Recruitingkanäle: Jobmessen und Karriereevents

Die Vielfalt der Recruitingkanäle hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Wer heute nach qualifizierten Mitarbeitern sucht, kommt mit den klassischen Kanälen wie Stellenanzeigen in Online-Jobbörsen nicht immer zum Ziel. Auch das Active Sourcing wird immer wichtiger - und dabei sind Jobmessen erfolgversprechend.

Wo früher eine Stellenanzeige in einer Tageszeitung oder einer Online-Jobbörse genügte, um eine ausreichende Anzahl an Bewerbungen zu generieren, müssen die Unternehmen heute immer mehr Kanäle bespielen, damit sie ihre offenen Stellen besetzten können. Denn der Personalbedarf ist ungebrochen hoch. Das belegt die Studie "Recruiting Trends 2020" von der Universität Bamberg und Monster Worldwide Deutschland. 51 Prozent der offenen Stellen gelten als schwer oder gar nicht besetzbar, in der IT sind es sogar 57 Prozent. Gleichzeitig werden die Kandidaten immer anspruchsvoller.

Auf diese Recruitingkanäle setzen Unternehmen

Die Ausschreibung der Vakanzen auf der Unternehmenswebseite bleibt weiterhin die erste Wahl der Arbeitgeber auf Mitarbeitersuche. 86 Prozent der Top-1.000-Unternehmen veröffentlichen ihre freien Stellen auf ihrer Webseite, zeigt die Studie "Recruiting Trends 2020".

An zweiter Stelle der meist genutzten Recruitingkanäle stehen wie in den Vorjahren die Internet-Stellenbörsen (74 Prozent), gefolgt von der Arbeitsagentur (51 Prozent), von Mitarbeiterempfehlungen (43 Prozent) und von Karrierenetzwerken (36 Prozent). Weitere 17 Prozent der Unternehmen veröffentlichen ihre Vakanzen in sozialen Netzwerkplattformen. Printmedien stehen mit neun Prozent auf dem siebten Rang der meist genutzten Recruitingkanäle. Im Vergleich zum Vorjahr zeigen sich allerdings Verschiebungen weg von den traditionellen Kanälen Unternehmenswebseite und  Internet-Stellenbörsen, hin zu mehr Mitarbeiterempfehlungen und Active Sourcing auf sozialen Netzwerkplattformen.  

Recruiting-Herausforderungen für HR

Verändert haben sich auch die Präferenzen der Arbeitnehmer. Sie wollen zunehmend passiv bleiben und von den Unternehmen lieber kontaktiert werden. Laut Studie "Bewerbungspraxis 2020" (ebenfalls von der Universität Bamberg und von Monster Worldwide Deutschland) möchten die meisten Kandidaten lieber angesprochen werden als sich selbst zu bewerben. 

Allerdings kommt es auf die Art der Ansprache an, damit Arbeitgeber bei potenziellen Mitarbeitern gut ankommen. Eine Direktansprache per E-Mail ist bei den Kandidaten am beliebtesten und liegt deutlich vor einer Nachricht auf einem Karrierenetzwerk und der telefonischen Ansprache. Eine Kontaktaufnahme auf einer sozialen Netzwerkplattform oder per Messenger wird von den meisten Kandidaten abgelehnt. Sechs von zehn Kandidaten der Generation Z wollen vom Unternehmen am liebsten über E-Mail angesprochen werden.

Erfolgreicher Kanal für die aktive Kandidatensuche

Die Herausforderungen für Recruiter sind hoch. Auf herkömmliche Anzeigenschaltungen erhalten sie oftmals nicht genügend Bewerbungen. Andere Recruitinkanäle wie Active Sourcing sind deshalb nötig. Allerdings reagieren laut Studie rund zwei Drittel der Befragten gar nicht, wenn sie von Personalern angesprochen werden. 

Darüber hinaus häuft sich die Bewerberkritik zum Active Sourcing in Karrierenetzwerken oder auf Social-Media-Plattformen: Viele Kandidaten sind durch die Direktansprache genervt, da zu viele standardisierte Kontaktanfragen ohne persönlichen Bezug ankommen. 

Active Sourcing im persönlichen Kontakt

Ein Ausweg aus dieser Problematik findet sich in möglichst individuellen Kontakten. Je persönlicher die Ansprache ist, desto erfolgversprechender ist das Active Sourcing. Das bedeutet, dass Recruitingevents ein idealer Kanal für die proaktive Personalsuche darstellen. Denn sie vereinen die Vorteile der aktiven Kandidatenansprache mit persönlichen Kontakten – ganz authentisch von Angesicht zu Angesicht.


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Schlagworte zum Thema:  Active Sourcing, Recruiting, Employer Branding