BAuA-Bericht: Aktuelle Zahlen zu Arbeitsschutz und Gesundheit
Die Publikation „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ der BAuA berichtet jedes Jahr über die neuesten Daten zum Unfallgeschehen, der Anzeigenentwicklung von Berufskrankheiten sowie zum Arbeitsschutz in Deutschland. Außerdem widmet sie sich diversen Themen zu Arbeitsbedingungen in deutschen Unternehmen sowie der Gestaltung von Arbeitsschutzmaßnahmen. Ein Schwerpunktthema stellt jedes Jahr ein anderes Handlungsfeld des Arbeitsschutzes vor.
Unfallstatistik
Bei den meldepflichtigen Arbeitsunfällen war im Jahr 2024 mit 810.399 ein historischer Tiefststand zu verzeichnen. Die meldepflichtigen Wegeunfälle lagen mit 175.560 niedriger als im Vorjahr. Zieht man die über die Zeit besser vergleichbaren Unfallquoten je 1.000 Versicherten hinzu, zeigt sich bei den meldepflichtigen Wegeunfällen mit 2,97 der zweitniedrigste Wert nach dem von der COVID-19-Pandemie geprägten Jahr 2020 (damals 2,90). Auch die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle war mit 440 deutlich niedriger als im vorausgegangenen Jahr (499).
Berufskrankheiten
Die Kennzahlen zu den Berufskrankheiten sanken seit Ende der Pandemie auch im Jahr 2024 weiter. So lag die Zahl der Verdachtsanzeigen mit 104.468 um 31 % unter dem Wert von 2023 und deutlich über dem des Jahres 2019 (84.853). Noch deutlicher war der Rückgang im Vergleich zu 2023 bei den Anerkennungen mit 29.306 (2023: 74.930; 2019: 20.422). Auch die Todesfälle von Berufserkrankten mit Tod infolge der Berufskrankheit lagen mit 1.900 unter der des Jahres 2023 (2.151). Nach wie vor ist die Mehrheit dieser Todesfälle auf asbestassoziierte Berufserkrankungen zurückzuführen (65 %).
Schwerpunkt psychische Gesundheit
Schwerpunktthema des Berichts 2024 ist die psychische Gesundheit. Im Gegensatz zu den oben zitierten Daten, verzeichnet die BAuA-Publikation in diesem Bereich einen besorgniserregenden Anstieg von Krankschreibungen. Als Hauptursachen seien besonders die hohe Arbeitsintensität und die zunehmende Belastung durch digitale Arbeit zu nennen. Für eine erfolgreiche Prävention werden von den Autoren des Berichts vor allem das vorbildhafte Verhalten der Führungskräfte und die Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastungen als besonders wesentliche Faktoren erachtet. Teil des Schwerpunktthemas ist der „Mobbing Report“, der auf einer Befragung von über 5.000 Erwerbstätigen beruht und 2023/24 durchgeführt wurde.
Besonders betroffene Gruppen (psychische Belastungen)
Besonders stark von psychischen Belastungen betroffen seien Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen (Gesundheitsberufe, Krankenpflege, Altenpflege) sowie in Erziehung und Schulunterricht. Vor allem junge Beschäftigte bis 29 Jahre berichteten von einer abnehmenden Arbeitszufriedenheit und einer höheren Belastung im Hinblick auf ihre persönliche Zukunft. Weiterhin seien 6,5 % der abhängig Beschäftigten in Deutschland Opfer von Mobbing am Arbeitsplatz gewesen, besonders junge Menschen (18-29 Jahre) und Frauen seien hiervon betroffen. In rund 50 % der Fälle sei das Mobbing von Vorgesetzten ausgegangen.
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