Sicherheitsdatenblatt – das zentrale Informationsinstrument

Das Sicherheitsdatenblatt (SDB) ist die zentrale Informationsquelle für den gewerblichen Anwender gefährlicher Stoffe und Gemische.

Das SDB liefert im Wesentlichen Informationen darüber, um welchen Gefahrstoff es sich handelt, welche Gefährdungen bestehen und welche Maßnahmen geeignet sind, um Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten zu gewährleisten. Es ist damit die Grundlage der Gefährdungsbeurteilung, zum Festlegen geeigneter Schutzmaßnahmen sowie für Betriebsanweisungen.

Informationen im Sicherheitsdatenblatt

Das SDB liefert der Beschaffung notwendige Informationen, u. a.

  • Kontaktdaten des Lieferanten,
  • genaue Bezeichnung des Stoffes (Handelsname),
  • geeignete bzw. erhältliche Gebindegrößen.

Gewerbliche Anwender benötigen das Sicherheitsdatenblatt

Gewerbliche Anwender - nach REACH als "nachgeschaltete Anwender" bezeichnet - müssen Sicherheitsdatenblätter und sonstige Informationen zur Gefährdungsbeurteilung vom Lieferanten beschaffen (§ 6 Abs. 2 GefStoffV).

Anwender müssen die Sicherheitsdatenblätter auf Fehler, Mängel oder fehlende Angaben (z. B. Angaben zur Verwendung) hin überprüfen und ggf. ein neues, fehlerfreies und vollständiges Exemplar anfordern. Dies ist vor dem Hintergrund, dass Sicherheitsdatenblätter häufig Mängel aufweisen, besonders wichtig für eine zuverlässige Beurteilung möglicher Gefährdungen.

Für die Plausibilitätsprüfung können Gefahrstoffportale und -datenbanken genutzt werden. Da dies nur fachkundige Personen leisten können, ist hier eine enge Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen in Arbeitsschutz und Beschaffung erforderlich.

Praxis-Tipp: In der Praxis empfiehlt es sich, mind. alle 2 Jahre die aktuelle Version der Sicherheitsdatenblätter anzufordern, um stets auf dem aktuellen Stand zu sein.

Lieferant muss das Sicherheitsdatenblatt zur Verfügung stellen

Lieferant kann nach REACH-Verordnung der Hersteller, Inverkehrbringer (Händler) oder Importeur von Stoffen und Gemischen sein. Er muss Sicherheitsdatenblätter kostenlos zur Verfügung stellen (Art. 31 Abs. 8 1907/2006/EG) bzw. übermitteln und zwar spätestens bei der ersten Lieferung oder nach jeder Überarbeitung. Dies kann in Papierform oder elektronisch erfolgen. Das bloße Bereitstellen im Internet genügt nicht.

Sicherheitsdatenblätter müssen von einer fachkundigen Person erstellt und regelmäßig aktualisiert werden. Dies soll gewährleisten, dass sie fachlich richtig und vollständig sind (§ 6 Abs. 1 GefStoffV). Die Qualifikation für Ersteller von Sicherheitsdatenblättern regelt Abschn. 5 TRGS 220. Wird ein Sicherheitsdatenblatt neu erstellt oder geändert, muss dies seit 1.6.2007 nach den Vorgaben der REACH-Verordnung erfolgen. Inhalt und Struktur legt Art. 31 i. V. mit Anhang II 1907/2006/EG fest.

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