Recruitingkanäle: Jobmessen und Karriereevents

Die Vielfalt der Recruitingkanäle hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Wer heute nach qualifizierten Mitarbeitern sucht, kommt mit den klassischen Kanälen wie Stellenanzeigen in Online-Jobbörsen nicht immer zum Ziel. Auch das Active Sourcing wird immer wichtiger - und dabei sind Jobmessen erfolgversprechend.

Wo früher eine Stellenanzeige in einer Tageszeitung oder einer Online-Jobbörse genügte, um eine ausreichende Anzahl an Bewerbungen zu generieren, müssen die Unternehmen heute immer mehr Kanäle bespielen, damit sie ihre offenen Stellen besetzten können. Denn der Personalbedarf ist ungebrochen hoch. Das belegt die Studie "Recruiting Trends 2019" von der Universität Bamberg und Monster Worldwide Deutschland. 48 Prozent der offenen Stellen gelten als schwer oder gar nicht besetzbar, in der IT sind es sogar 68 Prozent. Gleichzeitig werden die Kandidaten immer anspruchsvoller.

Auf diese Recruitingkanäle setzen Unternehmen

Die Ausschreibung der Vakanzen auf der Unternehmenswebseite bleibt weiterhin die erste Wahl der Arbeitgeber auf Mitarbeitersuche. 95 Prozent der Top-1.000-Unternehmen veröffentlichen ihre freien Stellen auf ihrer Webseite, zeigt die Studie "Recruiting Trends 2019".

An zweiter Stelle der meist genutzten Recruitingkanäle stehen wie in den Vorjahren die Internet-Stellenbörsen (78 Prozent), gefolgt von der Arbeitsagentur (59 Prozent), von Karrierenetzwerken (32 Prozent) und von Mitarbeiterempfehlungen (30 Prozent). Weitere 14 Prozent der Unternehmen veröffentlichen ihre Vakanzen in sozialen Netzwerkplattformen. Printmedien stehen mit zehn Prozent auf dem siebten Rang der meist genutzten Recruitingkanäle.

Recruiting-Herausforderungen für HR

Verändert haben sich jedoch die Präferenzen der Arbeitnehmer. Sie wollen zunehmend passiv bleiben und von den Unternehmen lieber kontaktiert werden. Laut Studie "Bewerbungspraxis 2019" (ebenfalls von der Universität Bamberg und von Monster Worldwide Deutschland) wollen 48 Prozent der Kandidaten lieber angesprochen werden als sich selbst zu bewerben.

Allerdings kommt es auf die Art der Ansprache an, damit Arbeitgeber bei potenziellen Mitarbeitern gut ankommen. Eine Direktansprache per E-Mail ist bei den Kandidaten am beliebtesten und liegt deutlich vor einer Nachricht auf einem Karrierenetzwerk und der telefonischen Ansprache. Eine Kontaktaufnahme auf einer sozialen Netzwerkplattform oder per Messenger wird von den meisten Kandidaten abgelehnt.

Erfolgreicher Kanal für die aktive Kandidatensuche

Die Herausforderungen für Recruiter sind hoch. Auf herkömmliche Anzeigenschaltungen erhalten sie oftmals nicht genügend Bewerbungen. Andere Recruitinkanäle wie Active Sourcing sind deshalb nötig. Allerdings reagieren laut Studie knapp zwei Drittel der Befragten gar nicht, wenn sie von Personalern angesprochen werden. Von weiteren 16 Prozent kommen negative Reaktionen.

Darüber hinaus häuft sich die Bewerberkritik zum Active Sourcing in Karrierenetzwerken oder auf Social-Media-Plattformen (laut Studie "Bewerbungspraxis 2019"): Sieben von zehn Kandidaten sind durch die Direktansprache genervt, da zu viele standardisierte Kontaktanfragen ohne persönlichen Bezug ankommen. Vier von zehn Kandidaten beschweren sich über zu häufige Ansprachen von Unternehmen. Drei von zehn Kandidaten lästern über solche "Spam-Kanäle" im Bekanntenkreis. Und einer von drei Kandidaten löscht ungelesen alle direkten Ansprachen.

Active Sourcing Face-to-Face und im persönlichen Kontakt

Ein Ausweg aus dieser Problematik findet sich in möglichst individuellen Kontakten. Je persönlicher die Ansprache ist, desto erfolgversprechender ist das Active Sourcing. Das bestätigt die Studie "Recruiting Trends 2019": Die Teilnahme an Personalmessen ist nach Angaben der befragten Unternehmen der Active-Sourcing-Kanal, der am meisten Neueinstellungen generiert, gleich gefolgt von Karriereevents für Studierende und/oder Absolventen. An dritter Stelle folgt die Suche in Talentpools und an vierter Stelle die Ansprache von Personen im eigenen Netzwerk der Recruiter. Erst an fünfter Stelle der erfolgreichen Active-Sourcing-Kanäle folgt die Ansprache von Kandidaten in Karrierenetzwerken wie Xing oder Linkedin.

Diese Entwicklung kann dazu führen, dass die Bedeutung der sozialen Medien für das Active Sourcing abnimmt und die Recruitingevents ein stärkeres Gewicht erhalten – sowohl aus Sicht der Unternehmen als auch aus Kandidatensicht. Denn das Active-Sourcing-Instrument Karrieremesse vereint die Vorteile der aktiven Kandidatenansprache mit persönlichen Kontakten – ganz authentisch von Angesicht zu Angesicht.


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