28.10.2014 | Rehabilitation von Beschäftigten

Wiedereingliederung - was ist zu beachten?

Wiedereingliederung - damit der Stuhl nicht leer bleibt
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die stufenweise Wiedereingliederung von Beschäftigten hat das Ziel, den Gesundheitszustand des Betroffenen durch Arbeit zu stabilisieren. Für den Arbeitgeber gibt es hier einiges zu beachten.

Bei der Wiedereingliederung werden Mitarbeiter in der Genesungsphase nach einer Erkrankung oder Verletzung stundenweise beschäftigt und so wieder an die am Arbeitsplatz auftretenden Belastungen herangeführt. Sie ist ein Baustein der Rehabilitation im beruflichen Bereich, ein wesentliches Element des betrieblichen Gesundheitsmanagements und im Sozialgesetzbuch SGB IX verankert.

Arbeitnehmer muss für eine Wiedereingliederung bereit sein

Die Wiedereingliederungsmaßnahme begründet ein eigenes Rechtsverhältnis zwischen Arbeitsnehmer und Arbeitsgeber in einer Phase, in der der Arbeitnehmer weiterhin dem rechtlichen Status nach arbeitsunfähig geschrieben ist.

Ihm entstehen daher in keinem Fall irgendwelche finanziellen oder versicherungsrechtlichen Nachteile. Voraussetzung für die Wiedereingliederungsmaßnahme ist, dass der Arbeitnehmer bereit und in der Lage ist, seine bisherige Tätigkeit in gewissem Umfang wieder aufzunehmen. Darüber entscheidet der behandelnde Arzt mit dem Betroffenen. Ein Rechtsanspruch auf eine solche Maßnahme besteht gegen den Arbeitgeber allerdings nicht.

Betriebliches Eingliederungsmanagement und Wiedereingliederung

Oft greift bei einer Wiedereingliederung das sog. Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM). Das ist dann der Fall, wenn die gesamte Zeit der Arbeitsunfähigkeit 6 Wochen überschreitet, was in den fraglichen Fällen meist zutrifft.

BEM hat die Aufgabe nach einer längeren Arbeitsunfähigkeitsphase zu klären, ob durch Maßnahmen am Arbeitsplatz das Risiko minimiert werden kann, dass es zu erneuten gesundheitsbedingten Ausfällen kommt.

Wiedereingliederung verläuft meistens stufenweise

Sie beginnt z. B. mit einer täglichen Arbeitszeit von 2 Stunden, die dann nach 2–4 Wochen entsprechend der Leistungsfähigkeit weiter ausgebaut wird. Solche Maßnahmen dauern i. d. R. zwischen 6 Wochen und 6 Monaten.

Bezahlung bei der Wiedereingliederung

Der Arbeitnehmer erhält i. d. R. während der Eingliederungsphase kein reguläres Arbeitsentgelt, sondern die vorgesehen Lohnersatzleistungen (Krankengeld, Übergangsgeld, Verletztengeld). Dafür kommt je nach Sachlage der jeweilige Rehabilitationsträger auf: Kranken- oder Rentenversicherung oder die Berufsgenossenschaft, abhängig davon, ob die bestehende Einschränkung durch Krankheit, Unfall, Arbeitsunfall, Berufskrankheit usw. ausgelöst wurde.

Allerdings können Arbeitnehmer und Arbeitgeber auch für die erbrachten Tätigkeiten im Rahmen der Wiedereingliederung unabhängig vom normalen Beschäftigungsverhältnis separat eine Entgeltvereinbarung treffen, die durch die Rehaträger entsprechend ergänzt wird.

Wiedereingliederung - was ist zu beachten?

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Schlagworte zum Thema:  Wiedereingliederung, Betriebliches Eingliederungsmanagement, Betriebsarzt, Rehabilitation

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