeitgeber muss Freizeitausgleich bei Freistellung regeln


Schlagworte zum Thema:  Behinderung, Diversity, Unternehmenskultur