Bildschirmarbeit: Alles Wissenswerte zur G 37-Untersuchung

Die Belastungen der Augen und des Sehvermögens stellen eine typische Gefährdung an Bildschirmarbeitsplätzen dar. Mit der G 37-Untersuchung kann der Betriebsarzt feststellen, welche dem Sehvermögen und der Arbeitsaufgabe angepasste Sehhilfen für die Beschäftigten angeschafft werden sollten.

Bildschirmarbeiten sind Arbeiten, die ohne Bildschirmunterstützung nicht zu erledigen sind und bei denen die Beschäftigten täglich drei oder mehr Stunden am Bildschirm arbeiten.

G-37 Untersuchung für Versorgung mit Bildschirmbrillen

Die G 37 ist keine Eignungsuntersuchung. Bei ihr geht es nicht darum, nur Mitarbeiter mit besonders gutem Sehvermögen für die Bildschirmarbeitsplätze im Büro auszusuchen. Vielmehr soll Beschäftigten mit Sehschwächen durch Sehhilfen (zum Beispiel Bildschirmbrillen) geholfen werden, ohne Belastungen am Bildschirm arbeiten zu können. Beschäftigte, welche die Angebotsuntersuchung nach G 37 (sie ist also keine Pflichtvorsorge!) nicht wahrnehmen, riskieren mit einer falschen Sehhilfe zu arbeiten oder ohne Sehhilfe ihre Augen weiterhin zu stark zu belasten.

Was wird untersucht?

Die arbeitsmedizinische Vorsorge am Bildschirmarbeitsplatz muss von einem Betriebsarzt durchgeführt werden, da er im Gegensatz zum Augenarzt mit den Arbeitsplatzbedingungen vor Ort vertraut ist. Bei den Beschäftigten wird primär die Sehschärfe in die Ferne und die Nähe sowie bezogen auf den jeweiligen Arbeitsplatz untersucht. Weiterhin werden vom Arzt das zentrale Gesichtsfeld überprüft, die Sehfunktionen in beiden Augen getestet und die Fähigkeit zur Wahrnehmung von Farben auf den Prüfstand gestellt.

Welche zeitlichen Abstände gelten für die G 37-Untersuchungen?

Der Arbeitgeber bietet die arbeitsmedizinische Vorsorge an, wenn am Bildschirmarbeitsplatz wesentliche Teile der beruflichen Tätigkeit ausgeführt werden. Falls das Angebot nicht angenommen wird, muss es in bestimmten Zeitabständen wiederholt werden.

Die Erstvorsorge muss innerhalb von drei Monaten vor Aufnahme der Tätigkeit, die zweite Vorsorge spätestens nach 12 Monaten nach der Erstvorsorge, jede weitere Vorsorge innerhalb von 36 Monaten nach der vorangegangenen Vorsorge stattfinden. Hierbei handelt es sich um Maximalfristen, die nicht überschritten werden dürfen.

Vorzeitige Nachuntersuchungen können nach ärztlichem Ermessen im Einzelfall und auf Wunsch des Beschäftigten, der einen ursächlichen Zusammenhang zwischen seinen Beschwerden und seiner Tätigkeit am Arbeitsplatz vermutet, durchgeführt werden. Alle Fristen gelten mittlerweile übrigens unabhängig vom Alter des Beschäftigten. Noch vor einigen Jahren wurde bei den Intervallen für die Nachuntersuchungen zwischen Beschäftigten unter und über 40 Jahre unterschieden. Die heute für alle Altersgruppen gültigen 36 Monate-Intervalle galten bis dahin nur für Personen über 40 Jahre.

Wie laufen die G 37-Untersuchungen ab?

Die Erstuntersuchung der Allgemeinen Untersuchung besteht aus einer allgemeinen Anamnese, einer Arbeitsanamnese und der Analyse von Beschwerden des Beschäftigten. Im Rahmen der allgemeinen Anamnese will der Betriebsarzt vom Beschäftigten vor allem Informationen zu Augenbeschwerden und -erkrankungen, Beschwerden und Erkrankungen des Bewegungsapparates, neurologischen Störungen, Stoffwechselerkrankungen, Bluthochdruck und Behandlungen mit Medikamenten erfahren.

Im Rahmen der Speziellen Untersuchung werden folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Sehschärfe Ferne: Wenn vorhanden mit Sehhilfe.
  • Sehschärfe Nähe: Arbeitsplatzbezogen und wenn vorhanden mit Sehhilfe.
  • Stereopsis: Untersuchung des räumlichen Sehens.
  • Phorie: Mögliche Fehlstellung der Augen.
  • Zentrales Gesichtsfeld: Ab dem 50. Lebensjahr oder bei entsprechenden Beschwerden.
  • Farbensinn.

Der Betriebsarzt überweist den Beschäftigten an einen Augenarzt, wenn beim betroffenen Beschäftigten auch nach allen Untersuchung weiterhin Auffälligkeiten und Beschwerden bestehen und darüber hinaus Klärungsbedarf besteht.

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