Recruitingkanäle: Jobmessen und Karriereevents

Wer heute nach qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sucht, kommt mit den klassischen Recruitingkanälen wie Stellenanzeigen in Online-Jobbörsen nicht immer zum Ziel. Das Active Sourcing wird immer wichtiger – und dabei sind Jobmessen erfolgversprechend.

Wo früher eine Stellenanzeige in einer Online-Jobbörse genügte, um eine ausreichende Anzahl an Bewerbungen zu generieren, müssen die Unternehmen heute immer mehr Kanäle bespielen, damit sie ihre offenen Stellen besetzten können. Denn der Personalbedarf ist hoch. Der Fachkräftemangel ist nach dem Recruitingstopp zu Beginn der Coronapandemie verstärkt zurückgekehrt. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2021 verzeichnen zwei Drittel der Unternehmen aktuell einen Fachkräfteengpass. Vor einem Jahr waren es "nur" 55 Prozent.

Gleichzeitig werden die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer anspruchsvoller. Die meisten sind sich bewusst, dass sie gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, und schauen sich genau an, was ein potenzieller neuer Arbeitgeber ihnen bieten kann. Laut dem Jobwechsel-Kompass der Königsteiner Gruppe aus dem Oktober 2021 spielt das Thema Nachhaltigkeit eine große Rolle beim Jobwechsel. 58 Prozent der Befragten geben an, dass das Umweltbewusstsein eines Unternehmens für sie heute wichtiger ist als früher. 74 Prozent finden Job-Bikes als klimafreundliche Benefits attraktiv.

Auf diese Recruitingkanäle setzen Unternehmen

Immer mehr Arbeitgeber stellen fest, dass sie gleichzeitig mehrere Recruitingkanäle bespielen müssen, um eine ausreichende Anzahl und Qualität an Bewerbungen zu erhalten. Am häufigsten werden offene Stellen auf der eigenen Webseite ausgeschrieben, gefolgt von Online-Stellenbörsen, der Arbeitsagentur und von Karrierenetzwerken. Insbesondere dynamische Recruitingformen, die auf einem persönlichen Austausch basieren, haben in den vergangenen Jahren deutlich an Zuspruch gewonnen: Mitarbeiterempfehlungen, Kontakte in Karrierenetzwerken oder über Recruiting- oder Fachmessen.

Diese Entwicklung wird von der Randstad-IFO-Personalleiterbefragung bestätigt. Die Befragung aus dem ersten Halbjahr 2021 zeigt, dass die meisten Arbeitgeber ihre Vakanzen in externen Ausschreibungen veröffentlichen (79 Prozent) und/oder bei der Arbeitsagentur bekanntgeben (53 Prozent). Fast die Hälfte der Unternehmen (46 Prozent) setzt interne Ausschreibungen ein und 41 Prozent der Arbeitgeber setzen auf Mitarbeiterempfehlungen. Eine Personalvermittlung wird bei knapp einem Viertel (24 Prozent) der Vakanzen eingesetzt.

Recruiting-Herausforderungen für HR

Verändert haben sich auch die Präferenzen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Sie wollen lieber von den Unternehmen kontaktiert werden als selbst aktiv zu werden. Und sie sehen keine Notwendigkeit darin, lange und komplizierte Bewerbungsformulare auszufüllen. Denn sie sind sich sicher, dass sie bei einem anderen Arbeitgeber einen ähnlich guten Job finden. Warum also viel Zeit aufwenden, unzählige Angaben eintippen und lange Anschreiben verfassen? Eine gute Candidate Experience ist heute ein wichtiger Faktor, um überhaupt Bewerbungen zu generieren. Und diese wird am besten dadurch ermöglicht, indem sich die Arbeitgeber auf die Wünsche der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einstellen.

Dass sich die Arbeitgeber zunehmend nach den Stellensuchenden richten, zeigt die Studie "Monster Insights 2021": Bei der Kommunikation mit potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten ist aktuell am häufigsten das Telefon im Einsatz (71 Prozent), gefolgt von E-Mails (62 Prozent). In bestimmten Branchen wie Finance und Industrie kommt auch relativ häufig die SMS-Kommunikation vor. In der Tech-Branche und im Einzelhandel wird oft über soziale Medien kommuniziert.

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Erfolgreicher Kanal für die aktive Kandidatensuche

Die Herausforderungen für Recruiter sind hoch. Auf herkömmliche Anzeigenschaltungen erhalten sie oftmals nicht genügend Bewerbungen. Andere Recruitinkanäle wie Active Sourcing sind deshalb nötig. Allerdings reagieren viele Fach- und Führungskräfte gar nicht, wenn sie von Personalern in den traditionellen Businessnetzwerken angesprochen werden. Immer mehr Personen zeigen sich genervt, da sie auf diesen Plattformen zu viele standardisierte Kontaktanfragen ohne persönlichen Bezug erhalten.

Active Sourcing im persönlichen Kontakt

Ein Ausweg aus dieser Problematik findet sich in möglichst individuellen Kontakten. Je persönlicher die Ansprache ist, desto erfolgversprechender ist das Active Sourcing. Das bedeutet, dass Recruitingevents ein idealer Kanal für die proaktive Personalsuche darstellen. Denn sie vereinen die Vorteile der aktiven Kandidatenansprache mit persönlichen Kontakten – ganz authentisch von Angesicht zu Angesicht.

Schlagworte zum Thema:  Active Sourcing, Recruiting, Employer Branding