| Vorsicht

Gefahr durch Epoxidharz wird unterschätzt

Wichtig beim Umgang mit Epoxidharz: z. B. geeignete Schutzhandschuhe
Bild: Haufe Online Redaktion

Ob zur Boden- oder Wandbeschichtung – Epoxidharz hat hervorragende technische Eigenschaften. Unterschätzt werden dabei allerdings oft die gesundheitlichen Risiken. Sie sind bei vielen Verantwortlichen im Betrieb und den Anwendern nur unzureichend bekannt oder werden nicht ernst genommen.

Epoxidharz und Härter können Verätzungen und dauerhafte Allergien auslösen. In den letzten 15 Jahren hat die Zahl der Epoxidharz-Allergien stark zugenommen. Jedes Jahr werden rund 250 neue Krankheitsfälle bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) registriert. Bei manchen der Betroffenen führt die Erkrankung sogar zur Berufsunfähigkeit.

Epoxidharz: Man sollte die Risiken kennen und die erforderlichen Schutzmaßnahmen strikt einhalten

Epoxidharze sind hochreaktive Chemikalien. Wer damit arbeitet, muss die Risiken kennen und die erforderlichen Schutzmaßnahmen strikt einhalten. Grundlage sind dafür Sicherheitsdatenblätter, Betriebsanweisungen sowie Unterweisungen zum sicheren Umgang durch den Arbeitgeber.

Eine Vorlage für solche Unterweisungen bietet Ihnen der Haufe-Foliensatz "Epoxidharze: Umgang mit kalthärtenden Epoxidharzen".

Studie belegt die typischen Fehler im Umgang mit Epoxidharz

Zu den häufigsten Fehlern im Umgang mit Epoxidharzen zählen laut einer Untersuchung der BG BAU und des niederländischen Wissens- und Dienstleistungsinstituts für Arbeitsbedingungen im Bauwesen (ARBOUW):

  • mangelhafte oder fehlende Lüftung bei der Arbeit,
  • keine oder die falschen Handschuhe,
  • ungeeignete Arbeitskleidung wie kurzärmelige Hemden,
  • kein Duschen am Arbeitsplatz nach Arbeitsschluss,
  • Tragen der Arbeitskleidung auch nach Feierabend.

Basismaßnahmen für einen sicheren Umgang mit Epoxidharz

Die BG Bau weist darauf hin, dass beim Umgang mit Epoxidharz

  • für ausreichend Lüftung gesorgt werden muss,
  • der direkte Hautkontakt zu vermeiden ist,
  • bei lösemittelhaltigen Produkten Atemschutz zu verwenden ist,
  • Schutzkleidung und ggf. eine Schutzbrille sowie
  • geeignete Schutzhandschuhe zu tragen sind.

Hauterkrankungen müssen frühzeitig behandelt werden

Wer mit Epoxidharz arbeitet und Veränderungen an der Haut feststellt, sollte damit zum Hautarzt statt zum Hausarzt. Mit einer beginnenden Hauterkrankung einfach weiterzuarbeiten kann dazu führen, dass daraus eine chronische Berufskrankheit wird.

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Schlagworte zum Thema:  Allergie, Gefährdungsbeurteilung, Hautschutz, Atemwegserkrankung, Atemschutz

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