Psychische Gesundheit: Herausforderung am Arbeitsplatz
Prävalenz von psychischen Gesundheitsproblemen am Arbeitsplatz
Menschen verbringen einen großen Anteil ihres Lebens bei der Arbeit. Dabei können die Arbeitsbedingungen einen erheblichen Einfluss auf die psychische Gesundheit der Arbeitnehmer haben. Dies hat nicht nur persönliche Auswirkungen, sondern auch erhebliche Konsequenzen für Unternehmen und die Gesellschaft insgesamt.
In Deutschland sind jedes Jahr etwa 27,8 % der erwachsenen Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen. Das entspricht laut der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde ca. 17,8 Millionen betroffenen Personen. In der Arbeitswelt hat die Diagnosegruppe Psychische und Verhaltensstörungen seit Jahren einen großen Einfluss auf die Arbeitsunfähigkeit von Beschäftigten. So verursachten die psychischen Erkrankungen 2022 die dritthäufigsten Arbeitsunfähigkeitstage und somit hohe Produktionsausfallkosten in Unternehmen.
Was sind mögliche Ursachen und Einflussfaktoren?
Die Gründe für den tendenziellen kontinuierlichen Anstieg der Prävalenz in den letzten Jahren wird kontrovers diskutiert. In welchem Umfang die spezifischen Arbeitsbedingungen der modernen Arbeitswelt einen Beitrag zu diesem Trend leisten, bleibt daher umstritten. Ein weiterer wesentlicher Grund für den Anstieg wird hingegen auch in der Entstigmatisierung psychischer Probleme in der Gesellschaft und verbesserter Schulung von Ärzten – insbesondere im hausärztlichen Bereich – gesehen.
Ursachen für psychische Störungen können vielfältiger Natur sein und sowohl im privaten wie auch beruflichen Umfeld liegen. Dabei ist oft unklar, was Ursache und was Wirkung ist. Im beruflichen Kontext spricht man von kurz-, mittel- und langfristigen Beanspruchungsfolgen, die aufgrund psychischer Belastungen bei der Arbeit resultieren können. Psychische Belastungen sind dabei die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und diesen psychisch beeinflussen. Einflüsse aus der Arbeit ergeben sich aus dem Arbeitssystem durch Arbeitsaufgaben, Arbeitsorganisation, Arbeitszeit, soziale Beziehungen, Arbeitsmittel und die Arbeitsumgebung.
Obwohl geistige und personenbezogene Tätigkeiten in der Arbeitswelt zugenommen haben, wird die Arbeit bei einem Drittel der Erwerbstätigen in Deutschland noch durch körperliche Tätigkeiten, wie z. B. Heben und Tragen schwerer Lasten oder Arbeiten auf Knien/ über Kopf, stark geprägt. Dabei ist nicht zu vernachlässigen, dass hohe psychische Anforderungen auch bei Erwerbstätigen mit überwiegend körperlichen Tätigkeiten auftreten, z. T. sogar häufiger als bei anderen Erwerbstätigen. Die Ausprägungen psychischer Belastungsfaktoren unterscheiden sich bei körperlichen Tätigkeiten teilweise, abhängig von deren Qualifikationsniveau. Bei körperlichen Tätigkeiten mit geringem Qualifikationsniveau ist der Anteil der Beschäftigten mit beeinträchtigter Arbeitsfähigkeit und depressiver Symptomatik besonders hoch.
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Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz
Unternehmen können eine Vielzahl von Maßnahmen ergreifen, um die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu fördern. Dazu gehören die Förderung einer gesunden Work-Life-Balance, die Schaffung eines unterstützenden Arbeitsumfelds, die Implementierung von Stressmanagementprogrammen und die Sensibilisierung für psychische Gesundheitsprobleme. Dabei sollten die Maßnahmen sowohl auf die Verhaltens- wie auch auf die Verhältnisebene abzielen.
Fazit
Unternehmen sollten sich verstärkt darauf konzentrieren, gesunde Arbeitsbedingungen zu schaffen und präventive Maßnahmen zu implementieren. Ein umfassendes Verständnis der Ursachen, Auswirkungen und Präventionsmöglichkeiten von psychischen Gesundheitsproblemen am Arbeitsplatz ist entscheidend, um eine positive Veränderung herbeizuführen. Aufgrund der besonders langen Ausfallzeiten bei psychischen Erkrankungen, ist ein effektives und systematisches Betriebliches Eingliederungsmanagement für eine erfolgreiche Wiedereingliederung von besonderer Bedeutung.
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