Ein Bewerbermanagement-System, das für ein Unternehmen sehr gut passt, ist für eine andere Firma womöglich nicht die Ideallösung. Dennoch: Es gibt Software, die im Kundenurteil besser abschneidet als andere. Welche Lösungen das sind, ermittelte der ICR E-Recruiting Software Report 2018/2019.

Mit über 160 Systemen ist der Markt für Recruiting-Software sehr unübersichtlich. Das hat das Institute for Competitive Recruiting (ICR) zum Anlass genommen, Bewerbermanagement-Systeme erneut durch die Recruiter beurteilen zu lassen, die die Lösungen in der Praxis einsetzen. Über 900 Anwender haben ihre Erfahrungen mit den von ihnen genutzten Lösungen weitergegeben.

Folgende Kriterien haben sie unter anderem beurteilt: 

  • Automatische Erfassung von Bewerberdaten (Parsing), 
  • Bereitstellung von Kennzahlen, 
  • Kollaboration mit anderen Recruitern, 
  • Nutzerfreundlichkeit für Bewerber und Recruiter, 
  • Kommunikation mit Kandidaten, 
  • Nutzung eines Talentpools, 
  • Suchmöglichkeit in internen Datenbanken, 
  • Vergleichsmöglichkeit der Kandidaten, 
  • Veröffentlichung von Stellenanzeigen auf der Karrierewebseite oder auf Jobportalen 
  • sowie das Preis-/Leistungsverhältnis. 

Zusätzlich gaben die Softwarenutzer eine Weiterempfehlung auf Basis des Net Promotor Score, die zu 40 Prozent in das Ranking einfloss.

Etablierte Anbieter für Bewerbermanagement-Software werden seltener weiterempfohlen

Im Ergebnis zeigt sich, dass die Nutzer von etablierten Systemen, die kaum weiterentwickelt werden, nicht sehr zufrieden mit ihren Lösungen sind. Das Fazit von Studieninitiator Wolfgang Brickwedde: „Auffällig ist, dass die ‚üblichen Verdächtigen‘ wie SAP E-Recruiting, Taleo oder Successfactors bei der Beurteilung durch die Nutzer eher nicht in den oberen Rängen zu finden sind. Oft ist die Weiterempfehlungsrate, gemessen über den Net Promotor Score, bei sehr etablierten Anbietern im deutlich negativen Bereich. Systeme, die relativ neu am Markt sind, können sich über positivere Weiterempfehlungsraten freuen.“

Aber auch bei den „jungen Wilden“ sei noch nicht alles optimal, so Brickwedde: „Prescreen, erst seit wenigen Jahren am Markt und 2017 von Xing gekauft, konnte sich noch nicht unter den Top 3 in den jeweiligen Kategorien etablieren. Einige Anbieter wie D.Vinci und Rexx haben neue Versionen herausgebracht, die bei den Kunden deutlich besser ankamen als die älteren Versionen. Dies führte dann folgerichtig zu verdienten Auszeichnungen.“

Die besten Bewerbermanagement-Systeme je Größenklasse

Sehr gut abgeschnitten haben in den jeweiligen Kategorien nach Größenklasse der Unternehmen, die die Bewerbermanagement-Syteme einsetzen:

  • Coveto, D.Vinci Easy, Talention (1 bis 50 Einstellungen pro Jahr)
  • Rexx, Talention (51 bis 100 Einstellungen pro Jahr)
  • E-Recruiter, Rexx, Beesite (101 bis 500 Einstellungen pro Jahr)
  • Beesite, Haufe (über 500 Einstellungen pro Jahr)

Worauf achten Recruiter bei Bewerbermanagement-Software? 

Der ICR E-Recruiting Software Report 2018/2019 zeigt darüber hinaus auf, worauf Recruiter besonders großen Wert bei der Softwarenutzung legen: Datensicherheit liegt an erster Stelle, gefolgt von der Nutzerfreundlichkeit für Recruiter und der Pflege und Verwaltung von Bewerberdaten. Besonders unzufrieden sind die Befragten mit der Suche von potenziellen Kandidaten in externen Quellen. Auf den weiteren Rängen folgen die Bereitstellung von Controllingkennzahlen, die Vergleichsmöglichkeit der Kandidaten sowie die Test- beziehungsweise Auswahlverfahren für Bewerber.

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