Kleinunternehmer

Als Kleinunternehmer bezeichnet man im Umsatzsteuerrecht Unternehmer, die bestimmte Umsatzgrenzen nicht überschreiten. Bei Kleinunternehmern wird die Umsatzsteuer auf Ausgangsumsätze nicht erhoben. Im Gegenzug dürfen Kleinunternehmer aber auch keinen Vorsteuerabzug aus Eingangsumsätzen geltend machen.

Die Kleinunternehmerbesteuerung nach § 19 UStG greift bei Unternehmern, deren Gesamtumsatz im letzten Kalenderjahr 22.000 Euro nicht überschritten hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht überschreiten wird. Bei der Prüfung des Gesamtumsatzes werden bestimmte steuerfreie Umsätze und Umsätze aus der Veräußerung oder Entnahme von Anlagevermögen nicht berücksichtigt.


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Kleinunternehmer und Umsatzsteuer

Kleinunternehmer dürfen in ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen, zur Angabe einer Steuernummer oder USt-IdNr. sind sie aber formal verpflichtet, wobei das Fehlen dieser Angabe zumindest für den Leistungsempfänger mangels Vorsteuerabzug folgenlos bleibt. Kleinunternehmer müssen keine Umsatzsteuer-Voranmeldungen und Zusammenfassenden Meldungen abgeben, wohl aber eine Umsatzsteuererklärung. Innergemeinschaftliche Erwerbe und Einfuhren müssen Kleinunternehmer wie andere Unternehmer versteuern. Bei Leistungen, für die das Reverse-Charge-Verfahren (§ 13b UStG) gilt, muss unterschieden werden: Ist der Kleinunternehmer Leistungsempfänger, wird er zum Steuerschuldner, ist er dagegen Leistender, kommt es nicht zu einem Übergang der Steuerschuldnerschaft auf den Leistungsempfänger.

Verzicht auf Kleinunternehmerregelung

Kleinunternehmer können auf die Kleinunternehmerregelung verzichten (Option zur Regelbesteuerung). Das kann z. B. sinnvoll sein, wenn sie hauptsächlich vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmer als Kunden haben oder größere Investitionen anstehen (Vorsteuerüberhang). Der Verzicht kann dem Finanzamt formlos und bis Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung des betreffenden Jahres erklärt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt kann auch ein bereits erklärter Verzicht auch noch widerrufen werden, danach ist er für fünf Jahre bindend.

News 13.05.2020 FG Kommentierung

Für die Bestimmung des Erstjahres im Sinne des § 19 UStG kommt es nicht auf die Ausführung tatsächlicher Umsätze an. Bei einer Gesamtrechtsnachfolge ist daher für die Kleinunternehmerregelung nicht der Vorjahresumsatz des Rechtsvorgängers, sondern der voraussichtliche Umsatz des Erwerbers maßgebend.mehr

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News 30.03.2020 Coronavirus-Krise

Der Bundesrat hat am 27.3.2020 dem Sozialschutz-Paket zugestimmt, das die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für die Bürgerinnen und Bürger abfedern soll. Es enthält ein ganzes Bündel von Maßnahmen.mehr

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News 19.02.2020 Reform gilt ab dem Jahr 2025

Der Rat der EU hat am 18.2.2019 vereinfachte Mehrwertsteuervorschriften beschlossen, um den Verwaltungsaufwand und die Befolgungskosten für Kleinunternehmen zu verringern.mehr

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News 19.02.2020 Praxis-Tipp – Option zur Regelbesteuerung

Gibt ein Kleinunternehmer nach Ablauf der Bindungsfrist eine Umsatzsteuererklärung ab, folgt daraus nicht automatisch eine weitere fünfjährige Option zur Regelbesteuerung. Um letzte Zweifel an seiner Entscheidung auszuräumen, ist das Finanzamt verpflichtet nachzufragen.mehr

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News 10.02.2020 BFH Kommentierung

Bei der Ermittlung des Gesamtumsatzes nach der Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) ist bei einem Händler, der der Differenzbesteuerung (§ 25a UStG) unterliegt, nicht auf die Differenz zwischen dem geforderten Verkaufspreis und dem Einkaufspreis (Handelsspanne), sondern auf die Gesamteinnahmen abzustellen.mehr

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News 05.02.2020 FG Kommentierung

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