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Gefahrstoffe

Gefahrstoff

Gefahrstoffe sind Stoffe, Gemische, Erzeugnisse und Materialien, die Gefährlichkeitsmerkmale aufweisen.

Darüber hinaus gibt es gefährliche Stoffe, für die umweltrechtliche Regelungen gelten, z. B. Gefahrgüter, gefährliche Abfälle oder wassergefährdende Stoffe. Die relevanten Vorschriften aus Gefahrstoff- Gefahrgut-, Abfall- und Wasserrecht enthalten Regelungen zum Herstellen, Umgang, Lagern, Transport und Entsorgen der Materialien, also entlang des gesamten Lebenswegs.

Verschiedene Gefahrenkennzeichnungen

Es gibt folgende Kennzeichnungen für Gefahrstoffe:

- explosionsgefährlich

- hochentzündlich

- leichtentzündlich

- brandfördernd

- sehr giftig

- giftig

- gesundheitsschädlich

- ätzend

- reizend

- umweltgefährlich


Änderungen bei CMR-Stoffen und Asbest

Reform der Gefahrstoffverordnung verabschiedet

Für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen sind in Deutschland die Anforderungen der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) grundlegend, an deren Novellierung seit mehreren Jahren gearbeitet wurde. Dabei geht es vor allem um neue Verpflichtungen für den Umgang mit CMR-Stoffen der Kategorien 1A oder 1B. Nachdem der Bundesrat der Reform im Oktober mit Änderungen zugestimmt hatte, wurde die neue GefStoffV jetzt auch vom Bundeskabinett verabschiedet. Sie soll noch in diesem Jahr in Kraft treten.

Aktuelles Interview

PFAS-Verbot: Hintergründe und Bedeutung für die Praxis

Von Schutzgasen für die Leiterplattenherstellung bis zu Kosmetik: Die Anwendungsgebiete von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) sind zahlreich. Genauso groß sind auch die Belastungen für Mensch und Umwelt durch diese Stoffe. Deshalb wird derzeit ein weitreichender Vorschlag zur Beschränkung dieser Stoffe in der EU beraten. Vielen Unternehmen ist allerdings nicht klar, welche Auswirkungen das für sie hat und wie sie diese Stoffe substituieren können.






Berufsbedingte Schwerhörigkeit

Ototoxische Gefahrstoffe und Lärm: Gefährliche Mischung für die Ohren

Lärmschwerhörigkeit ist nach wie vor eine der häufigsten Berufskrankheiten, besonders in Branchen wie Bau und Metallverarbeitung. Ototoxische Stoffe können das Gehör zusätzlich schädigen, wobei eine Kombination mit Lärmbelastung das Risiko erhöht. Präventive Maßnahmen, wie Lärmschutz und die Reduzierung der Exposition gegenüber schädlichen Stoffen, sind entscheidend, um irreversible Hörschäden zu vermeiden.


Bioaerosole

Mykotoxine – ein „unbekannter Faktor“ beim Staubschutz

Mykotoxine gehören zu den besonders gesundheitsgefährdenden Stoffwechselprodukten von Bioaerosolen. Während sie bei Nahrungs- bzw. Futtermitteln schon recht gut erforscht sind, ist ihr Nachweis an Arbeitsplätzen schwierig und ihre gesundheitliche Wirkung auf die Beschäftigten noch teilweise unbekannt. Ein aktuelles Projekt der DGUV will dies ändern und dabei unter anderem „arbeitsplatzrelevante“ Mykotoxine identifizieren.



Infektionsschutz

Neufassung der TRBA 130 „Arbeitsschutzmaßnahmen in akuten biologischen Gefahrenlagen“

Die TRBA 130 regelt den Arbeitsschutz von Einsatzkräften wie Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten, die sich bei biologischen Gefahrenlagen dafür einsetzen, die Verbreitung von Gefahrstoffen und die Infizierung der Bevölkerung zu verhindern. Durch Maßnahmen wie Desinfektion und Dekontamination wird sowohl der Schutz der Einsatzkräfte als auch die Minimierung des Infektionsrisikos für die Bevölkerung gewährleistet. Die im Juli 2023 überarbeitete Fassung verbindet den Arbeitsschutz und die öffentliche Sicherheit auf einzigartige Weise.


Gefährliche Gemische

Wie der UFI-Code Leben retten kann

In medizinischen Notfällen, die durch gefährliche Gemische verursacht werden, ist der schnelle Zugang zu relevanten Informationen über diese Substanzen von entscheidender Bedeutung. Um sicherzustellen, dass diese Informationen effektiv bereitgestellt werden können, wurde in der Europäischen Union ein einheitliches Informationssystem für die gesundheitliche Notversorgung etabliert. Gemäß Art. 45 der CLP-Verordnung sind die Mitgliedsstaaten verpflichtet, bestimmte Stellen zu benennen, die für die Entgegennahme dieser Informationen zuständig sind. In Deutschland ist das z.B. das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).


Chemikalien am Arbeitsplatz

EU-Parlament: Neue Grenzwerte für Blei und Diisocyanate

Das Parlament der Europäischen Union (EU) hat den Weg frei gemacht für neue, verschärfte Grenzwerte von gesundheitsschädlichen Chemikalien am Arbeitsplatz. Bei Zustimmung des EU-Rates treten damit niedrigere Grenzwerte für Blei und zum allerersten Mal Grenzwerte für die Stoffgruppe der Diisocyanate in Kraft. Das ist ein gesundheitlicher Gewinn für betroffene Beschäftigte. Viele kleinere Firmen könnten durch die neuen Bleigrenzwerte aber wirtschaftlich in Bedrängnis kommen.


Gefahrstoffe

PFAS in der Lieferkette: Neue EU-Regelung auf dem Weg

Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) sind in aller Munde, aber leider nicht nur dort. Einmal freigesetzt, bleiben sie lange in der Umwelt, reichern sich über die Nahrungskette an, können Mensch und Umwelt schädigen und über große Entfernungen transportiert werden. Als sog. Ewigkeitschemikalien sind sie daher weltweit in Gewässern, Böden, Pflanzen, Tier und Mensch nachweisbar. Verwendet werden PFAS u.a. in Mobiltelefonen, Windturbinen, kosmetischen Produkten, Solarpaneelen, medizinischen Geräten und Regenjacken.


Sanierungsarbeiten

Asbest in Millionen Wohngebäuden: IG Bau warnt vor Krankheitswelle

Im Altbaubestand stecken noch Millionen Tonnen asbesthaltigen und damit gesundheitsgefährdenden Materials. Die IG Bau warnt angesichts der weitreichenden Sanierungen des Altbaubestandes in den kommenden zwei Jahrzehnten daher vor einer Krankheitswelle bei den beteiligten Handwerkern und Bauarbeitern, wenn nicht umfassende Gegenmaßnahmen getroffen werden. Unter anderem fordert die Gewerkschaft eine Sanierungsprämie und einen Schadstoff-Gebäudepass.



Haut- und Infektionsschutz

Allergien beim Tragen von Einmalhandschuhen

Pflegende und Reinigungskräfte sind im Rahmen ihrer Tätigkeiten verschiedenen mikrobiellen und chemischen Risiken ausgesetzt, vor denen sie sich vorzugsweise mit medizinischen Einmalhandschuhen schützen. Diese werden aber nicht selten selbst zu gesundheitlichen Risiken für ihre Träger, da sie aus unterschiedlichen Gründen Allergien auslösen können. Es kommt daher auf die richtige Wahl der Handschuhe an.



REACH

EU-Chemikalienstrategie: Kritik aus der Wirtschaft wächst

Mit der EU-Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit soll die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und Forschung, der Umweltschutz und die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten verbessert werden. Die Strategie wird von Unternehmen und Wirtschaftsverbänden in einigen Punkten heftig kritisiert. Unter anderem geht es um den Ersatz der Risikoermittlung durch einen vorsorgebasierten Regulierungsansatz bei der Chemikalienherstellung und -verwendung.












Internationale Fracht

Frachtcontainer: Eine Ladung voller Gefahren für die Hafenfacharbeiter

Laut Studien weist jeder fünfte Import- bzw. Überseecontainer gesundheitsgefährdende Schadstoffkonzentrationen auf. Zudem werden in den Frachtcontainern unfreiwillig oft Schädlinge in die Zielländer transportiert, die teilweise selbst für Menschen eine Gefahr darstellen können. Das Öffnen und die Entladung von Containern aus dem nahen und fernen Ausland stellt daher ein hohes Sicherheitsrisiko für die zuständigen Hafenfacharbeiter dar.




Beschaffung von Gefahrstoffen

Der Arbeitgeber muss die Gefährdung von Beschäftigten beim Umgang mit Gefahrstoffen minimieren. Gefahrstoffe sollten daher möglichst gar nicht beschafft oder durch weniger gefährliche Stoffe ersetzt werden. Klare Zuständigkeiten helfen, den Beschaffungsprozess zu optimieren.




Aktuelle Rechtsprechung für die betriebliche Praxis

Gefahrguttransport - Selbstbelastungsfreiheit auch für Auskunft über die Person

Wer von der Po­li­zei zwecks Er­mitt­lung einer Ord­nungs­wid­rig­keit um Aus­kunft er­sucht wird, wer der Ver­ant­wort­li­che für die Ein­hal­tung von Vor­schrif­ten zur Ge­fahr­gü­ter­be­för­de­rung ist, kann die An­ga­be der Daten ver­wei­gern, wenn er selbst oder ein naher An­ge­hö­ri­ger diese Auf­ga­be in­ne­hat.