Sicherheit und Effizienz im Einklang durch technische Maßnahmen im STOP-Prinzip
Warum sind technische Maßnahmen direkt hinter der Substitution die zweitwichtigste Maßnahmenebene nach dem STOP-Prinzip? In einem „Whitepaper“ klärt der VTH Verband Technischer Handel, in dem rund 230 technische Händler organisiert sind, über den engen Zusammenhang von Sicherheit, wirtschaftlicher Profitabilität und dem Stand der Technik entsprechenden Maschinentechnik auf.
Positiver Einfluss belegt
Der positive Einfluss der Technik auf das Unfallgeschehen sei durch Statistiken hinreichend belegt. Der Einsatz von modernen, dem Stand der Technik entsprechenden Maschinen und Verfahren mit hohen Sicherheitsstandards hat selbst in den Branchen mit den höchsten Unfallquoten zu erheblichen Unfallrückgängen geführt. Dies wurde z. B. durch Licht- oder Laserschranken oder Einhausungen, die den direkten Kontakt des Beschäftigten mit der Maschine verhindern, durch Kapselung zur Verringerung der Lärmbelästigung oder durch bauliche Mechanismen zur Verhinderung von Gefahrstoffaustritten erreicht.
Beispiel: Armaturen und Kupplungen
Ganz wichtige Elemente von Maschinen, die über Wirtschaftlichkeit und Sicherheit des Maschineneinsatzes entscheiden, seien Armaturen und Kupplungen. Bei Ersteren handelt es sich um Ventile, Wasserhähne oder Steuergeräte, die den Durchfluss von Flüssigkeiten/Gasen regeln. Kupplungen dagegen sind spezielle Verbindungsstücke, die Schläuche oder Rohre schnell, dicht und sicher miteinander verbinden oder trennen, oft ohne, dass sich das System entleert oder Luft eindringt. Beide Begriffe werden oft zusammen verwendet, da Kupplungen Armaturen in Heizungs-, Sanitär-, Industrie- und Feuerwehrsystemen verbinden, um Leckagen zu vermeiden und Wartung zu erleichtern, so z. B. bei Hochdruckarmaturen.
Richtige Auswahl treffen
Bei den allermeisten Anwendungen von Armaturen und Kupplungen handelt es sich um sicherheitskritische Einsatzbereiche: ob Druckluftanwendungen am Bau, Hochtemperaturanwendungen in der Kunststoffindustrie oder Reinigungsanwendungen, wo Heißwasser und Chemikalien verwendet werden. Die Bauteile werden oftmals in komplexen und teuren Anlagen eingesetzt, deren Wert im sechs- oder siebenstelligen Bereich liegt. Betriebsausfälle oder gar Unfälle dürfen allein schon aufgrund dieser hohen Kosten nicht auftreten. Bei der Auswahl passender Kupplungssysteme gibt es daher viele Parameter, die es zu beachten gilt, damit ein Betrieb Gewissheit hat, dass die Maschine sicher und effizient läuft und keine Gefährdung für die Beschäftigten darstellt. Angefangen vom falschen Steckprofil bis hin zum völlig falschen Einsatzzweck. Die maßgeblichen Punkte sind dabei Medium, Druck, Temperatur, maximaler Betriebsdruck und noch die Beschreibung der exakten Anwendung.
Druckluftanwendungen
Moderne Kompressoren sind heute in der Lage, bis zu 40 bar, statt wie früher 10 bis 25 bar, Betriebsdruck zu liefern. Bei der Entwicklung des Schlauchmaterials wurde dagegen in den letzten Jahren der Fokus oft auf die Optimierung des Materials (Design, Querschnitte und Wanddicken) und auf die Anpassung für bestimmte Anwendungsbereiche gelegt. Die größte Herausforderung stellt jedoch der betriebliche Arbeitsalltag dar. Da wird sehr häufig improvisiert und repariert, Schläuche werden verlängert oder gar abgeknickt, die Klemmen werden in der falschen Größe verwendet oder sind fehlerhaft bzw. nicht ausreichend befestigt bis hin zu einem komplett unpassenden Einsatz von Kupplungen, Schläuchen und Verbindungen. Oft ist der verwendete Schlauch mit den Schlaucharmaturen und Klemmen oder Klemmfassungen nicht aufeinander abgestimmt und diese Schlauchqualität auch nicht für die Anwendung geeignet. Zudem werden häufig minderwertige und billige Materialien, aus Wirtschaftlichkeitsgründen den sicheren Produkten vorgezogen und gefährden dadurch Menschen, Umwelt und Maschinen.
Temperieren
Bei Spritzgussanwendungen werden oftmals sogenannte Pushlock-Systeme eingesetzt. Dabei wird der Schlauch einfach auf die Tülle der Kupplung, d. h. der Schlauchanschluss, aufgeschoben. Durch die Tüllenkontur (die spezifische Oberflächenform einer Schlauchtülle, die für einen exakten und sicheren Sitz des Schlauches auf der Armatur sorgt) und das spezielle Schlauchgewebe entsteht hier eine sichere Verbindung, ohne dass zusätzliche Schlauchklemmen oder Presshülsen benötigt werden. Diese Verbindungen sind jedoch für maximal 100 °C Betriebstemperatur geeignet. Zwar geben einige Schlauchhersteller für ihr Produkt 140 °C Betriebstemperatur an. Allerdings betrifft dies nur den Schlauch und nicht die eingebundene Armatur bzw. Kupplung. Hier gilt das „Schwächste-Glied-Prinzip“, weshalb die Schlauchleitung für maximal 100 °C verwendet werden kann.
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